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Tausendmarkschein-Winter.
Schafft die Lüge mehr Vertrauen als die Wahrheit?

 

"Im Gerichtsgefängnis zu Naumburg hat ein Mann jenen ominösen angeblichen Selbstmord begangen, der sich in braunen Haftzellen immer wieder ereignet. Dieser Mann hat ganz ohne Zweifel für das Dritte Reich eine ähnliche Rolle gespielt, wie sie Johannes der Täufer in der Welt der Bibel zukommt. Er war", erinnert der Neue Vorwärts (SPD) am 15. November 1936, "der direkte Vorläufer des Herren und Messias! Gustav Winter hiess der Mann."

Zur Lage von Grossjena bei Naumburg (Saale)

In Naumburg an der Saale und Umgebung hörten viele von seinen Eskapaden, kennen manche Anekdote, wissen aber ansonsten wenig bis nichts über ihn. Woher auch? Stadt- und Regionalgeschichte kümmerten sich bisher nicht um den Tausendmarkschein-Winter. Und die nationale Geschichtsschreibung betrachtet seine Aktivitäten um den Bau des Propaganda-Wagens für die Hugenberg-Partei 1928/29, die Präsidentschaftskandidatur 1932 oder den Orga-Kult als eine historische Fusszeile.

Gustav Winter, am 11. Mai 1882 in Magdeburg geboren, war Schriftsetzer, Journalist und Direktor einer Kleinbühne, lebte seit Anfang der 20er Jahren als Publizist, Bundesleiter des Volksbundes Wahrheit und Recht, Herausgeber der gleichnamigen Wochenschrift, Freizeit-Forscher und Filmfabrikant auf Kredit in Großjena bei Naumburg an der Saale. Vor seinen Namen steht der Titel "Betriebsanwalt", wo speziell der zweite Wortstamm "Anwalt" imponieren sollte. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sein jährliches Einkommen beträgt um das Jahr 1928 nach eigenen Angaben 50 000 Reichsmark. Auf seinem Bankkonto liegen 160 000 Reichsmark.

Der Vorwärts (SPD) kündigt am 19. November 1919 sein Buch Der Taylorismus an.

 

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Das Taylorsystem.

und wie man es in Deutschland einführt von Gustav Winter.

Praktisches Lehrbuch für Praktikanten, Ingenieure und Betriebsleiter, Gewerkschaftsführer und Arbeiter. ...."

 

Vorwärts. Berlin Volksblatt, Zentralorgan der Sozialdemkratischen partei Deutschlands, Berlin, den 17. Juni 1919

 

Eine Zeit lang arbeitete er als Kriminal-Reporter bei der Leipziger Abendzeitung, was vielleicht seine Phantasie in eine spezielle Richtung lenkte.

Bald wandte sich der Fachmann für die Taylorisierung der Arbeit anderen Arbeitsgebieten und Einnahmequellen zu.

 

 

Wahrheit und Recht

1926 gründet Gustav Winter den

Deutschen Volksbund "Wahrheit und Recht".

dessen Ziel es ist, die Aufwertung der rotgestempelten Tausendmarkscheine zu erreichen. In verschiedenen Städten existieren angegliederte Verbände. Drei Millionen Mitglieder zählt - laut Bundesleiter - die Organisation. Sie gibt die

Wochenschrift für Wiederaufbau
und Ausbau der deutschen Wirtschaft
Wahrheit und Recht

heraus Die Redaktion organisiert und leitet Gustav Winter unter dem Synonym Platon. Typisch für den Wortschatz und politische Ausrichtung Sentenzen des Sensationsblattes der Aufwertungsbewegung sind Äusserungen wie:

"Deutschlands Elend wurzelt gerade darin, dass es heute nur noch so wenig wahrhaft deutsche Männer und Frauen gibt." (WuR 24.4.1931, 3)

Die Mitteilungen an die Mitglieder des Volksbundes zeichnet er mit: "Sieghaft wie immer trotz allem und Treudeutsch Euer G. Winter".

yy Die Wochenschrift Wahrheit und Recht führt, wie ihr Chefredakteur gerne formuliert, den Schlusskampf gegen die Inflationsidioten, das Bonzentum, die verfreimauerte Presse und ekelhaft Hörigen des internationalen Grosskapitals unter Dauerfeuer. 1931 fordert es:

Nieder mit Bonzentum und Freimaurerei!
Weiter feuern! Nicht nachlassen!

