Ruhrkrise
Ende Oktober 1922 müssen die meisten Bürger der Stadt die öffentliche Brotversorgung in Anspruch nehmen. Die Marken hierfür teilt ein Büro in der Reichskrone aus. Ausgenommen sind Alleinstehende und Haushaltsvorstände mit einem steuerlichen Jahreseinkommen (1921) von über 30 000 Mark. Bei letzterer Gruppe werden für jede im Haushalt zu verpflegende Person zuzüglich 15 000 Mark berücksichtigt.
Der nunmehr fast beendete Um- und Ausbau des Rathauses wird immer teurer. Es stellte sich heraus, dass die geplanten 800 000 Mark für die Instandsetzung der Innenräume nicht ausreichen. `Verschwendungssucht`, raunen sich die Bürger zu. Am 7. Juli 1922 liegt den Stadtverordneten ein Antrag auf einen weiteren Zuschuss in Höhe von 80 000 Mark vor. Der Bau- und Finanzausschuss empfiehlt, was er schon öfter tat, die Nachbewilligung. Die summieren sich mittlerweile auf 600 000 Mark. Ursprünglich sollten der Putz und die Reparatur des Daches 200 000 Mark kosten. Tatsächlich wurden es dann 500 000 Mark. Man hat den Eindruck, äussern einige Stadtverordnete, als ob die Stadt in Geld schwimmt. Die Stadtverwaltung gibt Zuviel Geld aus, schimpft man in Arbeiterkreisen. In Anbetracht ihrer Notlage erhalten ab 1. Juli 1922 von der Stadtverwaltung Naumburg 218 Alters- und Invaliden-, 7 Witwen- und 27 Waisenrentner eine Rentenerhöhung. Die Massnahmen gewährleisten weiter, dass das Jahreseinkommen von Notstandsrentnern nicht unter 4000 Mark und das von Witwenrentner nicht unter 2700 Mark sinkt. Bei den Waisenrentnern wird die Untergrenze auf 1500 Mark pro Jahr festgelegt. Bei denjenigen Rentenempfängern, die noch andere Einkommensquelle besitzen, bleibt es bei einem Jahreseinkommen von 3000 Mark. Walter Hege [1, 2] zeigt im Januar 1923 auf Volksschulabenden mit Lichtbildern die Schönheiten des Naumburger Doms und nennt seine Vorträge Beseelte Steine. Zusammen mit dem Pädagogen und Sozialdemokraten Alfred Reichwein (1898-1944) organisiert er im Sommer 1924 die Naumburg Woche, um die mittelalterliche Baukunst den interessierten Bürgern näherzubringen. Umsonst, es gehen zu wenige Anmeldungen ein.
Ein schwerer Hagel sucht am 5. Mai 1923 die Region heim. Im August wird unter idealen Wetterbedingungen die Ernte eingebracht. Am 21. August rollt das Radrennen Rund um Naumburg. Gegenüber den drei Kasernen in Weissenfelserstrasse 57 befinden sich die Gebäude des ehemaligen Artillerie-Depots. Anfang Mai 1924 erwerben die Autowerke Peter und Moritz die etwa 100 Meter langen und 18 Meter breiten Wagenhäuser. In Naumburg, Burg, Erfurt, Eisenach, Mühlhausen, Stendal und Schleusingen treten die Bauarbeiter in den Streik. Am 17. April 1924 wird er beendet. Als Stundenlohn vereinbarte man bei Verhandlungen in Halle für die Provinz Sachsen und Anhalt 60 Pfennig.
Die Reichskrone ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, was einer kleinen Mitteilung, die zugleich etwas über die politische Stimmung in der Stadt verrät, zu entnehmen ist:
Ab 9. Juli 1924 verkehrt erstmals neunmal am Tag der Omnibus auf der Personen-Kraftwagen-Verkehrs-Linie Naumburg - Bad Kösen - Saaleck. Die Fahrzeit beträgt vierzig Minuten. In diesem Jahr zählt man in der Stadt Naumburg 29.375 Einwohner. Bis 1933 wird die Stadtbevölkerung noch um 7 Prozent anwachsen.
Ruhrkrise Ab Mitte Januar 1923 steht das politische Naumburg im Zeichen der Ruhrkrise. Französische und belgische Truppen besetzen am 11. Januar 1923 das Ruhrgebiet. Die Franzosen sichern sich damit 72 Prozent der Steinkohleförderung, 54 Prozent der Roheisenherstellung und 53 Prozent der Rohstahlproduktion ihrer deutschen Konkurrenten. Die Kohlezechendirektoren, darunter Fritz Thyssen und Generaldirektor Tengelmann, werden von ihnen gefangen genommen und vor ein Kriegsgericht gestellt. Den politischen Hintergrund für die Ruhrbesetzung bildet das Scheitern der Verhandlungen über den Aufbau eines lothringisch-rheinisch-westfälischen Montantrusts. Mehr Anlass als Ursache für die getroffene politische Entscheidung gegen die Cuno-Regierung waren die Rückstände bei der Zahlung der Reparationsleistungen mit 2 Millionen Tonnen Kohle und Koks, 130 000 Telegrafenstangen und 20 000 Raummeter Holz.
Gegen die Besetzung kommt es zu scharfen öffentlichen Protesten. Aus einigen Städten der Sowjetunion hört man von Solidaritätskundgebungen. Das Zentralrussische Exekutivkomitee protestiert gegen die Vergewaltigung der Selbstbestimmung des deutschen Volkes. Das Rheingebiet erhält Getreide und Geldspenden. Die deutsche Regierung fordert zum passiven Widerstand gegenüber den Besatzern auf. Reichswehr und andere organisierte Gruppen führen mit Sprengstoffanschlägen einen begrenzten Krieg gegen die Besatzer. Es kommt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. In Essen schießen die Franzosen am 13. April 1923 mit Maschinengewehren auf die Arbeiter. 48 Todesopfer sind zu beklagen.
Reaktionen in Naumburg Ein
sei die Ruhrbesetzung, formuliert am 13. Januar 1923 Vorsteher Oberlandesgerichtsrat Alfred Cludius (Luisenstraße 5) den mehrheitsfähigen Standpunkt der Stadtverordnetensitzung. Das Naumburger Tageblatt veröffentlicht die Solidaritätsspenden der Bevölkerung. Auf dem Markt findet am 18. Januar 1923 unter dem Motto:
eine Protestkundgebung statt. Die Ruhrkrise greift tief in den Alltag der Bürger ein. Aufgrund der Gewaltmaßnahmen der Gegner wird ein Verbot aller Tanzlustbarkeiten erlassen. Übertretungen ahndet das Polizeistrafgesetzbuch. 11 Uhr abends beginnt die Polizeistunde. Das Naumburger Gewerkschaftskartell lädt für den
In der Diskussion fordert Kaufmann Friedrich Hagemann (Jägerplatz 69) vom Bürger-Wirtschaftsblock die Arbeiterschaft auf, einen nationalen Standpunkt einzunehmen. Und ein Justizsekretär setzt noch drauf: "Stinnes ist ein Mann von deutscher Art." Dies, stellt sich bald heraus, teilt die Mehrheit der Arbeiter nicht, weshalb unter dem Aufruf die Unterschrift von SPD, KPD und dem örtlichen Gewerkschaftskartell fehlt. Sie begreifen den Konflikt als Ausdruck der Konkurrenz zwischen der deutschen und französischen Großindustrie. Für sie bedeutet die Ruhrkrise zunehmende Kriegsgefahr.
So war ihre Meinung! Zum Ende der Versammlung trägt Walter Fieker (KPD) noch eine Entschließung vor. Sie verurteilt die Gewaltbereitschaft der Franzosen und überbringt den Kommunisten in Frankreich die besten Kampfesgrüsse. Wie kaum anders zu erwarten, lehnen das die meisten Teilnehmer ab.
Protest gegen die
Revisionspolitik Über die Volksversammlung vom 18. Januar 1923 im Ratskeller äussert drei Tage später das Naumburger Tageblatt: Kein Nationalstandpunkt, wohl aber Propaganda für die Kommunistische Partei. Ganz so war es nicht. Wie sich herausstellte, gab es offenbar zwei Nationalstandpunkte. Der eine lautet: Wir Deutschen stehen allein in der Welt. Wir sind umzingelt. Uns lauert der Franzose auf. Fremde Mächte legen die Hand an die Gurgel des deutschen Volkes. Der andere, den eine nicht unerhebliche Zahl der Bürger bekundet heißt: Lasst uns miteinander im Frieden leben. Bauen wir die Feindseligkeiten gegenüber Frankreich ab. Freilich war das mit der Revisionspolitik unvereinbar. Deutlich traten bei dieser Versammlung die politischen Gegensätze in der Stadtgesellschaft hervor. Erfreulich war, dass auf dieser Volksversammlung Bürger aus allen sozialen Schichten und Klassen der Stadtgesellschaft in einen Dialog traten. Eine politische Kultur, die sich bald verflüchtigt.
