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Die Russen kommen!
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Die Russen kommen!

 

"Es trat eine solche Lage ein, daß wir ca. 2 Tage ohne Besatzung waren. Ein sowjetischer Sergeant, sein Bursche und Dolmetscher suchten den damaligen Oberbürgermeister Schaffernicht in dessen Wohnung auf. Sie wollten mit der Stadtverwaltung in Verbindung treten Bei dieser Unterredung war ich auch anwesend", berichtet Paul Zeitschel (KPD). Und weiter:

"Schaffernicht bot dem sowj. Sergeanten das Schwarze Roß an, das lehnte er jedoch ab. Er wollte nur 1 Raum für sich und 1 Raum für seinen Burschen. … 1 Tag später kam die Rote Armee ....." (Paul Zeitschel)

 

Dr. Volkhard Jung:

"Immerhin waren ja wenigstens die Amerikaner zuerst gekommen und nicht die Russen."

(Dr. Volkhard Jung)

Die Angst vor den Russen und dem Bolschewismus ist groß. Sie sitzt tief. Mit dem Näherrücken der Front steigt sie noch. "Mich beschleicht ein tiefes Grauen: Was ist, wenn sie, vor allem die Russen, immer näher kommen?", äussert eine Zeitzeugin. "Werden sie dann auch hier kämpfen und schießen? Geht dann auch in Naumburg alles kaputt? Was machen sie mit uns? Werden sie uns am Leben lassen, oder - ? Wir holen tief Luft und versuchen die Beklemmung durch Geschnatter von uns abzuschütteln, wenn wir nach dem Frontbericht die Treppe zu unseren Zimmern hinauf stürmen. - Aber nachts haben wir meist Ruhe. Die Bombengeschwader berühren unsere Gegend selten." (Lieback 2006)

Die Geschichte vom Bolschewiken in der Badewanne erzählt wie unterschiedlich, ja gegensätzlich, die Haltung der Naumburger zu den Russen, ihren Feinden, ist.

 

Ingo Reich:

"Völlig anders der Eindruck, den die sowjetischen Truppen machten, die die Amerikaner vertragsgemäß nach einigen Monaten ablösten."

(Ingo Reich)


Zum einen resultiert die Angst vor den Russen aus bestimmten Ereignissen und Gerüchten in Verbindung mit dem Vorrücken der sowjetischen Streitkräfte auf deutschen Boden. Immer latent, die Angst um die Frauen. "Ja, und damit unsere Mutter, unsere Tante und unsere Schwestern nicht auch noch vor Schmerzen weinen sollten," erinnert sich ein Naumburger, "spielten mein Bruder und ich "Begleitschutz", wild entschlossen, mit unseren "Totschlägern" die Russen zu vertreiben, sollten sie sich nähern und handgreiflich werden. Ich weiß nicht, welche Engel uns damals behütet haben, wir brauchten nicht die Ehre unserer Frauen zu verteidigen." (Gatzen 2006)

Zum anderen waren der Antikommunismus und der Kampf gegen den bolschewistischen Untermenschen ein Grundzug der nationalsozialistischen Politik und Propaganda. Dies zeigt sich zum Beispiel an der Haltung vieler Bürger zur militärischen Niederlage des Faschismus, die noch lange Zeit in der Vorstellung vom "Zusammenbruch" weiterlebt, nicht aber in Begriffen wie "Niederlage" und "Befreiung". - Nun heißt es am 3. Juli 1945 in der Stadt:

Die Russen sind da!

Im Befehl Nummer 2 vom 6. Juli 1945 fordert Stadtkommandant Oberstleutnant Jeremin die Abgabe aller Waffen. Der Aufenthalt auf der Straße ist von 6 bis 23 Uhr gestattet. Im selben Monat setzt er Oswald Schaffernicht, seit 1923 Kämmerer, als Oberbürgermeister ein. Walter Höhne wird Bürgermeister.

 

Dr. Volkhard Jung:

"Die Russen kamen später im Juli 45 in langen Kolonnen mit Panjewagen, da waren sie schon zivilisierter, aber Fahrräder nahmen sie einem dennoch weg, wenn man alleine war."

(Dr. Volkhard 2006)

 

Politische Wendemanöver. Zunächst erstmal als symbolischer Akt.

"In hohem Bogen in den Müll flog das Hitler Bild",

berichtet vom Tag des Einmarsches der Amerikaner am 12. April 1945 Hubert Bjarsch.

"Weshalb das Hitler-Bild an der Wand gehangen hatte, erklärte mir meine Mutter jetzt so: Das habe sich so gehört wegen der Besucher, z. B. der Kollegen meines Vaters." (Bjarsch 91)

"Man muss mit den Wölfen heulen!" (Ebenda 99)

lehrte die Mutter ihren Sohn Hubert (geboren 1935) in Naumburg während der Nazi-Zeit. Derselbe Zeitzeuge berichtet dann über den Fahnenwechsel in Jakobsstraße:

"Ich ging an diesem Tag [im Juli 1945] in die Stadt, kam in die Jakobsstraße und dachte für einen Moment, ich spinne! Die gesamte Straße war beflaggt mit roten Fahnen! Und sehr eigenartige rote Fahnen waren das: allesamt hellrot mit einem großen runden dunkelroten Fleck in der Mitte - die Mitte also unverblichen! Simsalabim! So wurde aus einem "Ehrentuch des Nationalsozialismus" ein ebensolches des internationalen Sozialismus - Simsalabim." (Bjarsch 108)

 

Paul Zeitschel:

"… 1 Tag später kam die Rote Armee nach Naumburg. Sie marschierten die Weißenfelser Straße entlang in Richtung Weimar. Sie wurden nicht besonders begrüßt. Unsere Menschen standen an den Straßen und unterhielten sich z.B. darüber, daß die Amerikaner motorisiert gekommen wären, die Freunde dagegen zu Fuß."

(Paul Zeitschel, KPD)

 

Die Mutter von Hubert Bjarsch lehrte doch aber ihren Jungen

"Das habe sich so gehört wegen der Besucher ...."

Ein Anpassungsprozess also. Warum versteht er dann aber nicht den Fahnenwechsel auf der Jakobsstraße?

Wie wir sahen, gab es in Naumburg seit den zwanziger Jahren im konservativen Bürgertum eine weit verbreitete Abwehrhaltung gegenüber Sowjetrussland. Es gab dafür nicht nur sachliche Gründe. Sondern sie manifestierte sich vor allem als Ergebnis einer irrationalen bis pathologischen Verarbeitung des Sozialismusproblems. Deshalb war es den Nationalsozialisten ein Leichtes, ohne moralische Gegenwehr aus dem Bürgertum den Kampf gegen die bolschewistischen Untermenschen zur historischen Aufgabe zu machen. Niemand glaubte wohl ernsthaft daran, dass sich dies mit dem 12. April 1945 schlagartig verliert. Vielmehr determeniert es weiter die politische Wahrnehmung und das Erinnern. Einem wurde es absolut nicht gerecht, nämlich was General Dwight D. Eisenhower im bereits zitierten Flugblatt vom 13. April 1945 an die Naumburger über den deutschen Militarismus mitteilte. War man denn nun einmal antisozialistisch eingestellt, konnte man allein der Korrektheit wegen nicht alles, was nun mal die Folge der verbrecherischen deutschen Politik der Jahre 1933 bis April 1945 war, den Russen anlasten.

 

Helga Körber:

"Nach Monaten gingen die Amerikaner wieder, W
ochen der Leere traten ein, bis schließlich die Russen kamen. Man erzählte sich Geschichten, dass die Russen mit Fußlappen gelegt, unzivilisiert seien, sehr gewalttätig wären und es auf Frauen und Mädchen abgesehen hätten.