Fraglos wusste der Bundesleiter die Auseinandersetzung mit der Reichsbank interessant zu inszenieren. Er plante, organisierte, publizierte, agitierte, intervenierte und finanzierte, einmal sogar erstaunliche 100 000 Reichsmark, kassierte und betrog. Provozierte Reichsbankpräsident Schacht. Als er 1931 ins Gefängnis muss, ruft er vorher seinen Anhängern zu:

"Zeigt dem Volke, wie es durch seine Bonzen in allen politischen Parteien belogen und betrogen wird so lange, bis der ganze elende, heuchlerische Parlamentarismus zusammengekracht ist und der Weg frei wird für eine vernunftgemäße, überparteiliche Diktatur seitens eines ehrlichen Volksführers in Deutschland." (WuR 24.4.1931, 3)

Gustav Winter (1882-1936). Zeichnung

Einmal erzählte er in einer Aufwertungsversammlung, dass er Verfolgungen ausgesetzt sei. (LVZ 12.10.1928). Um den dramaturgischen Effekt zu steigern, zog er eine Schreckschusspistole heraus, knallte damit in den Saal und rief aus:

"Mir soll nur einer kommen!
Der erste Schuss geht in die Luft,
der zweite sitzt!"

Der "v e r r ü c k t e  Winter", so nannten ihn Viele, lobte Benito Mussolini und zieht die Scheide- und Stresemänner durch den Kakao. Verrückt?, das hätten die Bürger - hoffentlich - ausgehalten. Und ein Münchhausen-Syndrom kann man Komisches abgewinnen. Schwer wiegt hingegen: Winter ist in die antidemokratische Rechte involviert, führt Vorhutgefechte gegen den Parlamentarismus und flankiert ideologisch die aufkommende nationalsozialistische Bewegung. Wahrheit und Recht, schreibt er vor seinem Gang ins Gefängnis im April 1931, "sind nun einmal die natürlichen Gegner des heutigen Systems." Nicht ohne Grund tauften ihn die SPD-Genossen auf den Namen "brauner Betriebsanwalt".

 

Die Aufwertungsgläubigen

Hingegen war er für die Anhänger von Wahrheit und Recht ein Mann,

"der in Deutschland Ordnung schaffen wollte".

Und die Aufwertungsgläubigen liebten und verehrten ihn abgöttisch. Über 20 000 Protestbriefe sandten sie an das Schöffengericht in Leipzig, wo er sich 1928 wegen Betrugsverdacht verantworten musste. Als er im Juli 1929 nach Abschluss der Revisionsverhandlung das Leipziger Gerichtsgebäude verliess, schenkte ihn eine bald siebzigjährige Frau einen Strauss roter Rosen. Drei Jahre später sammelten die Winter-Hörigen 35 000 Unterschriften, damit ihr Führer zur Präsidentenwahl kandidieren konnte.

Die Hyperinflation schlug die Bürger in ihren Bann. Viele verloren ihr Geldvermögen. Ohne grosses Zutun konnte sich der Volksbund Wahrheit und Recht aus dem Heer sozial Deprivierter eines gewissen Zulaufs erfreuen. Alles in allem geradezu ideale Voraussetzungen, um auf dem Gebiet der Volksverdummung epochale Leistungen zu erbringen. Gustav Winter nutzte die Chance.

 

Der Bundesleiter mit Münchhausen-Syndrom

Als Bundesführer warb er in Berlin, Zittau, Mannheim, Breslau, Dresden, Leipzig, Krefeld und vielen anderen Städten in sogenannten Aufwertungs-Versammlungen für den Volksbund Wahrheit und Recht. Bald ward der Betriebsanwalt aus Grossjena

Der grosse Held der kleinen Leute (Hans Bauer),

was ihn nicht davon abhielt, die Kampagnen gegen die Inflationsidioten zum monetären Massenbetrug auszugestalten. Gustav Winter war

Der einzige,
der von den "Rotgestempelten" leben konnte
,

titelt die Münchner Abendzeitung am 17. September 1928.