Wir Deutschen stehen jetzt in der Welt allein. Die kleine politische Initiative der Linken kontert die Ortsgruppe der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) mit einer Einladung an den Reichstagsabgeordneten Professor Martin Spahn (1875-1945). Er unterzeichnete am 4. Oktober 1914 den Aufruf An die Kulturwelt, der jede Kriegsschuld Deutschlands leugnete und wieder aller Tatsachen behauptete: "Es ist nicht wahr, daß wir freventlich die Neutralität Belgiens verletzt haben." 1921 wechselte er von der Zentrumspartei zur Deutschnationalen Partei. Oberlandesgerichtsrat Doktor Fritze eröffnet
die Versammlung im Ratskellersaal. Der "Vorkämpfer des nationalen Gedankens" erhält das Wort. Ihm ist, als ob die Zeit, spricht der Professor für Geschichte an der Universität Köln (1920-1940), des Erfüllens und Zurückweichens vorbei ist. Die alte Feindschaft zu Frankreich lebt wieder auf. Denn:
Da bricht sie wieder auf, die
in Europa. Eine geo-ideologische Konstruktion, die immer gut für die Bildung eines Angst- und Bedrohungsgefühls war. Geschickt formatiert es der Referent zu einem neuen historischen Optimismus, aus dem das Bewusstsein von neuen Siegen und Heldentaten aufsteigt. Was für eine vortreffliche politisch-moralische Zuarbeit für die Revisionspolitik! Von diesen Ambitionen getrieben, betreibt Martin Spahn dann Weltpolitik, erörtert das Wiedererstarken der Türkei, den bolschewistischen Umbruch (1917), die europäischen Interessen Frankreichs, die Erschliessung des deutschen Absatzmarktes durch die Amerikaner, um dann den politischen Lehrsatz zu formulieren:
Was hilft da noch? Ein Wille, ein "neuer Hauch von Kampfwissen, der uns mächtig macht und Widerstand gibt". Und deshalb, schliesst der Referent, stehen wir hinter der Regierung Cuno.
Aufruf zur Ruhrhilfe Am 23. Januar 1923 protestiert Oberlandesgerichtsrat Alfred Cludius (Luisenstraße 5) aus Anlass der Eröffnung der Stadtverordnetensitzung
In der Presse erscheint am Tag darauf der
Darin heisst es: "Der kriegerische Einbruch französischer und belgischer Truppen in das friedliche, ungeschützte deutsche Arbeitszentrum trifft unser ganzes Volk. Gegenwehr erfordert Opfer von jedermann. Rücksichtslose Requisitionen steigern, die Knappschaft der Lebensmittel zu bitterster Not. .... Nur wirklich reichlich Gaben können wirksam helfen." - Die Erklärung unterzeichneten der Allgemeine Arbeitergeberverband (Siebold), Richterbund Naumburg (Kosok), Naumburger Anwaltsverein, Naumburger Ärzteverein (Grüneisen), Verein der Oberlandesgerichtsanwälte, Gewerkschaftsbund der Angestellten (Wirth), Naumburger Beamtenbund (Meyerhoff, Ortskartell), Arbeitgeberverband der Kammindustrie (Müller), Land- und fortwirtschaftlicher Arbeitgeberverband Naumburg-Camburg (Tippe), Landrat (von Deines) und Oberbürgermeister (Dietrich). In der Stadtverordnetensitzung am 6. März 1923 dominieren zwei Themen: Die Arbeitslosenfrage und die Ruhr-Hilfe. außerdem wird Friedrich Blüthgen (Lützowstraße 17) als Ersatz für Ernst Heinrich Bethge in die SPD-Fraktion eingeführt. Die Stadt will sich laut einer Vorlage an der Ruhrhilfe mit einer Million Reichsmark beteiligen. Ihre Abgeordneten sehen darin eine Möglichkeit, etwas gegen die Erwerbslosigkeit zu tun. Denn wenn das dort schiefgehe, so eine verbreitete Meinung, wächst die Beschäftigungslosigkeit in ganz Deutschland.
Otto Grunert (Steinweg 14) von der SPD wendet sich gegen die chauvinistische Art und Weise wie die Rechtsparteien die Ruhrhilfe betreiben. Er unterstützt zwar die Vorlage, hält jedoch dagegen:
Seine Parteifreunde schließen sich diesem Standpunkt an. Damit übertrat der SPD-Ortsverband wiedermal die vom Berliner Parteivorstand gezogene Kompromisslinie, die zwischen der Anerkennung der Ruhrpolitik des Herrn Cuno und der offenen, konsequenten Kampfansage schwankte. Wiederum meint der Stadtverordnete Bley, dass die eine Million vor Ort bleiben müsse. Dieses Geld soll für die Arbeitslosen in Naumburg eingesetzt werden, fordert der KPD-Abgeordnete. Während der Ruhrkrise erstarkt und verfestigt sich in Naumburg der militante Nationalismus.
Politische Krise
Wilhelm Cuno (1876-1933) war am 14. November 1922 ohne vorherige Wahl durch den Reichspräsidenten der Republik zum Reichskanzler ernannt worden. Ihm steht die SPD reservierter gegenüber als dem einstigen Koalitionspartner Joseph Wirth (Zentrum). Die Ruhrkrise zerrüttet endgültig die Währung. Es beginnt die Zeit der Hyperinflation oder der galoppierenden Inflation. Streiks greifen um sich. Am 12. August 1923 tritt der ehemalige HAPAG-Direktor als Reichskanzler zurück. Tags darauf führt Gustav Stresemann (1879-1929) die Regierung. Bei den nächsten Wahlen macht die DVP Reklame, sie hat Ordnung nach Sachsen und Thüringen gebracht, den Beginn für die Freiheit an Ruhr und Rhein gelegt. Zunächst setzt die Koalition von DVP, SPD, Zentrum und DDP den Kurs des Widerstandes gegen die Franzosen fort, bis alle grosse Parteien, ausser der DNVP, am 24. September 1923 den Vorschlag über die Beendigung des passiven Widerstands im Rheinland zustimmen. Mit
Einführung der Rentenmark am 15. November Am 3. Oktober tritt die Regierung zurück. Reichspräsident Friedrich Ebert betraut Stresemann erneut mit der Regierungsbildung. Am 23. November 1923 verliert er im Reichstag die Abstimmung über die Vertrauensfrage, welche die SPD aufgrund des unterschiedlichen Verhaltens der Reichsregierung gegenüber Bayern und Sachsen beantragt hatte.
Die
Wahlen zum Reichstag Den Kampf am 4. Mai 1924 um die Abgeordnetenmandate des Reichstages charakterisiert Hugo Heimann (1859-1950) als durch die Aufwertungsfrage bestimmt. Durchaus verständlich, denn im Jahr zuvor entwertete die Hyperinflation die Sparguthaben und Geldanlagen. Gläubiger fielen oft in Armut und verfluchten das Unrecht, das ihnen wiederfahren. Im Gegensatz dazu erfreuten sich die Schuldner und Sachwertbesitzer nicht selten eines kolossalen Vermögenszuwachses. Viele der Geschädigten hofften auf eine Korrektur, weshalb allein die Losung "volle Aufwertung" die Emotionen hochschwappen liess. Damit begann, was Gustav Winter den Schlusskampf mit der Reichsbank nennt. Landgerichtsrat Lohmeyer eröffnete am
die Versammlung der Deutschen Volkspartei (DVP). Sie war nicht gut besucht, obwohl sie doch bis 1931, außer in Wirth I und Wirth II, in allen Regierungen vertreten war. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie mit 13,9 Prozent (62 Sitze) zur Reichstagswahl am 6. Juni 1920. Am 5. März 1933 bleiben ihr 1,1 Prozent (2 Sitze). Heute ist als Redner der
bestellt, der sich, wie kann es anders sein, auf die Zustände an Rhein und Ruhr sowie den Versailler Vertrag kapriziert. Als Schlüsselfrage definiert er:
Darin versteckt liegt eine manipulative Darstellung der öffentlichen Meinung, die kaschiert, dass sie sich in
teilt. Den Referenten bekümmert die Rentenmark, die das deutsche Volk groß gehungert. "Die Rentenmark war ein grosser Schachzug gegen Frankreich." "Vorerst gilt es für das deutsche Volk, sich im Inneren fest zusammenzuschliessen bevor es weitergehen kann. Marxismus und Klassenkampf müssen wir überwinden."
Vier Tage vor der Reichstagswahl um 8 Uhr abends bringt DNVP-Ortsvorsitzender Oberlandesgerichtsrat Doktor Fritze im Ratskeller von Naumburg das deutschnationale Propaganda-Grossgeschütz in Stellung. Am 11. Mai 1924 wird er auf dem Deutschen Tag die Einweihungsrede am Moltke-Denkmal in Halle halten. Danach legt er die Funktion als Geschäftsführer der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) von Halle-Merseburg nieder. Er wird Führer des Stahlhelm Landesverbandes Mitteldeutschlands und Vorsitzender der Vereinigten Vaterländischen Verbände des Bezirkes Halle a. d. S.. Heute kürt er den Kampf gegen die Unterjochung und Fremdbestimmung zur wichtigsten Frage der Mai-Wahlen. Das ist nur möglich, betonte der Oberstleutnant ausser Dienst,
Was für ein famoses Vorgehen! Nicht der wirtschaftliche Ruin von Millionen Bürgern und soziale Verfall grosser Bereiche der Gesellschaft infolge Hyperinflation und Geldpolitik bereitete Sorgen, sondern die Pflege alter Feindschaften. Dazu kredenzte Duesterberg dem herzenden Publikum eine weitere Torheit aus dem deutschnationalen Geschichtsbuch: "Das Staatssystem muss zu einem jeden Volke passen, für uns passt das parlamentarische System nicht." Na dann, so der ihm zugeneigte Bürger, sollten wir jetzt die Politiker wählen, von denen wir am ehesten die Demontage der Demokratie erwarten können.