Tatsächlich kamen die Russen mit amerikanischen Fahrzeugen, Panjewagen und als Einspänner und vergleichsweise weniger Soldaten. Auch sie nahmen Quartier im O-berlandesgericht und bauten eine Pferdestall am Domplatz. Die Russen lebten sehr einfach im Vergleich zu den Amerikanern. Sie aßen in der Regel Brot und Zwiebeln, tranken Wodka. Aber auch um diese Essensmöglichkeit bettelten wir Kinder. Die Russen gaben uns immer wieder etwas ab, ohne Hiebe und ohne Angst zu verbreiten. Die Russen hatten ihre Pferde in den Moritzwiesen oder an der Saale - nahe Freibad - geweidet. Wir Kinder durften auf den Pferden sitzen und zu den Weiden mitreiten."

(Helga Körber in "Kopfkissen an Bohnenstange - Amerikaner und Rote Armee in Naumburg")


"Die Arbeiterschaft muss", heißt es in einem Flugblatt der Münchner Widerstandsgruppe Weiße Rose, "durch einen vernünftigen Sozialismus aus ihrem Zustand niedrigster Sklaverei befreit werden". Auch in Naumburg waren Opposition und Widerstand gegen den Nationalsozialismus oft mit der Idee des Sozialismus vergesellschaftet. Nun ist es doch, unbenommen allen Einwirkens der SMAD, nur natürlich, dass diese politischen Kräfte mit der Niederlage des Hitler-Faschismus sich erholen und organisieren. Sozialisten und Kommunisten bestimmen wieder das politische Klima in Naumburg mit. Noch unter der amerikanischen Besatzungsmacht bildeten sich neue informelle Strukturen. Gleich nach dem Einmarsch der US-Truppen fand sich die Antifa-Gruppe - Kampfbund gegen den Faschismus (vgl. Michael Knorr 2006) - in der Windmühlenstraße am Zeitungsstand zusammen (vgl. Burkhardt) und später bei Ehrlicher am Reußenplatz 11.

Das politische und soziale Leben in Naumburg verändert sich schnell. Noch schafft hier Friedrich Muck-Lamberty mit seiner Werksgemeinschaft Naumburg. Noch produziert unter schwierigen Bedingungen die Firma Gehring Werkzeugmaschinen. Dies sollte so nicht bleiben.

Seit dem 3. Juli gibt es neben der kommunalen Polizei das sowjetische Sicherheitssystem, den NKWD (Narodnyj Komissariat Wnutrennych Del, Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten) mit dem Leiter der Naumburger Dependanz Major Koborin.

Am 19. September 1945 beginnt die Bodenreform. Enteignet werden gemäß Artikel II, § 2, Kriegsschuldige, also:

"Faschisten und Mithelfer, die unter Hitler in Deutschland die Stellung von führenden Militärs, leitenden Staatsbeamten - von Landräten aufwärts - eingenommen haben".

Der Bodenverteilungsplan hängt der Oberbürgermeister im September öffentlich aus. Grundbesitz von über 100 Hektar und von den Nazi-Anhängern wird entschädigungslos enteignet. Im Landkreis betrifft dies 78 Güter.

 

Der achtundsechzigjährige Stadtbote Max Ehrlicher erhielt durch Stadtamtmann Plato am 25. November 1947, gegen 16.45 Uhr, den Auftrag, für Bürgermeister Dietz wichtige Terminmeldungen auszutragen. Aber er tut überhaupt nicht dergleichen. Darauf stellt ihn sein Vorgesetzter zur Rede. Die Arbeit war getan, rechtfertigt er sich. "Ausserdem müssen wir es grundsätzlich ablehnen, während der Dunkelheit Botendienste zu verrichten, da wir Gefahr laufen können, von Russen angefallen zu werden."

(Max Ehrlicher)

 

Im Zusammenhang mit der Bodenreform von 1945 werden die Rolle der Kommunistischen Partei Deutschlands mit ihrem Agrarexperten Edwin Hoernle und ihr Einfluss auf die SMAD herausgestellt. Das ist natürlich nicht falsch. Es war wohl eine Maßnahme der Kommunisten, aber deshalb noch nicht eine eigentlich kommunistische Maßnahme. Wer dies verkennt, bewegt sich auf einer unzulässigen Abkürzung durch die Geschichte. "Die Bodenreform" (1913) rief Adolf Damaschke (1865-1935) als Bewegung ins Leben. Er wandte sich damit gegen die Gewinne von Bodenspekulanten nach dem Krieg 1870/1871, weil sie die Preise stiegen ließen und Tausende Berliner Arbeiterfamilien obdachlos machten, die ihre Mieten nicht mehr bezahlen konnten. Damaschke wusste, dass "das Anhäufen von Grundeigentum in den Händen weniger unmittelbar oder in Form von Bodenverschuldung bei allen Völkern verhängnisvolle Folgen hat".

Am 12. September 1945 nimmt die Straßenbahn in Naumburg wieder im Einrichtungsverkehr ihren Betrieb auf. Die Bombenschäden im Bereich der Kaiser-Friedrich-Straße (heute Poststraße) und am Postring sind ausgebessert. Zum neuen Amtsvorsteher des Postamtes Naumburg wird am 25. August 1945 Oberinspektor a. D. Viktor Radwansky ernannt. "Vom 1.10.1945 war ich bei der Kriminalpolizei tätig," erinnert sich Ellen Bauer, "nahm Anzeigen auf und führte Vernehmungen, Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung."

Es findet eine Naumburger Kunstausstellung statt. Die Feier für die Märzgefallenen von 1920 lebt auf, die Maifeier sowieso. Eine Weltjugendwoche wartet mit vielen Veranstaltungen auf. 292 Personen stellen den Antrag auf Zulassung in die Kulturkammer. Eine Leihbücherei steht zur Verfügung. Die Lichtspielstätten Drei Schwanen und Reichskrone öffnen Anfang Juli 45 für das Publikum ihre Türen. Zur Aufführung kommen - was aus heutiger Sicht etwas erstaunlich anmutet - die alten Ufa-Schinken, wie Opfergang, Münchhausen, Immensee und Kolberg. All dies geschieht unter Verantwortung des Amtes für Volksbildung, dem jetzt der Alt-Sozialdemokrat Eugen Wallbaum vorsteht.

Mit dem 1. Oktober beginnt in den Schulen der Unterricht. Die Georgenschule mit 26 Klassen und 1 284 Schülern. Bereits am 1. August 1945 war die Umbenennung der Hans-Schemm-Schule in Michaelisschule verfügt worden. Vom Präsidenten der Provinz Sachsen ergeht im Dezember 45 ein Aufruf zur Meldung als Volkslehrer. Lehrer mit nationalsozialistischer Vergangenheit werden entlassen. Einen bedeutenden Beitrag beim Aufbau eines humanistischen Schulwesens in Naumburg leisten Otto Buchholz und Artur Teubner.

Ab 28. November 1945 heißt der Stadtkommandant Oberstleutnant Nesterow Grigoriy Romanowitsch.

 


Es lebe eine neues, freies, demokratisches Deutschland!