Mit der Entscheidung des Reichsgerichts vom 20. Mai 1926 über die Aufwertungsansprüche änderte sich die Rechtslage. Winter lag nun schief, wie die Bremer Nachrichten 1936 rekonstruierten, schwindelte aber weiter. Ob der Obervertrauensmann der Inflationsgeschädigten an die Aufwertung glaubte, ist eine der Fragen, die hier noch zu beantworten wäre.

Kaiser Wilhelm II. machte 1914 das Augustversprechen: Weihnachten seid ihr wieder zu Hause. Gustav Winter gelobt seinen Jüngern:

Weihnachten habt ihr euer Geld.

Von den Ungereimtheiten wollten sie nichts bemerken, hofften auf ein Wunder. Hypnotisiert und ohne Willen laufen sie Winter hinterher - mit Bekennersucht, Führerkult und, was Schuldirektor und Historiker Ernst Borkowsky den Deutschen bereits 1914 attestierte, grosser Glaubensfreudigkeit. Erinnerungen an das Publikum von Mario dem Zauberer (Thomas Mann) kommen hoch.

Den Vorwärts (SPD) aus Berlin schreibt am 9. November 1928 zum Abschluss des Winter-Betrugs-Prozesses in Leipzig: Wie er seine Anhänger einschätzte, "gehe aus seinen eigenen mit zynischer Offenheit dargelegten Ausführungen hervor, als er sagte, er müsse den Leuten, die dümmer seien als dumm, mit gossen Lügen als Bluff kommen."

"Wenn ich für das Volk schreibe," rechtfertigte sich der Bundesleiter gleich zu Beginn des Prozesses, "so muss ich mich hart und großsprecherisch ausdrücken, sonst verstehen sie mich nicht." (LVZ 6.10.1928)

Angeblich unterbreitete Reichsbankpräsident Doktor Hjalmar Schacht den Inhabern der alten deutschen Reichsbanknoten ein Vergleichsangebot von 66 2/3 Prozent. So stand es zumindest auf einem Winter-Plakat geschrieben. Einige trauten dieser Botschaft nicht und fragten sich, war es ein Angebot von oder an Doktor Schacht? Ein Bürger richtete eine Anfrage an Winter, erhielt aber keine Antwort. Dann kam der Bundesführer des Volksbundes als Referent zu einer Aufwertungs-Versammlung nach Köln. Sollte man jetzt nicht mit ihm sprechen können? Dazu kommt es nicht, denn Winter führt sich wie ein Diktator auf und warnt die Dissidenten:

"Wer sich erlaubt, mir zu widersprechen, wird an die Luft gesetzt. Ich mache sofort von meinem Hausrecht Gebrauch."

Für die Ausführung seiner Befehle hatte er immer eine Leibgarde zur Hand. "Die Leute, die ihm widersprachen," berichtete die Leipziger Volkszeitung (LVZ) am 11. Oktober 1929 vom Winter-Prozess, "wurden als Reichsbankspitzel verschrien und in seiner Zeitschrift "Wahrheit und Recht" heruntergerissen."

In Dresden war die Bühne, erklärt ein Zeuge am 8. Verhandlungstag des `28 Prozesses, mit Blumen und Lorbeerbäumen geschmückt und mittendrin stand eine Winter-Büste. Meisterhaft handhabte das Original die Methode, die damals Grosssprecherei hiess. Ein um das andere Mal stellte er sein Talent dafür unter Beweis. Zudem litt er am Münchhausen-Syndrom. Täglich arbeitet er 20 Stunden, über 14 000 Briefe liefen bei ihm täglich ein, erzählte Winter dem Gericht am 9. Verhandlungstag des Leipziger Prozesses . 80 000 Briefe liegen noch ungeöffnet in seinem Zimmer. (LVZ 16.10.1928)

In einer Broschüre schrieb er: "So ist es mit gelungen, durch innereuropäische Verhandlungen die Anerkennung unserer Forderungen im Ausland zu erhalten, so dass sie als Wechsel diskontiert werden." Auf die Nachfrage vom Vorsitzenden des Leipziger Schöffengerichts im Oktober 1928, konnte er keine Börse nennen, mit der er je verhandelt hatte.