In die gleiche Kerbe schlägt, angeführt von
der Völkisch-soziale Block (VSB). Er wirbt mit Sprüchen wie:
Die Deutsche Demokratische Partei (DDP) fragt in einer Wahlannonce: Wie bekommen wir die Franzosen aus dem Lande? Wie können wir die Fesseln von Versailles abschütteln? - "Die Völkischen [VSB] verlangen einen neuen Krieg." Und die Deutschnationalen (DNVP) sagen, dann zerreißen wir den Vertrag, verweigern wir unsere Mitarbeit am Zahlungsplan. Diesen Weg hält die DDP einerseits für selbstzerstörerisch und andererseits für nicht realistisch. Denn was können wir unbewaffnet schon erreichen? Klären wir die Welt doch besser über die Schuldlüge von Versailles auf. An die Bürger gerichtet, fragt sie hervogehoben in großen schwarzen Lettern, etwa dreimal so groß wie der übrige Schrifttext,
Ihr Antwort lautet:
Hierin ist der Ursprung der Partei, gegründet von Max Weber, Alfred Weber, Hugo Preuß, die Verteidigung der parlamentarischen Demokratie gut erkennbar. Doch so klar wie das zunächst erscheint, ist das nicht. Die Ortsgruppe Naumburg der Deutschen Demokratische Partei, Vorsitzender Rechtsanwalt Röhl, reagiert auf den Versuch der Deutschnationalen National und Volksbewußtsein für sich allein Anspruch zu nehmen, mit: "Und sind es nicht gerade die Deutsch-Demokraten, die heute in dem "verjudelten" Berlin für die Ostmarktdeutschen, für die Angliederung Deutsch-Österreichs immer wieder eintreten, deren Sturmlied heute das alte Lied: "Deutschland, Deutschland über alles" ist?" Waren wir es nicht, die immer gegen den Sozialismus gekämpft haben? Zudem wirbt die Parteizentrale auf einen sehr weit verbreiteten Plakat mit dem nicht gerade glücklichen Spruch:
Dies wird den Erfahrungen der Bevölkerung mit der Hyperinflation und Geldpolitik, die maßgeblich von Hjalmar Schacht, seit 22. Dezember 1923 Reichsbankdirektor, betrieben wird, nicht gerecht. 5,7 Prozent der Wähler geben der DDP am 4. Mai in der Republik ihre Stimme. In Naumburg sind es 3,5 Prozent, genau 549 Personen. Für den Völkisch-sozialen Block (VSB) votierten in Naumburg 4 328 Bürger, also 27,5 Pozent. In Vorbereitung auf die Wahl lädt er
ein und verkündet:
Was der Völkisch-soziale Block begonnen, führt
von der Deutschnationalen Partei fort. Er kündigte
an. In einem zweistündigen Vortrag stellte er, Zitat Naumburger Tageblatt, "mit grösster Objektivität und Sachlichkeit" die Reparationsfrage dar, was grossen Anklang fand. Sie gliederte sich in die Abschnitte:
Obwohl diese Reichstagswahl vom 4. Mai 1924 allgemein oft als "Inflationswahl" bezeichnet wird, verhielten sich, außer DDP, viele Wahlkämpfer der Parteien in Naumburg zu den Themen Hyperinflation, Aufwertung und Geldpolitik zurückhaltend. Warum? Gekonnte Ausweichmanöver? Ein Hang zur, wie wir ihn bei arrivierten Politikern oft beobachten, zur Bequemlickeit? Der
Dawes-Plan, veröffentlicht am 9. April 1924, unterzeichnet am 16.
August 1924, soll nach der Hyperinflation die Reparationszahlungen an
die Leistungsfähigkeit Deutschlands anpassen. Im nationalen Wahlkampf
zur Reichstagswahl diskutierten nur die KPD und NSDAP über die Dawes-Gesetze
(Schüddekopf 161). Im Rückblick auf den Wahlkampf zur Reichstagswahl im Mai 1924 entsteht der Eindruck, dass die Annahme der Sachverständigenvorschläge durch die Reparationskommission am 17. April 1924 in Paris, die tags darauf der Vorwärts (SPD) als
kommentierte, den Parteien nicht ungelegen kam. Denn die finanziellen, sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Folgen der Hyperinflation waren längst nicht austherapiert. Millionen litten unter schweren sozialen Blessuren, die ihnen die Geldentwertung und -politik zugefügt hatte. So konnte eine "öffentliche Debatte" über die Sachverständigenvorschläge gut von den materiell-finanziellen Sorgen der Brüger ablenken. Natürlich ist die Haltung der Parteien zum Beschluss der Reparationskommission vom 17. April 1924 unterschiedlich. SPD und bürgerliche Mittelparteien wollen in kürzester Frist die Gesetze und Verordnungen herausbringen, um den neuen Mechanismus der Reparationszahlungen in Gang zu setzen. Anders die Völkischen, Kommunisten und Deutschnationalen, sie wüteten gegen Außenminister Stresemann und das Kabinett Marx I (30. November 1923 bis 26. Mai 1924). Wenn aufgrund der Wahlergebnisse eine neue Regierung zustande kommt, prophezeit der oben zitierte Vorwärts (SPD), wird das von den Vorgängern gegebene Wort nicht eingehalten und ein neuer Sturm gegen das Deutsche Reich losbrechen. Doktor Oskar Hergt versicherte dem Wahlvolk, dass er bei Regierungseintritt die Erfüllungspolitik beendet.
Was war von seinem Versprechen zu halten, die Erfüllungspolitik zu beenden? Im Wahlkampf wurde wohl keine völkische und deutschnationale Rede gehalten, beobachtete Hugo Heimann (1926, 12, 26), in der den gespannt aufhorchenden Massen nicht die weitgehende Versprechung gemacht, ja, "volle Aufwertung" zugesichert wurde. Speziell die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) erklärte, dass sie am Tage der Machtübernahme umgehend Aufwertungsentwürfe in den Reichstag einbringen würde. In den ersten Märztagen 1924 stellte sie sogar den Antrag, die Steuernotverordnung zum 31. März aufzuheben. Im Regierungs-Programm äusserte die DNVP den Willen, zur Erfüllungspolitik eine Verständigung zu erreichen. Als die Wahl vorbei, überlegte es sich Hergt noch mal. Nun hiess es, was wir den Bürgern vor der Wahl sagten, darf nicht ernst genommen werden. Dies nimmt am 8. August 1924 die Volksstimme (Magdeburg) zum Anlass, um den Leser auseinanderzusetzen:
Daher ist es ein Verbrechen am deutschen Volke, wie es der Vorwärts (Berlin) am 17. April 1924 einschätzt, unter solchen Umständen für Parteien zu stimmen, die die angebahnte Verständigung zerschlagen. Aber das hatten wohl nur wenige gelesen. Mit einem Punkt Vorsprung - also 20,5 Prozent, rettet sich die SPD vor der DNVP ins Ziel. 1920 waren es 1,4 Prozent mehr.
Am 28. Februar 1924 wurde das seit 23. November vergangenen Jahres bestehende KPD-Verbot aufgehoben. Worauf konzentriert sich die Partei jetzt im Wahlkampf? Schon manchmal betete die KPD die Revolution herbei. Doch diesmal ist die soziale, politische und vor allem währungspolitische Lage wirklich prekär. Hugo Stinnes (DVP), auf dem Plakat Wähler entscheidet Euch! in, übergrosser, furchterrender Pose dargestellt, wendet sich am 9. November 1922 vor dem Reichswirtschaftsrat entschieden gegen den Versuch der Stabilisierung der Mark. Die Herausgabe der Goldschatzanweisung, wie es das Wirth-Kabinett am 10. November 1922 beschliesst, hält der Großindustrielle für nutzlos und schädlich. Die Lösung sieht er im Aufschub aller Leistungen an die Entente und die Einführung des Zehn-Stunden-Tages. Ergo ist es keine Übertreibung zu sagen, dass die geldpolitischen Interessen der grossen Sachwertbesitzer eine existentielle Gefahr für die Stabilität der Gesellschaft darstellen. Insoweit ist es nicht ohne Realitätssinn, wenn die KPD 1924 im Wahlkampf das Grosskapital als Bedrohung vorführt. Das sieht die SPD ähnlich, nicht in allen Abteilungen, aber als Ganzes schon. Im Vorwärts (Berlin) vom 10. November 1922 wirft sie Hugo Stinnes vor:
Es ist die Schwerindustrie, teilt das Zentralorgan der Sozialdemokratie am 20. April 1923 seine Beobachtungen mit, die seit langem auf eine Verschlechterung des Marktkurses hinarbeitet. Auf der gleichen politischen Linie argumentiert Georg Schiele (Naumburg) von Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) im Oktober 1922, wenn er fragt,
Nein, lautet die Antwort, darf man nicht, denn "Was haben wir an einer stabilen Mark, wenn wir zugleich die deutsche Industriebevölkerung ins Jenseits stabilisieren?" Angesichts der ökonomischen Lage und Unfähigkeit der bürgerlichen Parteien die Folgen der Hyperinflation und Geldaufwertung zu managen, verwundert es zunächst ein wenig, dass die KPD-Naumburg die unsoziale Geldpolitik nicht in den Mittelpunkt des Wahlkampfes stellt. Sie konzentriert sich auf das Klassenkampfthema und den Widerstand gegen Rechts.