Sofort lässt die amerikanische Besatzungsmacht die Nazigesetze aufheben, verbietet alle Parteien und leitet die Entnazifizierung ein. Über das zu geringe Tempo der Entnazifizierung zeigt sich in antifaschistischen Kreisen der Bevölkerung eine große Ungeduld. Darauf heißt es Ende Mai seitens der Militärregierung: Die Deutschen Gewerkschaften werden sich bald zusammenschließen dürfen. Die Deutsche Arbeitsfront und ihre Gliederungen sind aufgelöst. (Vgl. Militärregierung 26.5.1945)

Gleich nach dem Einmarsch der Amerikaner bildet sich zunächst in einem losen Zusammenschluss ein "Kampfbund gegen NSDAP und Militarismus". In einem Brief an den Befehlshaber der alliierten Truppen der Stadt Naumburg vom 14. April 1945 heißt es:

"So wurde der Schritt gemacht und eine Kampfgemeinschaft gegen NSDAP und Militarismus in loser Form gebildet. In täglichen Spaziergängen vormittags von 10-12 Uhr und nachmittags 16-18 Uhr auf der Ringpromenade von Naumburg in immer wechselnden Trupps von 4-6 Mann wurde die Lage besprochen. Die Mitteilungen der verschiedenen Auslandssender wurden weitergegeben … Mit jedem Tag wurde der Kreis größer, der Mut stieg und eine aktive Betätigung setzte planmäßig ein. Bekannten wurden die Augen geöffnet, größere Besprechungen fanden in den Anlagen um Naumburg statt. Mit befreundeten Leidensgenossen in den umliegenden Orten und Städten fanden Besuche und Besprechungen statt." (Wallbaum 14.4.1945)

Der Kampfbund gegen NSDAP und Militarismus der Stadt Naumburg bittet am 14. April 1945 den Befehlshaber der alliierten Truppenteile der Stadt um seine Genehmigung und überreicht eine Liste mit zuverlässigen Männen für den Polizeidienst. Als vordringliche Aufgaben begreift er die Abwehr faschistischer Umtriebe, das Aufspürung der Nazi-Verbrechen und die Fürsorge für die Naumburger Bevölkerung. (Nach Knorr 2006) Junge Antifaschisten treffen sich in der Post (Lindenring), am Krankenhaus oder im Garten von Günter Nöding. An den Zusammenkünften nehmen auch Ältere, wie Andreas Nöding, Fritz Burkhardt, Alfred Großkopf, Erich Tatzel, Felix Zeitschel und Karl Kubla (Siedlungsstraße) teil. (Vgl. Nöding 1979) Helga Bauer, Werner Fielbig und Gerhardt Kittel gründen im Mai die Antifa-Jugend. Ein antifaschistischer Jugendausschuss mit Kurt Heinold, Werner Erbes, Martha Nawrath und Liesbeth Hollmann tritt am 6. August 1945 zusammen. Am 19. August 1945 findet eine Kundgebung der deutschen Jugend im Gewerkschaftshaus (Lindenring 34) statt.

Beim Alliierten Stadtkommando klagen Bürger im April 45 darüber, dass ein Großkaufmann mit Namen L., der sich als NSDAP-Gau-Propaganda-Redner einen Namen machte, die Lebensmittel verteilt. "Die in Frage kommenden Dienststellen sind noch mit schwer belasteten alten NSDAP-Kämpfern, die ein erhebliches Schuldkonto zu verbuchen haben, zum Teil sogar ohne im Beamtenverhältnis zu stehen, besetzt. Bei der Polizei …. sind noch Kräfte eingesetzt, die nicht nur Befremden erwecken, sondern eine große Gefahr bedeuten." (Wallbaum 18.4.1945 und 25.4.1945)

Im Namen aller bisher noch vorhandenen Arbeiterführer verfassen Walter Höhne (KPD), Eugen Wallbaum (SPD), Paul Zeitschel (KPD), Max Römer (SAP/SPD) und Max Ehrlicher etwa im Juli 1945 einen Aufruf an die Werktätigen Naumburgs. Er endet mit dem Satz:

"Es lebe ein neues, freies, demokratisches Deutschland!"

 


Parteien und Gewerkschaften

"Kurz nach Pfingsten trafen wir uns bei Gen. Nöding im Garten", berichtete Fritz Burkhardt (Kramerplatz 7, 1946) später über die Revitalisierung der KPD in Naumburg. "Wir sprachen mit Jugendlichen und mit unseren Genossen über die Gründung der Partei. Der Gen. Paul Zeitschel sagte damals allerdings, wir sollten mit der Gründung der Partei warten, denn der amerikanische Kommandant in Naumburg würde unter keinen Umständen die Gründung der Partei [KPD] zulassen. Er würde auch das Antifa-Komitee sofort auflösen, wenn er von dessen Existenz wüsste. Wir haben unsere Arbeit aber trotzdem aufgenommen und illegal gearbeitet. Mit 10 oder 12 Genossen wurde in der Post eine Aussprache ausgeführt. Dort wurde festgelegt, wann die Gründungsversammlung sein sollte. Uns war bekannt geworden, dass ein Besatzungswechsel erfolgte." (F. Burkhardt)

Die ehemaligen Mitglieder und Anhänger der KPD führen am 18. Juli 1945 im Großen Saal der Reichskrone ihre erste Versammlung nach der Befreiung durch. Eröffnet wird sie durch Walter Höhne mit der Ehrung der Opfer des Faschismus. Paul Zeitschel (Jahrgang 1906) hält das Referat. Nach den Berichten über diese Versammlung (die ich lesen konnte), setzte der Hauptredner folgende Schwerpunkte:

Erstens: Ohne die Zusammenarbeit der Alliierten ist eine Wiedervereinigung Deutschlands nicht möglich.

Zweitens: Der KPD-Mann warnt eindringlich vor blindem Hass gegenüber den ehemaligen Mitgliedern der NSDAP.

Drittens: Er sucht - und dies ist im Juli 45 mehrheitsfähig - die faire und gleichberechtigte Zusammenarbeit mit der SPD.

Eugen Wallbaum fordert auf dieser Versammlung die radikale Ausschaltung der Nazis aus allen öffentlichen Ämtern und den Schulen. Gottfried Rublack, SPD-Vorsitzender, macht Ausführungen zur engen Zusammenarbeit von SPD und KPD, unterstützt also Paul Zeitschel in seinem Anliegen.

Im Übrigen bereitet Paul Zeitschel seine Genossen auf Arbeitseinsätze und die Einbringung der Ernte vor. Insgesamt ein bemerkenswertes moralisches Statement. Ein Anfang. Im Sommer `45!

 

Günther Prien, 1908 in Osterfeld geboren. Seit 1933 bei der Kriegsmarine und seit 1935 bei der U-Boot-Waffe. Auf seiner zweiten Feindfahrt kam es zum Überfall auf Scapa Flow ... Im Frühjahr 1941 verlor die deutsche U-Boot-Waffe ihre drei in der Bevölkerung beliebtesten U-Boot-Kommandanten: Kretzschmer, Schepke und Prien. In Sachen Prien erging folgender Befehl: "Der Führer behält sich ausdrücklich vor, den Termin der Bekanntgabe zu bestimmen." In der Bevölkerung häuften sich deshalb die Gerüchte, Prien sei im Konzentrationslager, seine Besatzung hätte gemeutert, weil die Torpedos dauernd versagten, sie konnten nicht auslaufen, weil das Boot beschädigt war oder er hat sich mit Hitler überworfen. Andere wollten wissen, die Besatzung von "U47" hatte kapituliert. - Prien spielte bekanntlich auch eine Rolle bei der Selbstversenkung aller 74 Schiffe und Boote der deutschen Hochseeflotte im Hauptstützpunkt der britischen Marine in Scapa Flow am 21. Juni 1919.

 

Freilich tun sich viele mit dem Neuanfang schwer. Sich darüber heute Klarheit zu verschaffen, ist nicht einfach.Einige Anhaltspunkte dafür finden wir aber. Zum Beispiel bei Pfarrer Konrad Hippel, 59 Jahre alt, aus der Hindenburgstraße 34 a (heute Stauffenbergstraße). Er notiert am 5. Mai 1945 in sein Tagebuch:

"Hast Du schon gehört, daß Prien wieder auferstanden sein soll?"

Die Sehnsucht nach dem Korvettenkapitän deutet ziemlich klar auf eine traumatische Verarbeitung der Befreiung hin.