Erstaunlich war, wie er sich immer wieder zu steigern wusste. Ihn trieb das Münchhausen-Syndrom. Die nächste Lügengeschichte musste raus und behauptet "…. die Reichsbank habe schon wieder 250 Milliarden (….) Reingewinn gemacht". (LVZ 12.10.1928)

Am 9. Verhandlungstag sagte er dem Schöffengericht in Leipzig, dass die Reichsbank ihm das prägen von Goldstücke erteilte. Der Adler gefiel ihnen aber nicht, wahrscheinlich werden jetzt sein Kopf darauf geprägt werden. (LVZ 16.10.1928),

Wo Winter hinkam, herrschte bald Aufregung. Oft ging es hoch her. In Hamburg musste die Staatsmacht zur Gewährleistung elementarer Formen von Ordnung Sicherheit eine Sipo-Kommando mit 1000 Mann einsetzen. Wenn er den Saal betrat, standen seine Anhänger auf, jubelten, klatschten. Nach der Rede feierten sie ihn ab, trugen ihn mitunter auf Schultern durch den Saal.

Die AZ am Abend München bekam von der Vorbereitung einer Veranstaltung Wind. Am 1. März 1927 benachrichtigte sie die Leser: "Wegen Irreführung der gutgläubigen Massen" verbietet die Polizei, was sich öfters wiederholte, die Versammlung.

 

Dass eine Massenbewegung gegen die Geldpolitik der Regierung entstanden war, kann natürlich nicht allein Winters Redetalent oder dem Engagement des Volksbundes Wahrheit und Recht zugerechnet werden. Wie so oft, boten Politiker bestimmter Provienienz nicht nur den Anlass, sondern setzten auch die Ursachen. So verstieg sich beispielsweise der Reichsbankpräsident und spätere Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht am 16. Februar 1930 in der Rede zur Schaffermahlzeit im Bremer "Haus der Schifffahrt", wie sie tags darauf die Leipziger Volkszeitung wiedergab, zu der Leistung: ".... wir haben nirgends mehr das Gefühl in der Bevölkerung, dass der einzelne für sein Schicksal verantwortlich ist, dass der einzelne kämpft und ringt und sich einsetzen muss, wenn er etwas im Leben erreichen will. Unser Ideal in Deutschland ist

das Ideal des Sozialrentners,

der mit dem Augenblick, wo er in die Wiege gelegt wird, sämtliche Versorgungsscheine, einschließlich der Sterbeklasse mitbekommt. Wir fühlen uns nicht als Bürger des Staats, sondern wir fühlen uns als Wohlfahrtsempfänger ...." Derartige politische Fehlleistungen, stiessen bei nicht wenigen Bürgern auf Ablehnung und führten dann und wann - in Verbindung mit dem Kampf der Parteien - zu Protesten. Winters Gegner lieferten ihm und der Redaktion von Wahrheit und Recht die Munition für den Schlusskampf von Zeit zu Zeit frei Haus.

 

Der große Betrug

Blick nach Großjena,
Weinberge, mit ehemaligen Wohnhaus von Gustav Winter (2007)

Die Übersiedlung von Gustav Winter nach Grossjena fällt in die Inflationszeit. Ihn fesselte das Thema, er entfacht eine beachtliche publizistische Tätigkeit und entdeckt dazu mögliche private Einnahmequellen. 1927 veröffentlicht er die Schrift

Der große Betrug -
der Inflation und Deflation
,

eine Kampf- und Aufklärungsschrift des deutschen Volksbundes "Wahrheit und Recht".