Anders die extreme Rechte. Ihre politische Sichtweise und Interessen artikuliert im Oktober 1922 Georg Schiele in der Schrift
Die erste Ursache der deutschen Geldentwertung ist der Versailler Frieden, der Deutschland zur Abtretung riesiger Vermögenswerte zwingt, Sachgüter, Lokomotiven, Güterwagen, Kohle, Pferde, Rinder und so weiter. Die zweite Ursache der deutschen Inflation sieht der Frontmann der Völkisch-Nationalen in einer verfehlten sozialen Dimension der Wirtschaftspolitik, die er so illustriert: Solange wir eine Wohnungsrationierung haben, so lange wir einen Reichskohlenrat zur Festlegung der Preise haben, "so lange die Gesetzgeber an der kindischen Idee festhalten, der Staat könne 35 Millionen Menschen das Brot auch nur um einen Groschen verbilligen - so lange dauert die Geldentwertung an". Die Herrschaft der Masseninstinkte über den Staat begünstigt die Inflation. "Heute geht er unter den Namen Marxismus um. Er ist weiter nichts als die Massenphilosophie des Neides und des Mitleids. Der alte Giftmischer Marx hat den alten Irrtum nur einige neue Pharsen angehängt." "Wir werden in allen Ständen wieder aufhören sozialistisch, planwirtschaftlich, gemeinwirtschaftlich (im falschen Sinne) zu denken und wieder anfangen liberal, d.h. richtig ökonomisch zu denken", verspricht Pax oeconomica (1922). Was das für den Werkmann und -frau bedeutet, teilt Schiele zwei Monate vor der ersten `24er Reichstagswahl in "Währungsverfall und Reparationen" (11) mit:
Ihre Zukunft stellen sich die meisten Lohnabhängigen anders vor, weshalb sie auf diese Forderungen eine Antwort geben mussten, die aber bei Wahlen oft nicht überzeugend und eindeutig ausfiel. Die dritte Ursache der deutschen Geldentwertung ist nach Georg Schiele die Überbevölkerung. Die Abhängigkeit der deutschen Nation mit einem Fünftel ihrer Ernährung vom Weltmarkt, ist zugleich der größt Exportmarkt Deutschlands. "Der innere Markt ist wie gelähmt durch die Wirtschaftspolitik der demokratisch-sozialistischen Masseninstinkte". Dadurch hängt ein Teil der Industriebevölkerung in der Luft, das heisst, er hat die Verbindung mit den Agrarpartnern auf dem Weltmarkt verloren.
Im Ergebnis der Reichstagswahlen vom 4. Mai 1924 müssen die Parteien der Weimarer Koalition DDP (-2,6%), Zentrum (-0,2%), SPD (-1,4%) und DVP (-4,5%) Stimmenverluste hinnehmen. Indes erringt im ersten Ansturm die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung von insgesamt 472 Sitzen zweiunddreißig und die KPD zweiundsechzig. Offenkundig drängt sich hier bei flüchtiger Betrachtungsweise den Kommentatoren und Analysten eben jenes Bild auf, dass der Simplicissimus in seiner Ausgabe vom 12. Mai 1924 mit der Karikatur
vorstellt: Die Nazis (NSFP) und Kommunisten (KPD), die Feinde der Demokratie, zusammen beim Ritt durch die Politik. Damit werden die Deutschnationalen bei den Demokraten eingeordnet. So entsteht das typisch öffentliche Meinungsbild, dass leichtfertig und zu nachsichtig mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und ihrer Verantwortung für die Wirtschafts- und Finanzpolitik (Alfred Hugenberg, Karl Helfferich, Oskar Hergt) umgeht. Deren Exponenten pflegen weiter das Feindbild gegen den Westen, infizieren die Massen mit einer strategisch angelegten Russland-Phobie, untergraben den Verfassungsstaat, arbeiten im örtlichen Rahmen eng mit dem Stahlhelm und gegen Ende der 20er Jahre mit der NSDAP zusammen. Von einem übersteigerten und aggressiven deutschen Nationalismus geleitet, kehrt mit der DNVP verstärkt die Rassenfrage in den Alltag zurück. Bereits am 2. September 1921 erklärte Oskar Hergt den Delegierten auf dem DNVP-Parteitag in München, dass die Judenfrage eine Rassenfrage sei (Bernd 2004, 120). Unter der Losung:
bedient der Wahlaufruf der DNVP vom 25. November 1924 massenwirksam völkische, nationalistische und antisozialistische Urinstinkte der Stadtbevölkerung. Nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933 übernimmt der nationalsozialistisch-deutschnationale Block die Macht. Bereits im Mai 1924 zieht er in Naumburg
Vom Sturm der nationalen Empörung gegen den Einmarsch der französisch-belgischen Truppen am 10. Januar 1923 ins Rheinland profitieren die Deutschnationale und Völkischen. Beide lehnen den Schmachparagraphen 231 des Versailler Vertrages und den Londoner Zahlungsplan vom 30. April 1921 zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen ab. Sie pflegen weiter das Feindbild gegen Frankreich, die Slawen und den Osten. Beide politische Richtungen wollen die Wehrhaftmachung durch militätische Aufrüstung. Anknüpfend an die Gefühle vom beengten Lebensraum und dem Volk ohne Raum (Hans Grimm 1926) scheint ihnen die Expansion möglich. Ihr innenpolitischer Hauptfeind sind die Marxisten (SPD) und Kommunisten (KPD). Innerhalb ihrer Parteien bestehen starke antisemitistische Tendenzen. Große Teile ihrer Mitglieder fremdeln mit der Demokratie. Wenn es in etwa so war, dann ergibt sich daraus noch eine andere Konsequenz, nämlich, dass es grundfalsch ist, und worin Alexander Michailowitsch Schifrin (1932) beizupflichten istz, dass deutsche Parteiensystem nach dem Schema
zu gliedern. Aus den Juli-Wahlen 1932 geht die NSDAP als stärkste Partei der Republik hervor. Ihren antidemokratischen Kurs gab sie trotz aller Legalitätsbeteuerungen, zum Beispiel von Adolf Hitler im September / Oktober 1930, nie auf. Vor allem weiss sie hier potenziell die DNVP an ihrer Seite. Der a n t i d e m o k r a t i s c h e n NSDAP stehen die bürgerlichen Parteien und Arbeiterparteien gegenüber. Mitten durch die demokratische Front verläuft im Kampf um die Mandate eine weitere Trennungslinie. Wohl verfügen die Arbeiterparteien über den gleichen oder ähnlichen soziologischen Blick auf die Gesellschaftsprobleme, aber sie sind nicht in der Lage, zur Institutionalisierung der Demokratie ein Bündnis zu flechten (Schifrin 1932). Zwischen ihnen liegen die bekannten tiefen Abgründe. SPD und KPD kämpfen an der demokratischen Front nicht zusammen. Verluste der Sozialdemokratie schmälern deshalb ihre Kampfkraft. Auf nationaler Ebene bildet die Kommunistische Partei eine Reserve der antidemokratischen Front. (Vgl. Schifrin 1932) Letztlich muss bei der politischen Beurteilung der KPD mit einfließen, dass sie auf kommunale Ebene oft eine starke und engagierte Arbeit leistete und demokratische Regeln achtete. Wenn man das übersieht, entstehen schnell ungerechte Urteile. Viele Abhandlungen unterziehen sich bis heute nicht der Mühe, dies ausdifferenziert darzustellen.