Noch deutlicher am 9. Juni:

Wir sind der Spott der Menschen, der Spielball der Welt geworden (vgl. Onasch 1995).

Solche Sentenzen kennen wir doch? Klingt es nicht ähnlich wie am 1. Juli 1923 zur Einweihung des Jägerdenkmals?

Am 7. Juli 1945 gründet sich der Gewerkschaftsbund mit dem Geschäftsführer Walter Höhne neu. Ihre Mitglieder treffen sich vorzugsweise im Hotel Zur Post. Ende Oktober 1945 zählt man etwa 4 000 Mitglieder. Am 30. August 1945 lädt man zur großen Volksversammlung nach Bad Kösen ein.

"Im Juli/Aug. 1945 wurden einige Genossen zur Kommandantur bestellt",

berichtet Karl Teller.

"Es ging um die Gründung der SPD. Bald darauf richteten wir in der Marienstraße einen SPD Laden ein und verkauften Parteiliteratur, besonders das Volksblatt , anfangs 300 Stück später etwa 1 200 Stück. In dieser Zeit fanden in der Wohnung bei Rupplack [richtig: Rublack] Gespräche über die Einheit mit der KPD statt. Auch in unserem Parteilokal Zufriedenheit (Steinweg) wurden Gespräche mit KPD-Genossen geführt. Einige Genossen gingen zur KPD, andere Genossen waren für die Gründung der SPD. Nach der Aussprache mit der Kommandantur wurde die SPD anerkannt." (Aussprache, nach Teller)

Die Gründung der Naumburger SPD erfolgt am 1. September 1945. Vorsitzender wird Karl Marien. Zweiter Vorsitzender ist Hermann Hoffmann. Als Schriftführer fungiert Gottfried Rublack.

Zum Jahrestag der Oktoberrevolution (1917) präsentiert sich die Sowjetunion zum als "kämpferische Demokratie". Aber die Politik Stalins, seine Massenverbrechen an den eigenen Bürgern, an den Sozialisten und Kommunisten anderer Länder, lassen einen Neubeginn im Sinne des demokratischen Sozialismus faktisch nicht zu. Eine geschichtlich äußerst tragische Konstellation! Darüber können sich viele aufrechte Sozialisten und Kommunisten im Osten Deutschlands oft keine Rechenschaft ablegen. Dieses Thema blieb auf Jahrzehnte - auch über die Rede von Nikita Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 hinaus - im Osten Deutschlands überzeichnet. Die Lehrbücher der Geschichte schwiegen sich aus. Außerdem nutzte die politische Führung geschickt den Umstand, dass die Völker der Sowjetunion im Kampf gegen den deutschen Faschismus riesige Opfer brachten. Und trotzdem beantwortet sich damit die Frage

Wie demokratisch konnten die Verhältnisse in einer sowjetischen Besatzungszone unmittelbar nach 1945 überhaupt sein?

wie mancher vielleicht annehmen möchte, keineswegs im Selbstlauf. Und ich will nicht versuchen, dies en passant zu tun. Aber interessant ist schon, dass bei den ersten Gemeindewahlen vom 8. September 1946 die 40 Sitze durch 27 604 Naumburger Wahlberechtigte folgendermaßen vergeben werden: 11 LDPD, 15 CDU und 14 SED. LDPD und CDU hatten insgesamt 12 Stimmen mehr als die SED. Mir scheint, dies sollte nicht unbeachtet bleiben. Etwas trivial formuliert: 1945 ist nicht 1953 oder 1968!

 

 

Flüchtlinge

In Naumburg nehmen Familien, Kinder und Einzelpersonen aus zerbombten deutschen Städten Zuflucht. "Gottfried Lange, Paul Binderich und ich hatten den ganzen Nachmittag bis in die Abendstunden bei Nieselregen Flüchtlingen das Gepäck vom Bahnhof in ihre neuen Quartiere gekarrt. Dann hatte ich genug ….", erinnert sich Volker Jung (2006) an den November 1944.

Am 21. April 1945 notiert der Pfarrer im Ruhestand Konrad Hippel in "... Wir atmen alle auf…" (1995), dass die Naumburger froh sind, weil die Hoffnung keimt, die

Westflüchtlinge  w i e d e r   l o s z u w e r d e n.

Zu den Ausgebombten aus dem Westen kommt der Flüchtlingsstrom aus dem Osten.


 

Bevölkerung von Naumburg an der Saale

Stand 20. 12. 1948

 

  
Männer
Frauen
Gesamt
     
 Gesamtbevölkerung
18 197
22 047
40 244
    davon Ostumsiedler
2 292
3 328
5 620
 

  davon Evakuierteaus dem Westen

43
105
148
     
 Beschäftigte
8 789
4 961
13 750
     
 registrierte Vollarbeitssuchende
160
245
405
     

 

"Wir hatten selbst nicht genug", berichtet Frau Lack zum Flüchtlingsproblem, "aber es gab die Flüchtlinge, die hatten noch weniger. Eine Flüchtlingsfrau kam einmal zu meiner Großmutter und sagte: "Haben sie nicht ein Tischchen für mich?" Großmutter holte ihr eins vom Boden, da stand das Tischchen nun im Hof und die Flüchtlingsfrau davor, stumm und ging nicht. Großmutter sagte: "Wollen sie noch was?" Ja, sagte sie, haben sie nicht ein Deckchen, Großmutter hatte."" (Lack 2006)

"Nach 1945 hatte sich das Haus mit Flüchtlingen und Ausgebombten gefüllt", erinnert sich Frau Poschinger. "Unter ihnen eine Freundin meiner Mutter mit drei Kindern und deren Schwester mit zwei Sprösslingen in unserem Alter, sowie meine Patentante Ilse Wenzel mit ihren fünf Kindern. Sie hatte in der Nähe der Wenzelskirche einen Strickwarenladen betrieben. Ihr Mann war in russischer Kriegsgefangenschaft, ihr Haus nur noch eine Ruine, die uns als Abenteuerspielplatz diente." (Poschinger 2006)

Unter den Ostflüchtlingen befindet sich die Familie Mahler mit ihrem Sohn Horst, geboren am 23. Februar 1936. Er ist das Dritte von vier Kindern des Zahnarztes Dr. Willy Mahler und dessen Frau Dorothea aus dem schlesischen Haynau. Die Mutter flüchtet mit dem neunjährigen Horst und seinen Geschwistern vor der Roten Armee nach Naumburg. 1946 zieht die Familie nach Roßlau bei Dessau. 25 Jahre später wird er in der Terrorszene der Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Rolle spielen.

Im Mai ´45 leben etwa 64 000 Bürger in Naumburg (Saale). Das Flüchtlingsproblem, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Brennstoffen, die Sicherung der Wasserversorgung bei Einhaltung hygienischer Mindeststandards, die Schaffung von Wohnraum ohne Neubau, also durch Zusammenrücken, stellt die Stadtverwaltung vor pyramidale Aufgaben.