Wie eine Lawine rollte die Inflation über Deutschland hinweg, erklärt der Wirtschaftsexperte aus Großjena. Sie vernichtete gewaltige Werte und Güter. Schuld sind die dunklen Kräfte Rathenau, Erzberger, Scheidemann und ihre Vorder- und Hintermänner. Schuld ist Hjalmar Schacht (1877-1970), der mit den Worten zitiert, dass sich die wirtschaftlich Geschulten auf Kosten der Unwissenden bereicherten. Gleichzeitig wirkt er maßgeblich an der künstlichen Verlängerung der Inflation mit. Noch im Frühjahr 1923, meint Gustav Winter, wäre es mit guten Willen möglich gewesen, die Inflation zu stoppen. Einige hundert Millionen Goldmark reichten aus, um das Übel zu beheben. Aber nein, der wahnwitzige und ehrgeizige Streber Hjalmar Schacht - seit Herbst 1923 Reichswährungskommissar - ruiniert alles planmäßig, indem er die Papiermark durch Einführung der Rentenmark ab 15. November 1923 saniert. Zunächst besteht diese neben der alten Papiermark. Dann wird sie bei der Reichsbank zum Kurs von 1 Billion Papiermark = 1 Rentenmark = 1 Reichsmark umgetauscht. Und darum geht es, so kann man Winters Problem reformulieren, er ist mit dem Umtauschkurs nicht einverstanden.

Gustav Winter (1882-1936)
in seiner Lieblingspose

Die Inflation und ihre Folgen beherrschen das Leben von Gustav Winter. Als Gewinner sieht er das internationale Finanzkapital und auch das Reich, die Länder und Gemeinden, die nun frei von Schulden sind. Eigentlich werden nun Steuererleichterungen erwartet. Aber, im Gegenteil, dem Volk werden weitere Kosten aufgebürdet. Virtuos jongliert Winter mit den Begriffen "Versailler Diktat", "Inflation", "Deflation", "Dawes-Plan", "Wirtschaftsniedergang", "Volksverrat" und "Volksbetrug". Zu oft gleitet er in theatralische Vorwürfe gegenüber dem Reichsbankpräsidenten ab. Diktion und Sprache seiner Argumentation erinnern mehr an die heutige Yellow-Press als an soliden politischen Journalismus.

 

Kampfmaschine gegen das internationale
Finanzkapital oder Hugenberg-Kutsche?

1928/29 mischte der moderne Heiland (Leipziger Volkszeitung) in Naumburg bei der Ertüchtigung von

Panzer-Propagandawagen

mit.

Ein großartiges, billiges und wirksames Propagandainstrument im Kampf gegen die Macht des internationalen Kapitals und die Bonzen erblickt Gustav Winter in der

Devoli.

Gegründet wurden die Deutschen Volkslichtspiele GmbH (Devoli) am 3. August 1927 unter Drangabe von 800 000 Reichsmark, die Adelbert Karl Werner Graf von der Schulenburg (Burgscheidungen) und der ehemalige Hofschauspieler am Sächsisch-Meiningschen Hoftheater (1907-1914) Erich Claudius (1889-1940) aufbrachten. Ihre Film- und Tonstudios sowie Lager-, Material-, Verpackungs- und Verwaltungsräume befinden sich in Naumburg im früheren Garnisonslazarett (Nordstraße) auf dem Spechsart.

 
   
 

Das Devoli-Mobil als Wanderkino. Auf der Filmleinwand steht geschrieben: Der deutsche Volksbund "Wahrheit und Recht" ist die größte Organisation
des ganzen Deutschen Volkes.

   
   
 
   
 
Panzer-Propaganda-Wagen
   
 
Auf der Projektionsfläche steht geschrieben:
 
Durch
Wahrheit und Recht
gegen
Versailler-Vertrag
gegen
den Kriegsschuld-Irrtum
für den Völkerfrieden.
   
 
   
 
Die Antwort der Gegner
   
 

Wahrheit und Recht. Jahrgang 4, Nummer 8. Leipzig, den 22. Februar 1929, Seite 7

 

Winter meint mit Devoli aber nicht die Firma Deutsche Volkslichtspiele, sondern die mit gleichen Namen ausgestatteten

Propaganda-Kampfmaschinen,

eine Art Propaganda-Mobil. Die Erbauer montierten 1927 auf ausgedienten Panzerautos Kinoprojektoren mit Projektionswänden.