Für die
blieben im Mai 1924 lediglich 20,5 Prozent der Stimmen. Drei Tage später titelt die Leipziger Volkszeitung:
Das ist nicht wenig, kaschiert jedoch, dass die Arbeiterpartei unter den Erwartungen ihrer Anhänger blieb. Auf dem "Vereinigungsparteitag" am 24. September 1922 in Nürnberg schloss sie sich mit der USPD zusammen. Und so durfte man eigentlich aus diesem Sektor Wähler erwarten, was so nicht eintraf. In Naumburg erhielten die Sozialdemokraten gar nur 10 Prozent der Stimmen. Im Unterschied dazu konnte sich die KPD deutlich verbessern. Bei den Reichstagswahlen am 6. Juni 1920, 4. Mai 1924 und 7. Dezember 1924 stimmen
In der Naumburg Stadt waren es
Die Kommunistische Partei, stellt sich im Ergebnis der Reichstagswahlen am 7. Dezember 1924 heraus, kann das Tempo nicht halten und erreicht in Stadt und Land ihr Leistungsplateau. Ein Fakt, der aus vielen Gründen unbedingt Beachtung verdient, oft genug jedoch nicht wirklich berücksichtigt wird. Euphemische Losungen wie "Der Kommunismus in Deutschland marschiert" täuschen über die wirkliche Kampfkraft und Verankerung der Partei in der Bevölkerung hinweg. Das setzt sich in den Leitkommentaren der Presse fort, die sie zum Gewinner der Reichstagswahlen vom 4. Mai ausrufen. Was heist hier "Gewinner"? Welche Kriterien legt man dafür an. Zusammen oder koordiniert mit den Sozialdemokraten und bürgerlich-demokratischen Kräften, hätte sie den nationalsozialistisch-deutschnationalen Machtblock zurückdrängen müssen. Das aber machte ihre Parteipolitik unmöglich. Zum anderen ließ dies die sozioökonomische Stellung ihrer Mitglieder in der Gesellschaft nicht zu. Vermisst man mit dieser Elle die ´24 Wahlen, kann man das KPD-Ergebnis unmöglich als Erfolg aufnehmen.
Ein aufschlussreiches Ergebnis legt das Zentrum vor. Im Gegensatz zu den Völkischen und Deutschnationalen, war es bereit die demokratischen Grundlagen der Weimarer Republik zu festigen. Von 1919 bis 1932 stellte es fünfmal den Reichskanzler. Trotzdem schneidet es in Naumburg extrem schlecht ab. Nur 1,2 Prozent Bürger geben ihm die Stimme. Gewiss nimmt hierauf die konfessionelle Struktur der Stadt und die sich ausdifferenzierenden Bedürfnisse der Wählerschaft Einfluss. Eventuell schwingt in Teilen der Wahlbevölkerung noch ihre ablehnende Haltung zur Revolution 1918/19 mit. Zusammen mit den Reichstagswahlen am 4. Mai 1924 fanden die Preußischen Gemeinderatswahlen statt. Im Ergebnis zieht der Völkisch-soziale Block, was an anderer Stelle erörtert wird, und die KPD in die Naumburger Stadtversammlung ein.
Reichstagswahlen am 7. Dezember 1924 Dass nach den Mai-Wahlen gebildete Kabinett Marx II (Zentrum, DVP, DDP, BVP, Parteilose), stösst durch die Unterzeichnung des Dawes Plans - mit Zustimmung von Teilen der DNVP - bald auf unüberwindbare innenpolitische Schwierigkeiten. Parallel gehen die bürgerlichen Parteien zunehmend auf Abstand zur SPD. Enorme Schwierigkeiten bereitete die Wiedereinführung der seit 1914 ausgesetzten Agrarzölle. Die Arbeiterparteien opponieren dagegen. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Regierung von Wilhelm Marx von der bürgerlichen Rechten, die Rücksichtnahme auf die Sozialdemokraten aufzugeben und die Regierung nach rechts zu erweitern. Eine von ihm angedachte große Koalition unter Einschluss von SPD und DNVP war unrealistisch. Zudem musste der Reichskanzler immer wieder mit Widerstand von der DDP und Teilen des Zentrums rechnen. Koalitionsmöglichkeiten gab es - realistisch betrachtet - wenig bis keine. Reichskanzler Wilhelm Marx löste am 11. Oktober 1924 den Reichstag auf und setzte für den 7. Dezember 1924 Neuwahlen an. Aus diesem Anlass führt die
in Naumburg eine Wahlversammlung durch. Sie wird vom 2. Vorsitzenden der Ortsgruppe Oberlandesgerichtsrat Andres eröffnet und geleitet. Zu Gast ist der DNVP-Reichstagsabgeordnete Bernhard Leopold (1879-1962), ehemaliger Vorsitzender des Bergmannvereins in Halle. Oberlandesgerichtsrat Andres hält als Versammlungsleiter eine längere Ansprache, was vom Ablauf her betrachtet etwas außerhalb des Üblichen liegt. Die Wähler, moniert er, bekommen 18 Listen zum Reichstag und 17 Listen zum Landtag vorgelegt. "Aber das deutsche Volk kann von diesen Kindereien nicht lassen: jeder will seine besonderen wirtschaftlichen Schmerzen zu Geltung bringen." Die Wirtschaftspartei will die Handwerkerinteressen zur Geltung bringen und vor allem die erdrückenden Steuern, die von der sozialistischen Regierung stammen, senken. Das kann man nur, wenn man die S o z i a l d e m o k r a t e n zurückschiebt. Dazu bedarf es endlich eines
der Rechtsparteien, denn jede Zersplitterung kostet uns tausende von Stimmen, "die letzten Ende nur der Sozialdemokratie zugute kommen. "In der letzten Versammlung bei den N a t i o n a l s o z i a l i s t e n ist wohl jeder gepackt von dem Sehnen nach nationaler Einheit und Freiheit: es ist dieselbe Sehnsucht, die auch uns beherrscht. Warum also diese Zersplitterung, warum nicht durch das Eintreten in die geistesverwandte Deutschnationale Volkspartei [DNVP]) als rechter Flügel ein Stärken dieser Partei"? Wohl erstreben wir wie die NSDAP einen freien Arbeiterstand, was aber unseres Erachtens nur durch Stärkung des bodenständigen Unternehmertums möglich ist. Ihr wirtschaftlichen Ziele, betont er, können wir nicht mitmachen. Die D e m o k r a t e n reden dem Volke vor, dass die in der DNVP enthaltenen Elemente für den verlorenen Krieg verantwortlich sind. Doch, antwortet der stellvertretende Orts-Vorsitzende der DNVP, der Krieg hatte ganz andere Ursachen. Ein Fehler war, dass die Regierung gegen Ende des Krieges nicht gegen die zersetzenden Elemente vorgegangen ist. Obgleich uns an diesen verfehlten Maßnahmen keine Schuld trifft, fühlen wir uns verpflichtet, an dem Wiederaufbau nach besten Kräften mitzuarbeiten. Dann spricht, angekündigt als einer der fähigsten Köpfe der Partei, der Reichstagsabgeordnete der Deutschnationalen Volkspartei, Bernhard Leopoldt. Unser Volk, so seine Eröffnungsrochade, steht vor schweren Entscheidungen. Die wichtigste ist die zwischen rechts und links. Alle anderen Fragen sind nebensächlich. Dabei ist Zersplitterung im rechten Lager sehr bedauerlich. Die Stoßkraft der rechten Front wird geschwächt. Tausende Stimmen gehen verloren. In Vorbereitung auf die Reichstagswahlen veröffentlicht die Deutschnationale Volkspartei einen Wahlaufruf mit programmatischen Charakter, kurz und bündig und doch recht aufschlussreich.
Ihr Wahlprogramm kommentiert die DNVP mit folgenden Statements:
Für den 1. Dezember 1924 setzt das Landgericht Naumburg eine Berufungsverhandlung gegen Walter Fieker (Reußenplatz 14) an. Verhandelt wird ein Vorfall, der sich im letzten auf dem Kirschfest in Naumburg ereignete. Angeblich erfuhr der KPD-Mann vom der Gastwirt Moritz, dass der Bürgermeister 1/2 5 Uhr frühs von einem Polizeioffizier durch einen angetäuschten Fußtritt aus dem Rösenbergschen Zelt hinausbefördert wurde. Am 26. Juli machte er auf einer Vollversammlung der KPD im Ratskeller von Naumburg das "Stadtereignis" publik. Ob das vom Dekormaler geschickt war, Bürgermeister Karl Roloff wegen eines zu diesen Festtagen üblichen Saufgelage bloßzustellen, darf man bezweifeln, zudem es ihm nicht schwerfiel, die Richtigstellung unter Rückgriff von Zeugen überzeugend vorzutragen. So blieb dem Amtsgericht Naumburg in der ersten Verhandlung kaum etwas anderes übrig, als den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung des Bürgermeisters zu 300 Mark Strafe zu verurteilen. Sowohl der KPD-Mann wie die Staatsanwaltschaft legten Revision ein, die nun zufällig drei Tage vor der Reichstagswahl, also am 1. Dezember, verhandelt wurde. Wegen Herabwürdigung der Person des Bürgermeisters beantragte die Staatsanwaltschaft vier Wochen Gefängnis. Das Gericht entschied sich für eine Strafe von 200 Mark. Damit konnte die KPD sechs Tage vor der Reichstagswahl in weiten Bevölkerungskreisen nicht Punkten. Zwischen den beiden Reichstagswahlen organisiert sich im Juli 1924 der Rotfrontkämpferbund. Obwohl er sich in Konkurrenz zum am 22. Februar 1924 gegründeten Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold begreift, arbeiten beide Organisationen in Naumburg bei verschiedenen Gelegenheiten zusammen. Ob diese spontanen oder systemischen Ursprungs, kann bei gegebener Nachrichtenlage nicht zweifelsfrei geklärt werden.