"Die Wasseranlage ist für eine normale Bevölkerungszahl von 35 000 gebaut. Der Verbrauch pro Person muß deshalb weiter unter das Normalmaß herabgesetzt werden, oder eine strenge Rationierung des Wassers wird notwendig werden." (Verkündigungsblatt 15. Mai 1945)

1947 beherbergt die Stadt 12 000 Umsiedler. Im Umsiedlerlager sind 300 Kinder ohne Eltern untergebracht. (Vgl. Bürgermeister 4)

 

Die Wohnungsfrage

1947 verfügt die Stadt Naumburg etwa 9000 Wohnungen mit 28 000 Zimmern. Von Nationalsozialisten wurden 480 Wohnungen mit 1 695 Zimmern beschlagnahmt (vgl. Bürgermeister 19). Es begann mit der Verfügung des Präsidenten der Provinz Sachsen Dr. Hübener. Am 13. August 1945 ordnete der ehemalige Pfortenser die Beschlagnahmung aller Naziwohnungen an, Zitat:

"Die Naziherrschaft hat das deutsche Volk in das tiefste Elend gestürzt. … Die Folge dieses Verbrechens ist die katastrophale Wohnungsnot… Immer noch machen sich Nazis und ihre Angehörigen in großen Wohnungen breit, während die Opfer der Naziherrschaft obdachlos sind. … Es muß Wohnraum geschaffen werden. Das aber ist nur möglich, wenn alle zusammenrücken. Mit Fug und Recht wird darum verlangt, daß in erster Linie die Familien der Schuldigen, der Naziverbrecher, der Kriegsverbrecher und Kriegshetzer, die verhaftet und bestraft werden sollen, und die aktiven Nazis ihre Wohnungen herzugeben haben." (Verkündigungsblatt 25.8.1945)

Aber im Alltagsbewusstsein des Bürgers spiegelt sich dies nicht selten ganz anders:

"Natürlich hatten sowohl die Russen als auch die Amis die schönsten Häuser für ihre Leute requiriert, so dass es in Naumburg Flüchtlinge aus der eigenen Stadt gab. Dann hieß es zu den Glücklichen, die noch eine eigene Wohnung hatten: Entweder Zimmer für die Herausgeworfenen freimachen oder das Haus wird auch beschlagnahmt." (Reich 2006)

Adolf Willi Sauter (1911-1961): Bauhandwerk hat Zukunft (Ausschnitt). Plakat, Papier, 82 x 61 cm.
C. G. Röder, Leipzig 1946

Das Wohnungs- und Quartieramt der Stadtverwaltung Naumburg werden auf Weisung des Oberbürgermeisters zu einer Dienststelle IV zusammengelegt. Ihre Aufgabe besteht in der Beschlagnahme und Neuverteilung von Wohnungen. Keine leichte Aufgabe. Als zuständigen Dezernenten für die Dienststelle IV setzt der Oberbürgermeister Karl Keil ein. Wir erinnern uns, der Schuhmachermeister und ehemalige KPD-Stadtverordnete (Jahrgang 1896) wurde im August 1943 in Naumburg aus politischen Gründen verhaftet. Zur Beratung des Dezernenten Keil wird eine Kommission mit Herrn Otto Troitzsch und Alma Brehmer bestellt. Dienststellenleiter ist Herr Max Römer und sein Stellvertreter Karl Winkler. Offensichtlich kommen nun in der Stadtverwaltung personelle Veränderungen in Gang.

 

 

Entnazifizierung

Die Entnazifizierung ist von den Alliierten beschlossen, völkerrechtlich gedeckt und moralisch gerechtfertigt. Doch wie soll man vorgehen, wenn 1939 rund 92 Prozent der Beamten und Angestellten der Stadt Naumburg Mitglied der NSDAP waren, wenn nahezu alle entscheidenden Positionen der Stadt durch Nationalsozialisten eingenommen werden, wenn bestimmte Berufsgruppen, wie Ärzte und Rechtsanwälte, einen sehr hohen Anteil von Pg.`s aufweisen? Ist eine Entnazifizierung dann überhaupt möglich?

Wer ist schuldig, und was ist Schuld? - damit setzt sich Karl Jaspers (1883-1969) 1946 in seinem Aufsatz über Die Schuldfrage (1946) auseinander. Er unterscheidet verschiedene Formen von Schuld. Erstens - die politische Schuld als Resultat von Handlungen der Staatsmänner. Zweitens - die moralische Schuld als Ergebnis der Bewertung des Handelns durch das Gewissen. Drittens - Schuld im Ergebnis notwendiger Arbeitsteilung und Kooperation, die nahezu jeden mitverantwortlich macht. Ein unvermeidliches Übel. Jaspers nennt sie treffend "metaphysische Schuld". Hieran müssen Menschen und Nation nicht zerbrechen. Sie kann Ansporn sein, es künftig besser zu machen, zu vergeben und mehr Verständnis zu zeigen. Viertens nennt Jaspers die kriminelle Schuld, als deren Instanz das demokratisch institutionalisierte Gericht mittels Rechtsnormen ein Urteil zur Missbilligung und Strafe findet. Mit anderen Worten, bei der Klärung der Schuldfrage kommt es auf die feinen Unterschiede an! Die Scheusale dürfen nicht den kleinen Sündern gleichgestellt werden. Aber weder der russische Kommandant, noch die Bürger Naumburgs nahmen am Philosophie-Seminar bei Karl Jaspers teil ….

Und deshalb geht es am 1. September 1945 in Naumburg so weiter: Auf Anordnung des Präsidenten der Provinz Sachsen im Runderlass Wirtschaft Nr. 5, beginnt in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des alliierten Kontrollrats offiziell die politische Säuberung. Überprüft werden Betriebsinhaber, Aufsichtsratsmitglieder und leitende Direktoren daraufhin, ob sie vor dem 1. April 1933 NSDAP-Mitglied waren oder ein Amt in der NSDAP bekleideten oder der SS angehörten. Der Präsident der Provinz Sachsen weist den Oberbürgermeister am 9. November 1945 an:

"Der Erlass zur Säuberung der Verwaltung ist entsprechend auf die Ruhegehaltsempfänger anzuwenden, das heißt, den Mitgliedern der Nazipartei, die sich hervorragend im Sinne der NSDAP betätigt haben, können Ruhestandsgehälter nicht gewährt werden. Auch auf die Witwen und Waisen ist dieser Passus entsprechend in Anwendung zu bringen."

Ein vierseitiger Fragebogen, gedruckt in der Firma "Lippert & Co. G.m.b.H. Naumburg" und noch von den Amerikanern in Auftrag gegeben, im Format A4, wird ausgegeben. Er ist überschrieben mit "Military Government of Germany". Darunter steht: "Fragebogen - PERSONNEL QUESTIONNAIRE". In der linken Spalte auf Deutsch und auf der rechten Spalte auf Englisch folgende "Warnung": "Im Interesse der Klarheit ist dieser Fragebogen in deutsch oder englisch verfasst. Im Zweifelsfall ist der englische Text maßgebend. Jede Frage muß so beantwortet werden, wie sie gestellt ist. Unterlassungen der Beantwortung, unrichtige oder unvollständige Angaben werden wegen Zuwiderhandlung gegen militärische Verordnungen gerichtlich verfolgt. Falls mehr Raum nötig ist, sind weitere Bögen anzuheften." In "Abschnitt A" folgen Fragen zur Person, unter "B" zur "Mitgliedschaft in der NSDAP", unter "C" zu "Tätigkeiten in der NSDAP", unter "D" nach "Schriftwerken und Reden", unter "E" nach dem "Dienstverhältnis", unter "F" nach dem "Einkommen", unter "G" nach dem "Militärdienst", unter "H" nach "Auslandsreisen" und unter "I" nach "Politischer Mitgliedschaft".

Bei der Auswertung der Fragenbögen wird bald klar, dass zur NSDAP-Parteimitgliedschaft undsoweiter oft falsche Angaben gemacht wurden. Diesen Personen droht der Bezirkspräsident in einem Schreiben an die Bürgermeister und Oberbürgermeister vom 13. September 1945 mit "Verhaftung".

Für Ernst Pinder, Senatspräsident am Oberlandesgericht Naumburg, ist die Entnazifizierung ein ganz und gar überflüssiger Vorgang. Am 20. August 1945 sagt er von sich:

"Meine jetzige politische Einstellung ist liberal auf demokratischer Grundlage". (Pinder 1945)

Nur, er trug als Mitglied des Gemeinderates alle undemokratischen und repressiven Maßnahmen gegen die Oppositionellen mit.