Die Filmautomobile sind eine Weltneuheit. Doch sehen die Linksparteien in diesen Propaganda-Maschinen nicht eine Geheimwaffe, sondern eine Hugenberg-Kutsche.

Damit kann man, ruft Winter mit kindischer Freude aus, überall hinfahren und Kino machen. "Musste das Kinopublikum sich bisher die ekelhaften Hetz- und Zersetzfilme amerikanischen Ursprungs einfach gefallen lassen, weil weder gute Filme greifbar, noch Kinos frei waren, so vermögen wir heute mit unserer Devoli Wandel zu schaffen; Wir bringen das Gute vor das Volk." (WuR 22.2.1929, 10) Endlich können jetzt, gibt er seiner Hoffnung Ausdruck, nationale Kinoproduktionen gezeigt werden, die nach Beseitigung der friedensstörenden Verträge (Versailles, Dawespakt) der Völkerverständigung dienen sollen. Nach sechs Monaten, im März 1928 folgt der Konkurs.

Wahrheit und Recht erzählt die Devoli- Geschichte am 22. Februar 1929 so zu Ende:

"Der Gegenschlag der Koalitionsparteien gelang, die Firmen zogen ihre Aufträge zurück, die "Devoli" wurde für den Filmbezug boykottiert, die Polizeibehörden wurden gegen sie mobil gemacht und nach rund sechs Monaten war dieses ungeheuerliche und gefürchtete Kampfinstrument - zerschlagen? - ach wo - nur außer Gefecht gesetzt. Wohl kam die Firma in Konkurs und alles lag brach - große liquide Werte lagen illiquid auf einem Lagerplatz in - Naumburg an der Saale - ausgerechnet dort, wo unser Führer jetzt sein Domizil aufgestellt hat."

Es war geplant, die Propaganda-Tanks in Naumburg zu entsorgen. Der Vorkämpfer der Klein-Rentiers erfährt davon und posaunt heraus: Für so etwas hat der Winter Geld. Die Tanks werden leicht rekonstruiert, die Projektionsflächen für das Kinobild vergrössert und mit Lautsprecher ausgestattet. Jetzt können alle Filme vorgeführt werden. Auch Benito Mussolini (1883-1945) besitzt, protzt der Bundesführer des Volksbundes, so einen Panzer-Propaganda-Wagen.

"Die Devoli ist in unserer Hand!", triumphiert die Zeitschrift Wahrheit und Recht am 22. Februar 1929. Die Devoli, heisst jetzt:

Deutsche Volksbund - Lichtspiele.

Und dann versiegen die Nachrichten.

 

Gerichtsprozesse in Leipzig

Am 3. Oktober 1928 muss sich der Führer des Deutschen Volksbundes für Wahrheit und Recht vor dem Schöffengericht in Leipzig verantworten. Nicht weil Winter das Volk, was er tatsächlich zu genüge tat, erregte. Dies gab er immer wieder vor und verbreitete er überall. Nur, deshalb muss er nicht vor Gericht. Vielmehr stand zur Beurteilung an, ob er die Einnahmen aus dem Verkauf von Broschüren regelkonform an die Organisation abführte.

Von einem Riesenbetrugsprozess in Deutschland,

sprachen die "Innsbrucker Nachrichten" am 19. September 1928.

Doch es taten sich mehr Schwierigkeiten auf als gedacht. Zum Beispiel übernahm der Bundesführer die Kasse von den ihn unterstellten Verbänden des Volksbundes in Dortmund und Leipzig. Das wird öffentlich nicht geleugnet, sondern damit begründet, dass ihre Arbeit keine Aussicht auf Erfolg versprach. Und ausserdem musste der Gustav Winter viele Kosten der Bewegung übernehmen. (Vgl. WuR 24.4.1931, 17)

Zur Klärung der Sachverhalte nahm sich das Gericht Zeit und geht gründlich vor. Allein bis zum 9. Verhandlungstag erschienen 43 Zeugen.