Die
mit dem Rückblick auf die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts nach 1918. Diesmal, betonen sie, geht es darum,
Keine einfache Sache, denn mittlerweile fühlen sich viele Bürger recht- und wehrlos und wollen wieder an die Waffen, was politisch und ideologisch unter Wehrhaftmachung firmiert. Die SPD warnt die Wähler der KPD. Weil durch ihre Wahl die Sozialdemokraten geschwächt in den Kampf ziehen, könnte es den Deutschnationalen gelingen, befürchtet am 8. August 1924 die Volksstimme (Magdeburg), zur Macht zu gelangen. Sie werden dann bald merken, dass sie eigentlich die Deutschnationalen ausgesucht hatten.
Die
wirft sich in Vorbereitung der Wahlen auf die SPD. Friedrich Ebert macht sie für den Munitionsarbeiterstreik verantwortlich, schiebt ihnen die Schuld an Versailles zu und behauptet, dass sie das Volk 1918 um den Sieg betrogen hat. Ebenso lasch bewegt sich gegenwärtig die Deutsche Volkspartei (DVP). Statt die Kriegsschuldfrage wieder aufzurollen, unterzeichnete der Stresemann den Dawes-Plan. Zu allem Überdruss trugen sogar Teile der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) diese Erfüllungspolitik mit. Daraus schlagen die Gegner der Republik weiteres politisches Kapital. Es kommt, was kommen musste: In sechs Jahren Parteienwirtschaft ist Deutschland verludert. Sie verrät und verschachert alles. Soll das so weitergehen? Mehr Frontkrieger ins Parlament, fordert die NSFP. Sie ruft:
Einen Tag nach Totensonntag lädt die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung alle Bürger der Stadt zur Wahlversammlung ein. Vor den zwei Sälen des Ratskellers, die mittlerweile übervoll, herrscht grosser Andrang. 8 Uhr abends eröffnet die Versammlung. Zunächst erinnert der ehemalige Weltkriegsoffizier, was in der Stadt mit den ehemals vielen Kasernen und der ehemaligen Kadette immer gut goutiert wird, an den gestrigen Trauertag zu Ehren der zwei Millionen Frontkämpfer. Nicht nur ihnen, auch den Opfern von München, die "vor Jahresfrist unter den Kugeln Deutscher für Deutschlands Auferstehung" fielen, wollen sie nicht vergessen, sagt er. Wir müssen das Vermächtnis unserer Brüder bewahren. Unsere Zukunft wird, wie der Führer Ludendorff vorhersieht, "völkisch sein oder nicht". Eindringlich wendet sich der Redner an die gebildeten Schichten, sich endlich mit der Bewegung zu befassen. Nicht Fichte, nicht Arndt haben vor einhundert Jahren Preussen befreit, auch nicht die Soldaten allein, sondern Preußens Auferstehen verdanken wir der Bauernbefreiung des Reichsfreiherrn von Stein. Unsere Befreiung, zelebriert Uebelhoer, ist die "Befreiung des deutschen Arbeiters." Die nationalsozialistische Bewegung prangert damit einen Mangel der gebildeten Schicht und des satten Mittelstandes an, die sich um die Seele des deutschen Arbeiters bisher kaum kümmerte. "Und wie Luther vor den Toren Wittenbergs die Bannbulle des Papstes verbrannte, so verbrennen wir den Aufruf der Regierung, der zu unserer Zertrümmerung aufforderte." Spontaner Beifall. Dann spricht Unvermittelt verteufelt er die Annahme des Dawes-Plans. Dafür gaben 48 DNVP-Abgeordnete ihre Stimme her. Unverzeihlich, dieser Verrat der Männer von Schwarz-Weiss-Rot, was der Bewegung den Glauben an die Reinheit ihrer nationalen Idee nahm. Eine Schande!
Die Deutschen sind versklavt, hallt es durch den Ratskellersaal. Noch schlimmer erscheint dem Referenten, Deutschlands Aufsicht durch die "internationale Notenbank". Hinzukommt der Raub unserer Eisenbahn. Als Stinnes die Hand nach ihr ausstreckte, protestierten die Gewerkschaften. Und jetzt, was passiert jetzt? Zum Schluss fordert Wolf-Heinrich Graf Helldorff die Aufhebung der 3. Steuernotverordnung, um ihren Raub und Diebstahl am deutschen Volk zu sühnen. Eine sozial gerechte Aufwertung ist dringend geboten. Der Durchsetzung dieser Forderung nimmt sich Doktor Paul Seiffert (1866-1936) an, Landeserziehungsrat a. D. und Vorsitzender der Spitzenorganisation der Sparer- und Hypothekenaufwertungsverbandes. Er zieht über die Liste der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung in den Reichstag ein, verlässt die Fraktion aber im Frühjahr 1927 und schliesst sich am 7. Februar 1928 der Volksrechtspartei an. Wieder missbrauchten besonders die Rechten die nationale Frage als probates Mittel, um von durchgreifenden und wirklich wichtigen gesellschaftspolitischen Fragen abzulenken. Wohl wandte sich das liberal-demokratische Bürgertum gegen die Intentionen der völkischen und nationalsozialistischen Bewegung. Doch ist dieser Protest oft kaum wahrnehmbar. Arthur Graf von Posadowsky-Wehner (Naumburg) repräsentiert das konservativ-demokratische Bürgertum. Wo artikuliert es sich nachhaltig?
Robert Heidenreich (1883-1932) von der Deutschen Volkspartei (DVP) spricht am Abend des
Zunächst weist er scharf die ideologischen Mittel zurück, zu denen die Demokraten greifen. Mit Handgreiflichkeiten ist der politische Widersacher nicht zu überzeugen. Vor allem die politische Linke charakterisierte die DVP als Partei der Schwerindustrie. Hierauf erwidert der Landtags-Spitzenkandidat in Naumburg:
Zumndest im Kontext des Wahlkreises 12 Merseburg ist das irreführend. Seit der Reichstagswahl am 6. Juni 1920 vertritt hier Carl Cremer (1876-1953) die DVP. Symbolhaft verkörpert er als Geschäftsführer der Überseedienst GmbH und Generaldirektor der Nachrichtenagentur Telegraphen Union (T.U.) die industriefreundliche Haltung seiner Partei. Im Kampf um das Reichstagsmandat äusserte er in einer Wahlversammlung nach Auskunft der Saale-Zeitung (Halle):
Referent Robert Heidenreich steht zur Republik, anerkennt die Ergebnisse vom November 1918 und reüssiert mit den Slogen:
Da besinnt er sich, als wenn er das Raunen im Saal vernommen und die Wahlstimmen schon in der Urne der Deutschnationalen Volkspartei flattern sah, und schiebt nach:
Im Dezember 1929 eignet sich die Partei zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise die Denkschrift "Aufstieg oder Niedergang?" an. Sie wurde vom Reichsverband der Deutschen Industrie (RDI) herausgegeben und mit der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (VDA) abgestimmt. Ihre wichtigsten Forderungen lauten: Steuererleichterungen für Unternehmer, Abschaffung der Zwangsschlichtung, Senkung der Staatsausgaben und Reform der Arbeitslosenversicherung durch "Ersparnismaßnahmen, nicht aber durch erhöhte Beiträge". 1931 bietet DVP-Vorsitzender Eduard Dingeldeys (1886-1942) in einem persönlichen Brief Adolf Hitler "die Möglichkeit einer wirklichen Zusammenarbeit" an. Im Wahlkampf zu den Juli-Wahlen 1932 wird die Partei eine Listenverbindung mit der DNVP eingehen. Zwei Tage vor der Wahl, war am politischen Himmel ein kleines, hoffnungsvolles Wetterleuchten zu sehen. Die Sparkasse Naumburg teilt mit, dass laut 3. Steuernotverordnung und der hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen die Sparer bis zum 31. Dezember 1924 ihre Guthaben zur Aufwertung angemeldet haben müssen. Nun wird es bald besser. Alles nicht so schlimm. Oder doch? Im Ergebnis der Wahlen erhalten SPD und DVP mit ihren Ergebnissen die Hoffnungen, weiter als gestaltende politische Kraft zu wirken. Ein Vergleich ihrer Stimmenanteile bei den Reichstagswahlen 6. Juni 1920 - 4. Mai 1924 - 7. Dezember 1924 ergibt folgende Zahlenreihe:
und
Offenbar gelang es der DNVP in Naumburg einige Wähler von der Deutschen Volkspartei (DVP) abzuwerben. 1 816 Bürger (= 10,8 Prozent) entscheiden sich für die Nationalsozialistische Freiheitspartei (NSFP). Gegenüber den Mai-Wahlen bedeutet dies in Naumburg einen drastischen Rückgang (4.3328 / 1.816), also von 28 auf 11 Prozent Stimmenanteil. Wahrscheinlich liegen die primären Ursachen dafür in den innerparteilichen Auseinandersetzungen über den politischen Kurs. (Siehe Kapitel: Die NSDAP in Naumburg).