Während der Herrschaft unter dem Hankenkreuz teilte man sich gerne mit, dass der Beitritt zur NSDAP natürlich freiwillig und früh erfolgte. Im Lebensbild des Naumburger Unternehmers Rudolf Schotte (geboren 1903) heißt es:

Er "fand frühzeitig den Weg zum Führer und gehört mit zu den alten Parteigenossen unserer Stadt". (Schotte 1941)

Nun kommt, was kommen musste, einige Bürger stellen dar, dass sie unter Zwang in die NSDAP eingetreten sind oder "in die Partei gemeldet" wurden (vgl. Neumann 1946).

Otto Wartze schreibt am 29. Oktober 1945:

"Mein Eintritt in die Partei sowie in die NSV [Nationalsozialistische Volkswohlfahrt] geschah auf einen auf mich ausgeübten Druck hin. Herr G. [Name von mir gekürzt - D. B.], damals Rendant bei der Sparkasse, hier verlangte meinen Eintritt in eine Gliederung, da er festgestellt habe, daß ich in nichts sei! Mein Einwand, ich wäre doch in der Berufsorganisation der Einzelhändler und der DAF, dies hätte alles nichts zu sagen. Wenn ich seiner Aufforderung keine Folge leisten würde, dann hätte ich
1) keine Aufträge Stadtsparkasse mehr und
2) müsste mit dem Entzug meines von der Stadt gemieteten Ladens gerechnet werden.

Durch diesen zwangsweisen Eintritt kam ich dann automatisch in die Partei - als Anwärter, denn das Mitgliedsbuch habe ich nicht besessen. Trotzdem wurde ich, wie mir der damalige Sturmführer sagte, noch zwei Jahre beobachtet.
Hochachtungsvoll!"

Gezeichnet Otto Wartze, Markt 6

Oberlandesgerichtspräsident Paul Sattelmacher gibt an, dass sein

"Eintritt in die Partei bei Androhung der Absetzung als OLG-Präsident"

erfolgte. (Nach Lück 98)

Willi Neumann, Liebknechtstraße 4, schreibt am 23. Mai 1946 an den Bezirkspräsidenten von Merseburg:

"Gegen die mir Mitte April ds. Js. in Abschrift beigefügten Entlassungsschreiben meiner Dienststelle, des Herrn Oberbürgermeisters zu Naumburg/S., lege ich hiermit Berufung ein. Am 1. Mai 1937 - dem so genannten Zwangsjahr - wurde auch ich durch die NSKOV [Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung], deren Mitglied ich ebenfalls als 30 Prozent Kriegsbeschädigter aus dem Weltkrieg war, in die Partei gemeldet. In der NSKOV hatte ich den Posten eines Kassierers inne, verbunden mit Kameraden- und Kameradenfrauenbetreuung, Unterbringung in Heilanstalten, Erholungsheimen, Aufbesserung von Renten usw. In der Partei habe ich selbst keinen Posten bekleidet." (Neumann 1946)

Als der Fall Hugo Christel im Jahr 1947 in Bad Kösen noch mal politisch aufgerollt wird, kommt der NSDAP-Aufnahmeantrag von Bürgermeister Max Schuster zur Sprache, worauf der mit einem Brief am 13. Februar 1947 Stellung nimmt:

"Wenn es auch zutrifft, daß ich mich dennoch zur Partei meldete, so geschah dies auf Veranlassung des Regierungspräsidenten, falls ein Antrag auf Amtsentsetzung an ihn gestellt wurde. Die Gefahr meiner Aufnahme bestand dabei aus mehreren Gründen sowieso nicht."

"Auch die nominellen Nazis sind aus der Verwaltung und Justiz zu entfernen", instruiert der Präsident der Provinz Sachsen den Oberbürgermeister der Stadt Naumburg am 9. November 1945. Damit gleitet die notwendige Entnazifizierung in einen formalen Prozess ab. Das führt zu Ungerechtigkeiten. Denn die Naumburger traten der NSDAP aus ganz verschiedenen Motiven und Umständen bei. Zum anderen war die Weisung konsequent überhaupt nicht umzusetzen. Es hätte zum Beispiel den Zusammenbruch der medizinischen Versorgung in Naumburg provoziert. Und daran konnte niemandem gelegen sein.

So entsteht eine wirklich schwierige Situation. Einerseits gab es natürlich Aktionen der Mitgliederwerbung für die NSDAP zum 1. Mai 1933 und 1937, wo die Aufnahme zur formalen Angelegenheit werden konnte. Doch andererseits ist es unmöglich, dies durchgehend gelten zu lassen. Denn der Aufnahme in nationalsozialistische Organisationen ging in der Regel eine gründliche Prüfung des Kandidaten voraus.

Zum Beispiel stellt der Webwarenhändler Paul Weidner (Naumburg, Jakobsstraße) im Frühjahr 1933 einen Antrag zur Aufnahme in den "Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes", der am 6. Mai 1933 ablehnend beschieden wird. Auf seine Beschwerde erhält er vom Leiter des Kampfbundes Martin Schmidt am 12. Mai 1933 die Antwort:

"Es entspricht nicht den Gepflogenheiten der N.S.D.A.P., bei der Ablehnung die Gründe anzugeben. Der Aufnahmeausschuss besteht aus einer großen Anzahl Naumburger Geschäftsleute, die von der Führung verpflichtet sind, rein sachlich und ohne jede persönliche Willkür zu entscheiden."

Ein erster Schritt zur Entnazifizierung in der Stadtverwaltung Naumburg ist der Einsatz von Oswald Schaffernicht als Oberbürgermeister und Walter Höhne als Bürgermeister. (Vgl. Verkündigungsblatt 6.10.1945) Selbst das verläuft nicht problemlos. Schon bald, also am 22. September 1945, wendet sich die SPD-Naumburg mit ihren Vorsitzenden Karl Marien an den Oberbürgermeister, Zitat:

"Wie wir in Erfahrung gebracht haben, sind in letzter Zeit Einstellungen und Entlassungen bei der Stadtverwaltung erfolgt, von denen die in der Kommission vertretenen Genossen nicht unterrichtet worden sind. Bei den Einstellungen sind nur kommunistische Anhänger, so z.B. bei der Besetzung der Stellen im Wirtschaftsamt, in Frage gekommen. Gegen diese unberechtigten Maßnahmen erheben wir stärksten Protest. …
Mit antifaschistischem Gruß! gez. Marien" (SPD-Naumburg 1945)

In seiner schriftlichen Antwort vom 27. September 1945 verwahrt sich der Oberbürgermeister entschieden gegen diesen Vorwurf. Ja, er empfindet es als Angriff und erwidert:

"Im Übrigen halte ich es nicht für angebracht, daß ein Angestellter der städtischen Betriebe den Bürgermeister der Stadt Naumburg in dieser Weise verdächtigt, da ich eine Fortsetzung der Futterkrippenpolitik von 1933 ablehne."

Um mehr Transparenz zu schaffen, bringt der OB jetzt regelmäßig sogenannte "Nachweisung" in öffentlichen Umlauf. In der vom 1. Oktober wird die Zahl der "Entlassenen" mit sechs und die der "Eingestellten" mit fünf ausgewiesen, wovon drei parteilos und zwei der SPD angehören. Damit will Oswald Schaffernicht offensichtlich dem Vorwurf begegnen, er würde die Mitglieder der KPD bevorzugen.

Im Herbst schreitet, wie aus dem Geschäftsverteilungsplan vom 17. November 1945 ersichtlich, der strukturelle und personelle Umbau in der Stadtverwaltung Naumburg fort.

 

Beschäftigung von ehemaligen
NSDAP-Mitgliedern
in der Stadtverwaltung
Stand 14. März 1946

Beamte 16
Angestellte 21
Technisches Personal 17
Ärzte und Pflegepersonal 4

(Schaffernicht 14. März 1946)

 

Der Bezirkspräsident von Merseburg ist mit den Veränderungen nicht zufrieden. "Die rein polizeiliche Bekämpfung des Faschismus ist bisher ungenügend", teilt er den Landräten und Oberbürgermeistern mit, denn: "Die Schuldigen werden in den weitaus meisten Fällen nicht gefaßt. Schärfste polizeiliche Überwachungen, namentlich in der Dunkelheit, ist daher notwendig." "Insbesondere müssen Plakatsäulen, Anschlagbretter und Stellen, wo sich Menschen stauen, unter genaueste Beobachtung genommen werden. … Bei allen Polizeistationen muß unbedingt eine gesteigerte Bekämpfung des faschistischen Treibens einsetzen … In solchen Fällen erforderlich werdende Repressalien sind gemeinsam mit den N.K.W.D. durchzuführen." (Bezirkspräsident, 19. Oktober 1945)

Der Antifaschistische Block übernimmt es, wie bei Carl Schramm (geboren 18.7.1881, August Bebel Straße) und Präsident a. D. Kurt Schulze, stellvertretender Vorsitzender der Liberal-Demokratischen Partei Deutschland Naumburgs (Wenzelsring 8a) am 16. Juli 1946 geschehen, diese für die Funktion eines Stadtverordneten als politisch unbedenklich zu bestätigen.

 


Franz Hollmann (Zeichnung)
Tischlermeister, geboren 15. Juli 1909, Naumburg, Markgrafenweg 51, Leiter des Antifa-Block - Gebietsgruppe
Naumburg an der Saale
Rathaus, Zimmer 217.

 

Die Entnazifizierungskommission veröffentlicht dann (1947) unter Leitung von Franz Hollmann, Vorsitzender des Antifaschistischen Blocks, die Fälle zur Beschlussfassung in den Amtlichen Bekanntmachungen.

Der Briefwechsel zwischen der Antifa, der Stadtkommandantur und der Stadtverwaltung enthält viele pikante Details. Da ist zum Beispiel die Geschichte um den von Bruno Radwitz nach Einzug der Amerikaner eingesetzten Polizeichef Herrn Hoffmann. Ihm wird einerseits bestätigt, "teilweise ganz Erfolg versprechend" zu handeln (Brief von W. 25.4.1945). Vierzehn Tage später dann die Nachricht: "Herr Hoffmann arbeitet mit allen Mitteln, um alle Nazi-Gegner aus der Polizei zu entfernen. … In der ganzen Stadt ist große Empörung über die Handlungsweise des Herrn Hoffmann. Derselbe verfolgt genau dieselben Ziele wie die frühere Nazipolizei. … Herr Hoffmann besitzt nicht das Vertrauen der hiesigen demokratischen Bewegung". (Brief von W. 9.5.1945)

Derartige Briefe und Mitteilungen sollten niemanden überraschen. Bisweilen werden die Grenzen der guten Sitten - sie galten schon lange nicht mehr !!! - überschritten, zum Beispiel wenn es heißt: Der Polizei-Mann betrieb früher Vielweiberei, erschwindelte die Spargroschen seiner Verlobten und anderes mehr.

Über die verworrenen Handlungsabläufe und Geschehnisse nach dem Zusammenbruch in der Stadt fällt es schwer, sich treffende Vorstellungen zu machen. Zunächst erhält alles Vorrang, was dem eigenen Überleben und der Sicherung der sozialen Existenz dient. So nimmt das Leben oft ganz eigentümliche Wendungen. In der Frage Faschismus-Bekämpfung würde wohl niemand vermuten, dass ein ehemaliger politischer KZ-Häftling als Fluchthelfer für den letzten NSDAP-Kreisleiter und Oberbürgermeister Bruno Radwitz tätig wird!

Fritz Burkhardt (1899-1969) trat 1920 der USPD bei. Aktiv beteiligte er sich an den Kämpfen in Leuna. Ende der 20er Jahre ist er Organisationsleiter im KP-Unterbezirk und Beauftragter der KPD-Bezirksleitung Halle. Er wurde von den Nazis 1933/34 in das KZ Lichtenburg und Esterwegen II eingesperrt. Nach 1945 ist er Ortssekretär der KPD beziehungsweise paritätischer Vorsitzender des SED-Ortsvorstandes und 1946 Gemeindevertreter. Aber jetzt im Mai hilft der Antifaschist erstmal, die Sachen für die Familie des Oberbürgermeister Radwitz zu regeln.

"Während der Arbeit suchte mich der Betriebsleiter auf und sagte, ich sollte aufhören mit Arbeiten und die Möbel der Frau Rattwitz [richtig Radwitz], die in der Claudiusstr. wohnte, transportieren." (Burkhardt) Die Frau des Oberbürgermeisters sagte, sie wollte in die Westzone umsiedeln. Anlass war "die Anordnung des Kom. [Kommandanten]", berichtet Fritz Burkhardt. Und weiter: "Ich fing also an, die Möbel einzupacken und einzuladen. Am nächsten Tag gegen 1.00 Uhr waren wir fertig zum Abfahren. Wir fuhren über Merseburg, Halle usw. nach Wolfenbüttel. Die Verwandten verweigerten die Aufnahme der Frau R. weil sie wußten, daß ihr Mann Nazi-Oberbürgermeister war." "Eine Woche zuvor", so teilt der ehemalige KZ-Häftling weiter mit, habe ihn der Oberbürgermeister Radwitz angesprochen:

Endlich sehe ich dich wieder. Du mußt mir aus der Patsche helfen."

Ich sollte Polizeichef werden, berichtet Burkhardt weiter, weil der jetzige Polizeichef Hoffmann nach unserer Meinung von der Gestapo war. (Vgl. Burkhardt)

 

Plakate (Ausschnitte). Das obere erschien wahrscheinlich 1946/47. Das untere kündigt den Kongress der Jungarbeiter 1948 in Zeitz an. Grafiker und Druckerei konnten leider nicht ermittelt werden.

Mit dem Befehl des Militärkommandanten der Stadt Naumburg Jeremin vom 24. Oktober 1945 werden alle Verantwortlichen der Stadtverwaltung und Bürger aufgefordert, die Herausgabe von Lebensmitteln an die verbliebenen Bürger der Sowjetunion, die der Repatriierung unterliegen, zu verbieten, ebenso die polizeiliche Anmeldung und das fernere Verbleiben in Privatquartieren. Hier werfen düstere und schlimme Ereignisse ihre Schatten voraus. Viele Bürger der Sowjetunion, gleich ob sie bei den Streitkräften kämpften, als Kriegsgefangene oder sonst wie nach Deutschland gelangten, mussten nach Ende des Krieges bei der Rückkehr in ihr Heimatland ein Lager durchlaufen, das viele, sehr viele auf Grund der unmenschlichen Behandlung nicht überlebten.

Weder in der Deutschen Demokratischen Republik noch in der Bundesrepublik Deutschland kam es zu einer konsequenten Entnazifizierung. Die Gründe hierfür waren so unterschiedlich wie der Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus in der Innen- und Außenpolitik beider deutscher Staaten. Dies führt dann in eine neue Epoche der Stadtgeschichte. Sie wird über lange Zeit geprägt sein von einem stalinistischen Politiktyp im Osten Europas einerseits und dem Kampf gegen den Kommunismus, vorsichtig umschrieben als Containment Politik, andererseits.

George Marshall (1858-1959) entwirft am 5. Juni 1947 an der Harvard Universität sein Konzept zum Wiederaufbau Europas. Osteuropa und die Sowjetunion kommen darin nicht vor. Der liberale Publizist Walter Lippmann (1889-1974) hält dies für einen großen historischen Fehler. Er schlägt vor, die Sowjetunion in den Marshallplan einzubinden, um sie für einen gesamteuropäischen Prozess zu gewinnen. Das aber ist nicht im Sinne des Bruderbundes der englischsprachigen Völker, von dem Sir Winston Churchill (1874-1965) in seiner berühmten Fulton Rede [Missouri] am 5. März 1946 sagt: Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.