Die DNVP verbessert ihr Ergebnis im Reich von 1920 bis Ende 1924 von 15,1 / 19,5 auf 20,5 Prozent. In der Geburtsstadt von Oskar Hergt schnitt sie mit
noch besser ab. Bei den Dezember-Wahlen stimmen für sie nochmal 1 600 Bürger mehr als zu den vorhergehenden Reichstagswahlen. Im Vergleich zum Juni 1920 verdoppelt sie damit sogar ihren Stimmenanteil. Im Wahlbezirk Merseburg, wozu der Stadtkreis Naumburg (Saale) gehört, votieren für die Deutschnationalen 195 659 Personen. 1920 waren es 132 330. Der Völkisch-soziale Block (VSB) erhielt 61 756 Stimmen. (Die SPD 110 963.) Mit der Ablehnung des Dawes-Plans entspricht die DNVP den Erwartungen der politischen Rechten. Darauf beruht ihr Wahlerfolg. Ungeachtet dessen stimmt die Hälfte ihrer Reichstagsfraktion am 29. August 1924 für den Vertrag. Oskar Hergt tritt am 23. Oktober 1924 als Parteivorsitzender zurück. Trotzdem sprechen der DNVP 40 Prozent der Naumburger Wahlbürger zu den Reichstagswahlen am 7. Dezember 1924 ihr Vertrauen aus. Die Folgen der Hyperinflation sind in der Bevölkerung moralisch und finanziell nicht verarbeitet. Die politischen Auseinandersetzungen darüber, besonders zur Aufwertung, dauern an. Wie im Naumburger Wahlaufruf vom 24. November 1924 zu sehen, neigt sich die DNVP zumindest verbal den Sorgen der Inflationsgeschädigten zu und fordert:
Indem der ehemalige Oberlandesgerichtspräsident von Darmstadt und Reichstagsabgeordnete Doktor Georg Best (1855-1946) für die Aufwertung eintrat, zog viele Stimmen für die DNVP an sich. Er wurde gewählt. Doch die DNVP-Fraktion sabotierte im Interesse der Industrie und Landwirtschaft seinen Gesetzesentwurf, woraufhin er sich im Juni 1925 der Völkischen Arbeitsgemeinschaft anschloss. (Bernd 2004, 382) Möglicherweise verhalfen der DNVP noch zwei andere politische Dauerthemen zu dem passablen Ergebnis: Der Widerstand gegen die ausländische Militärkontrolle und der Protest gegen die Verpfändung der Reichsbahn. Überdies trug die einschmeichelnde Wahlorganisation der Partei etwas zum Erfolg bei. Diejenigen unserer Mitglieder, die aus Gesundheitsrücksichten nicht zur Wahl können, annonciert die DNVP am 17. November 1924 im Naumburger Tageblatt,
Die
Rechtsparteien konnten im Wahlkampf auf erhebliche finanzielle Mittel
zurückgreifen, die Deutschland in dieser Höhe bisher überhaupt
nicht kannte. Die Grossagrarier und die Industrie, von denen sich viele
während der Inflation entschulden konnten, geizten nicht mit Zuwendungen.
Zur Finanzierung des Wahlkampfes erhob die Schwerindustrie unter ihren
Mitgliedern eine Steuer von 2 bis 4 Mark pro Kopf des beschäftigten
Arbeiters. (Vgl. Heimann 1925, 13)
1925:
Die Grosse
Reichspräsident Friedrich Ebert war am 28. Februar 1925 gestorben. Arthur Graf von Posadowsky-Wehner (Naumburg) bereitet die politische Reife des Bürgers Sorge. Es werden Neuwahlen ausgerufen. 68,9 Prozent der wahlberechtigten Bürger nehmen daran teil und verteilen ihre Stimmen am
aber so, dass keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhält. Um das Präsidentenamt hatten sich beworben: Karl Jarres (DVP/DNVP), Otto Braun (SPD), Wilhelm Marx (Zentrum), Heinrich Held (BVP), Willy Hellpach (DDP), Erich Ludendorff (Deutsch-völkisch bzw. NSDAP) und Ernst Thälmann (KPD). Ein zweiter Wahlgang wurde notwendig. Heinrich Held (BVP) seine Kandidatur zurück. Wilhelm Marx vom republikanischen Volksblock kandidiert gegen Paul von Hindenburg, dem antirepublikanischen "Reichsblock". Der Kandidat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Ernst Thälmann ist Außenseiter. Sozialdemokraten (SPD), Deutsche Demokratische Partei (DDP) und Zentrum bilden den Volksblock. Sie treten zum Kampf gegen die Hindenburgfront an.
Hingegen unterstützt die Deutsche Volkspartei (DVP) den Sieger von Tannenberg. Ihre Ortsgruppe mit dem Vorsitzenden Landgerichtsrat Lohmeyer lädt in Vorbereitung auf die Wahl
zur Versammlung in den Rathaussaal von Naumburg ein. Die Menge hört Pastor Zeidler zu:
Am Vorabend zum zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl rufen in Naumburg die Vaterländischen Verbände zum Fackelzug auf.
"Der deutsche Reichspräsident Hindenburg hurra, hurra", schallte es durch Naumburg. Begleitet von zwei Kapellen bewegt sich ein riesiger Menschenpulk vom Kaiser-Friedrich-Platz durch verschiedene Stadtteile zum Markt. Tausende Anhänger der Deutschnationalen, Alldeutschen und Deutschvölkischen waren gekommen. Kamerad Loewe vom Bund der Frontsoldaten hält die Rede. Er spricht über den Sieg bei Tannenberg und davon, wie Hindenburg den Erbfeind im Westen verjagte. Der Stahlhelmführer definiert die bevorstehende Wahl als einen Wendepunkt in der Geschichte. "Ein strammer Vorbeimarsch vor dem Führer auf der Vogelwiese beendet die eindrucksvolle Feier."
Paul Hindenburg wird am 26. April 1925 im zweiten Wahlgang mit 48,3 Prozent der Stimmen (= rd. 14 639 000) zum Reichspräsidenten gewählt. Die Rechtsparteien jubeln. - Jürgen Falter (1986, 17, 147) wies nach, dass der Wahlerfolg der Nationalsozialisten von 1932 mit keinem anderen Ergebnis stärker korreliert als mit der Hindenburg-Wahl von 1925. In Naumburg Stadt und Naumburg Land können sie ihren Stimmenanteil im Vergleich zum ersten Wahlgang erhöhen. Thälmann und Marx verlieren etwa 10 Prozent der Stimmen. Am Tag nach der Wahl titelt der sozialdemokratische Vorwärts (Berlin) auf Seite eins oben:
"Hindenburg, monarchistischer Präsident einer Republik, die eine republikanisch gesinnte Mehrheit hat? Gellender Wahnsinn! Wahnsinn aus Moskaus Küche." Der Kommentar stellt darauf ab, dass die KPD-Wähler mit ihrer Stimme für Thälmann dem Kandidaten Marx (rd. 13 753 000 Stimmen) rund 1 932 000 Voten entzogen hatten. Das Land leiten jetzt nicht mehr die Mitte-Links Parteien, sondern die Rechtskoalition aus Zentrum, Deutscher Volkspartei und Deutschnationalen. Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) regiert mit. 1928 wird diese Koalition die Reichstagswahlen verlieren. Warum aber Hindenburg? Worauf gründet sein märchenhafter Ruhm, fragt Carl von Ossietzky 1927. "Sein deutsches Publikum will Agamemnon, will den Helden. Und sieht deshalb die nüchterne Wirklichkeit in einer Verklärung von Kriegsglanz und Staatsmannsweisheit." .. "Vergessen, dass sein beliebter Name ebenso wie der Ludendorffs die Politik der Kriegsverlängerung gedeckt hat." Der Nachbarort Bad Kösen gedenkt dem 80. Geburtstages ihres Ehrenbürgers Paul von Beneckendorff und von Hindenburg, Reichspräsident und Generalfeldmarschall. Der Magistrat, Stahlhelm, Jungdo, Wehrwolf und Kriegerverein ruft zum Sonntag, den 2. Oktober 1927, auf:
Dazu ruft das Naumburger Tageblatt "Die grosse Hindenburg-Mehrheit unseres Wahlkreises" auf: "Scharen wir uns um den getreuen deutschen Ekkehard." - Um einen Kriegsverlängerer und Antidemokraten? Eine Frage, die damals nur wenige stellen. Oder war alles ganz anders? Vielleicht können sich jetzt erstmals die kaisertreuen, rechtsnationalen, konservativ denkenden Bürger, speziell die mit dem Stahlhelm, Wehrwolf, Kolonialgesellschaft verbandelt sind, über den ehemaligen Ersatzkaiser mit der Weimarer Republik identifizieren? Die Wahl von Hindenburg stärkte die Rechte und den rechten Nationalismus. Wird jetzt alles besser? Das Ruhrgebiet ist "befreit". Der Locarno-Vertrag wird am 1. Dezember 1925 in London unterzeichnet. Die Hyperinflation ist gestoppt. In den nächsten drei vier Jahren erholt sich, verspricht die Statistik der Volkswirtschaft, das Land ökonomisch. Doch in Naumburg wirken die Folgen der Hyperinflation fort: Unterbeschäftigung, Überangebot an Dienstleister, Investitionsschwäche. Noch ist die örtliche NSDAP bei Weiten keine Massenpartei und ist damit beschäftigt, ihren Kurs zu finden. Von der norddeutschen NSDAP ausgehend droht ihr eine Spaltung in Verräter (Hitler) und revolutionäre Nationalsozialisten.