Kirschfest-Plakat 1947

Joseph Goebbels prägt im Artikel Das Jahr 2000 in der Zeitschrift Das Reich vom 25. Februar 1945 die Metapher vom Eisernen Vorhang. Er geht ein in den politischen Sprachgebrauch der Nachkriegszeit.

Die Naumburger können es sich meistens nicht aussuchen, auf welcher Seite des Eisernen Vorhangs sie mit ihrem Hab und Gut leben wollen. Mit Elan und Hoffnung auf eine bessere Zukunft beginnen sie den materiellen, politischen und moralischen Wiederaufbau ihrer Stadt.

Im Dezember 1947 muss Gertrud Rabestein, wohnhaft Naumburg (Saale), Neuengüter 34, beim Kriminalamt Halle (Saale), Aussenstelle Naumburg, vorsprechen. Sie muss sich wegen ihrer Taten als KZ-Aufseherin verantworten ....

 

 

Aufruf an die Werktätigen Naumburgs von Walter Höhne (KPD), Eugen Wallbaum (SPD), Paul Zeitschel (KPD), Max Römer (SAP / SPD) und Max Ehrlicher, etwa Juli 1945

Aufzeichnungen über eine Aussprache mit einigen Parteiveteranen über die Entwicklung Naumburgs 1945/46. Naumburg, ohne Jahresangabe, 1960 (nur grobe Schätzung möglich), unveröffentlicht

Bauer, Ellen (Herscheid, 1942-1945): Harte Arbeit. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg, www.museumnaumburg.de, Januar 2006

Bezirkspräsident an die Landräte und Oberbürgermeister: Faschisten-Bekämpfung. Merseburg, den 19. Oktober 45. Stadtarchiv Naumburg, Einzeldokument

Bjarsch, Hubert: Ein Überlebender, unverschämt. Eine Heiße Geschichte. Frieling-Verlag, Berlin 2006

[Burkhardt, Fritz] Bericht des Genossen Fritz Burkhardt über seine Erlebnisse und seine Tätigkeit nach 1945. Naumburg, ohne Jahresangabe, unveröffentlicht

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Ehrlicher, Max. Sammlung Personalangelegenheiten. Stadtarchiv Naumburg, Archiv Nummer, 122 , 24

Eisenhower, General Dwight D.: Militärregierung - Deutschland. Kontrollgebiet des Obersten Befehlshabers. Proklamation Nr. 1. An das Deutsche Volk, Naumburg 1945

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Jung, [Dr.] Volkhard: Bericht über HJ in Naumburg. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg, www.museumnaumburg.de, Januar 2006

Kipper, Wolfgang: Historie - Geschichte der Sozialdemokratie in Naumburg (1864 -1946). Internetseite SPD-Naumburg.net, 2005

Knorr, Michael: Naumburg 1945. Naumburg, den 3. Februar 2006, unveröffentlicht

Lack, Waltraud (Wolfersdorf 40er Jahre): Kindheit im Krieg. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg: www.museumnaumburg.de, Januar 2006

Lieback, Hans: Pension Vollrath. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg, www.museumnaumburg.de, Januar 2006

Lück, Heiner: Von Barop nach Buchenwald: Der Naumburger OLG-Präsident Dr. Paul Sattelmacher (1879-1947). In: Höland, Armin und Heiner Lück (Herausgeber): Juristenkarrieren in der preußischen Provinz Sachsen 1919-1945. Lebenswege und Wirkungen, Mitteldeutscher Verlag 2004, Seite 91 ff.

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[Marien, Karl:] Betr.: Stellenbesetzung und Entlassungen, [Naumburg, den] 27.9.1945, unveröffentlicht

Militärregierung - Deutschland. Kontrollgebiet des Obersten Befehlshabers, Befehle des Obersten Hauptquartiers: An das deutsche Volk. In: Verkündigungsblatt der Stadt Naumburg vom 26. Mai 1945 (Nr. 10)

Neumann, Willy, Naumburg, Liebknechtstraße 4: Brief vom 23. Mai 1946 an den Bezirkspräsidenten von Merseburg. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Merseburg. Verschiedene Kommunalangelegenheiten der Stadt Naumburg, Rep. C, I h, Nr. 908

Nöding, Günter: Fragen an die Autoren von Erinnerungen. Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung bei der Bezirksleitung Halle der SED, Arbeitsgruppe Erinnerungen. Fragebogen. Ohne Datum, unveröffentlicht

Nöding, Günter (Naumburg, Friedenstraße 11), 22. Januar 1979, unveröffentlicht

Onasch, Martin (Herausgeber, Verfasser der Einleitung): "... Wir atmen alle auf...". Ein Brieftagebuch über das Kriegsende 1945 [von Pfarrer Konrad Hippel], Naumburg/Saale, Saaledruck Naumburg GmbH, 1995

[Pinder, Ernst] Military Government of Germany. Fragebogen. Justizpersonalakte Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Magdeburg, C 127, Sachsen-Anhalt Justiz, 148/5

[Pinder, Ernst] Justizpersonalakte, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Magdeburg C 127, Sachen-Anhalt Justiz, 148/1

[Pinder, Ernst] Der Oberlandesgerichtspräsident an den Herrn Landgerichts-präsidenten. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Magdeburg C 127, Anh. Justiz PA P Nr. 148 Band 1

Poschinger, Barbara (1942-1947): Kindheit im Schatten des Krieges. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg, www.museumnaumburg.de, Januar 2006

Reich, Ingo: Wie ich nach Naumburg kam. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg, www.museumnaumburg.de, Januar 2006

[Schaffernicht] Oberbürgermeister Stadt Naumburg, Schaffernicht an den Regierungspräsidenten von Merseburg vom 31. Januar 1946. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Merseburg, Rep. I h, Nr. 908

[Schaffernicht] Der Oberbürgermeister der Stadt Naumburg. Schaffernicht an den Präsidenten der Provinz Sachsen, 14. März 1946 Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Merseburg, C 48, I h Nr. 899

Schuster, Max: Brief an den Bürgermeister von Bad Kösen, 1947, Stadtarchiv der Stadt Bad Kösen (2008)

Teller [Gespräch mit]. In: Aufzeichnungen über eine Aussprache mit einigen Parteiveteranen über die Entwicklung Naumburgs 1945/46. Naumburg, ohne Jahresangabe, 1960 (nur grobe Schätzung möglich), unveröffentlicht

Verkündigungsblatt des Oberbürgermeisters der Stadt Naumburg, 15. Mai 1945 (Nr. 7), 26. Mai 1945 (Nr. 10), 30. Mai 1945 (Nr. 11), 2. Juni 1945 (Nr. 12), 9. Juni (Nr. 13), 8. August 1945 (Nr. 26), 25. August 1945 (Nr. 30), 15. September 1945 (Nr. 38), 6. Oktober 1945 (Nr. 45), 7. November 1945 (Nr. 55), Stadtarchiv Naumburg

Wallbaum, Eugen (Naumburg, Brunnengasse 9), Brief an den Befehlshaber der alliierten Truppen der befreiten Stadt Naumburg am 14. April 1945, unveröffentlicht

Wallbaum, Eugen (Naumburg, Brunnengasse 9), Brief an den Herrn Befehlshaber der alliierten Truppen der Stadt, 25. April 1945, unveröffentlicht

Zeitschel, Paul: Notizen. Naumburg, ohne Datum (wahrscheinlich um 1960), unveröffentlicht


Autor:
Detlef Belau


Geschrieben: Oktober 2004.
Aktualisiert: 24. September 2008

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