[Aufruf] "An alle Bewohner von Naumburg Stadt und Land zur Sammlung der Ruhrhilfe". "Naumburger Tageblatt", Naumburg den 25. Januar 1923 Bernd, Hans Dieter: Die Beseitigung der Weimarer Republik auf "legalem" Weg. Die Funktion des Antisemitismus und der Agitation der Führungsschicht der DNVP. Dissertation. Angefertigt im Fachbereich ESGW. Neue Deutsche Geschichte, Fernuniversität Hagen. Aachen, Dezember 2004 Denkschrift über den Ausbau der Besteuerung von Inflationsgewinnen. Ausgegeben am 23. April 1925. Reichstagsprotokolle. N 803, 1924/ 28,17. Der Reichsminister der Finanzen. Herausgegeben vom Reichsfinanzministerium. Berlin, April 1925 Der Aufmarsch zur Wahlschlacht: Aus: Vorwärts. "Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Freitag, den 24. April 1925, Seite 3 Der Wahlaufruf der Deutschnationalen Volkspartei. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 25. November 1924 Der Kampf um die Aufwertung. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten werktätigen Volkes." Leipzig, den 14. Juli 1925 [DDP] Wie werden wir wieder frei? [Wahlwerbung der Deutschen Demokratischen Partei, DDP]. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 3. Mai 1924 Die Sachverständigen-Gutachten: die Berichte der von der Reparationskommission eingesetzten beiden Sachverständigenkomitees vom 9. April 1924 nebst allen Beilagen. Einzige autorisierte Ausgabe in Auftrage des Auswärtigen Amtes amtlicher Text der Reparationskommission in französischer und englischer Sprache und amtliche deutsche Übertragung. Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin 1924 Die grosse Hindenburg-Mehrheit unseres Wahlkreises. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 27. April 1925 Deutschnational kämpft für Schwarz-Weiss-Rot! [Wahlkampagne der DNVP] "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 6. Dezember 1924 [DVP] Das Programm der Stinnes Partei. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Volkes." Leipzig, den 11. November 1922 100 Sozialdemokraten. "Volksstimme. Tageszeitung der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei." [Abkürzung VS] Magdeburg, den 8. Mai 1924 Eine Wahl der Verärgerung. 1. Beiblatt zu Nr. 260 der Saale-Zeitung. Abend-Ausgabe, Halle, den 7. Juni 1920 Falter, Jürgen, Thomas Lindenberger und Siegfried Schumann: Wahlen und Abstimmung in der Weimarer Republik. Materialien zum Wahlverhalten 1919-1933. Verlag C.H. Beck, München 1986 Fischart, Johannes: Oskar Hergt. Die Weltbühne, XVIII. Jahrgang, 26. Januar 1922, Nummer 4, Seite 85 bis 88 [Heidenreich] Landtagskandidat Heidenreich über "Das wahre Gesicht der Deutschen Volkspartei". "Naumburger Tageblatt". Naumburg, den 6. Dezember 1925 Heimann, Hugo: Der Kampf um die Aufwertung. Von Helfferich bis Hindenburg. Verlag J. H. W. Dietz Nachf., Berlin 1925 Heydeloff, Rudolf: Staranwalt der Rechtsextremen. Walter Luetgebrune in der Weimarer Republik. In: Vierteljahres Hefte für Zeitgeschichte. München, 32 (1984) Heft 3, Seite 373 bis 421 Hindenburg von Thälmanns Gnaden. Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei. Berlin, den 27. April 1925 Holzbach, Heidrun: Das "System Hugenberg". Die Organisation bürgerlicher Sammlungspolitik vor dem Aufstieg der NSDAP. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1981 [Keil, Wilhelm] Redebeitrag des Abgeordneten Keil, SPD. Zweite Beratung des Aufwertungsgesetzes. 91. Sitzung, Freitag, den 10. Juli 1925. Verhandlungen Reichstages. III. Wahlperiode 1924. Band 386 Stenographische Bericht vom 12. Juni 1925 bis 17. Juli 1925. Druck und Verlag der Reichstagsdruckerei, Berlin 1925, Seite 2934 bis 2941 Liebe, Werner: Die Deutschnationale Volkspartei 1918-1924. Droste Verlag, Düsseldorf 1956 Marktsturz und Reichstag. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands." Berlin, den 20. April 1923 (Siehe auch: Stinnes` Pfundgeschäfte. Ebenda, 23. Juni 1923) Naumburg am Wahltage. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 8. Dezember 1924 Naumburg im Kerzen und Fackelschein. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 29. April 1925 Öffentlicher Sprechabend der Nationalsozialisten über "4 Jahre Dawesmonarchie in der Republik". "Naumburger Tageblatt", Naumburg, dem 30. August 1928 Ossietzky, Carl von: Hindenburg sein Ruhm. Die Weltbühne. Berlin, 27. September 1927. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 110 bis 114 [Parteiversammlung der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) Ortsgruppe Naumburg, der Nationalsozialisten und anderer.] "Naumburger Tageblatt", Naumburg den 2. Dezember 1924 Pfanner, Helmut F.:
Karl Jakob Hirsch: Schriftsteller, Künstler und Exilant: Eine Biographie
mit Werkgeschichte. Koenigshausen & Neumann, Würzburg 2008, Seite 41
Posadowsky-Wehner, Arthur Graf von: Wahlbeteiligung ist politische Reife. "Naumburger Tageblatt", Naumburg den 25. April 1925 Posadowsky-Wehner, Arthur Graf von: Die Technik der Aufwertung. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 5. Dezember 1925 [Reichskrone, Mitteilung über die] "Naumburger Tageblatt", Naumburg den 3. Mai 1924 Schifrin, Alexander: Sprengstoffe in der deutschen Politik. In: Der Kampf. Sozialdemokratische Monatszeitschrift. Jahrgang 25. Februar 1932. Nummer 2, Seite 49 bis 58 Schiele, Georg Wilhelm: Währungsverfall und Reparationen. Reichenbachsche Verlagsbuchhandlung. März 1924 Schüddekopf, Otto-Ernst: Nationalbolschewismus in Deutschland 1918-1933. Ullstein Buch. Frankfurt / Main - Berlin - Wien 1973 Sieg. "Naumburger Tageblatt." Naumburg, den 27. April 1925 Simplicissimus. Stuttgart,
München 1896 bis 1944. Online-Edition. [Spahn, Martin] Reichstagsabgeordneter Martin Spahn in Naumburg. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, am 25. Januar 1925 [SPD] Die Partei der Einigkeit [Entschliessung der Reichskonferenz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands]. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands." Berlin, den 7. Mai 1920 [StaVerSit] Öffentliche Stadtverordneten-Sitzung. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 8. Juli 1922 Sternthal, Friedrich: Jubiläum eines Propheten [Zu Oskar Hergt]. Die Weltbühne XXIV., Jahrgang, Nummer 3, Berlin, den 17. Januar 1928, Seite 110 [Stinnes] Hugo Stinnes sagt den Kampf an. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 10. November 1922 Stinnes geht zum Angriff über. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Volkes." Leipzig, den 10. November 1922 Über die Wahlversammlung der National-Sozialistischen Freiheitspartei. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 25. November 1924 Versammlung der Deutschen Volkspartei. "Naumburger Tageblatt". Naumburg, den 25. April 1924 Volk, entscheide Dein Schicksal. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 18. April 1924 Vorwärts zur Freiheit. [Wahlkampagne der DFVP]. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 6. Dezember 1924. Wahlaufruf der Deutschnationalen Volkspartei. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 25. November 1924 Wahlausschuss Hindenburg. Vortrag des Pastors Zeidler aus Holzhausen. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 20. April 1925 [Wahlversammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 28. November 1924]. "Naumburger Tageblatt", Naumburg den 2. Dezember 1924
Plakat: Fester Kurs für die Republik! Wählt Otto Braun, Reichspräsidentenwahl 29. März 1925. Künstler: Gottfried Kirchbach. Friedrich-Ebert-Stiftung. Archiv. www.fes.de, Archiv der sozialen Demokratie, Download Angebote, 2008 Plakat: Arbeiter! Wählt Eure Partei. Die Sozialdemokratie. Reichstagswahl 4. Mai 1924 oder 7. Dezember 1924. Künstler: Georg Wilke. Friedrich-Ebert-Stiftung. Archiv. www.fes.de, Archiv der sozialen Demokratie, Download Angebote, 2008 Plakat: Wahlwerbung der KPD zur Reichstagswahl am 4. Mai 1924. Friedrich-Ebert-Stiftung. Archiv. www.fes.de, Archiv der sozialen Demokratie, Download Angebote, 2008
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Geschrieben: April 2005. Aktualisiert: 18. Juni 2008 |