Als erstes greift das Gericht zur Broschüre "Aufwertung zu 100 Prozent". Dann folgt "Mein Schlusskampf mit der Reichsbank und ihre heimlichen Helfern". Jeden Zweifel des Richters und Staatsanwalts, hält der Gerichtsreporter fest, wehrt er mit der Gewandtheit eines begabten Redners ab. An einem Tag befasst sich das Gericht mit der Schrift "Der grosse Betrug". Nun ging es, wie Gustav Winter in einem Brief schrieb, um das prima Geschäft mit den Broschüren, also um die merkantile Seite der Propaganda vom Volksbund. Es kam heraus, dass er die Einnahmen aus dem Verkauf von Broschüren nicht an die Organisation abführte, sondern in die eigene Tasche steckte. 1926/27verkaufte er, wie der Staatsanwalt ermittelte, annähernd 600 000 Broschüren zum Preis von je einer Reichsmark, deren realer Wert jedoch nur 10 Pfennige entsprach.

Der Volksbund Wahrheit und Recht setzte auch Filme ein. Als Beweismittel brachte das Gericht den für die breite Öffentlichkeit produzierten Film

Der große Betrug

zur Vorführung.

"In dem Flugblatt Nummer 1, das zur Verlesung kommt, empfiehlt Winter die Beteiligung seines Bundes an der Industrie und die Gründung einer Goldmarkbank. Zehn deutsche Grossfilme seien bereits fertiggestellt und zehn andere Filme seien in seinem gewaltigen Atelier in Arbeit. Diese Filmindustrie und die Goldmarkbank sollten Winter den Kampf gegen die Reichsbank finanzieren helfen. Die Anklage stellte hier fest, dass die Propagierung dieser Unternehmen nur dazu dienen sollten, Winter die Taschen zu füllen und nicht wie Winter behauptet, dem Interssen seiner Anhänger." (LVZ 5.10.1928)

Mit der Wochenschrift Wahrheit und Recht, den Kampf-Broschüren und Filmen hielt Gustav Winter den Glauben aufrecht, dass eine Aufwertung der rotgestempelten Tausendmarkscheine noch möglich wäre.

Immer wieder stösst das Gericht auf das Imponiergehabe des Angeklagten und erlebte so "manchen Weltgeschichtlichen" Augenblick. Ein Zeuge, der vom Gericht geladen (siehe LVZ 11.10.1928), beobachtete Gustav Winter auf einer Versammlung und gibt seine Worte so wieder:

Um sich Zutritt zur Aktionärsversammlung der Reichsbank zu verschaffen, erwarb ich einige der betreffenden Aktien und konnte jetzt an der Generalversammlung der Reichsbank teilnehmen. "Jetzt kam Leben in die Bude!" "Während sonst immer nur etwa fünfzehn oder weniger Aktionäre anwesend waren und die Zusammenkünfte in einem ruhigen Geplätscher verliefen, erschienen diesmal, als ich einzog, sechzig bis siebzig, darunter prominente Finanziers des In- und Auslands. Vier Mann hatten ich mit schweren Knüppeln am Eingang postiert, und mit bleichen Gesichtern und schlotternden Knien drückten sich die Herren Aktionäre und die Mitglieder des Direktoriums an ihnen vorbei.

Es war ein Augenblick von weltgeschichtlicher Bedeutung."

Deshalb war das Gericht gut beraten, wenn es immer wieder die Informationen, welche der Angeklagte oft eloquent in Erzählungen einbaute, hinterfragte und prüfte. Angeblich sollte in Leipzig für Wahrheit und Recht ein extra Postamt eingerichtet werden. Zeuge Postinspektor Wolf vom Postamt C 1 Leipzig, erinnerte sich jedoch nicht daran, je mit dem Angeklagten darüber gesprochen zu haben.

Während der Verhandlungen, wenn Winter das Wort erteilt, hörte man aus dem Publikum immer mal wieder Zustimmungsbekundungen, worüber der Vorsitzende natürlich verärgert.

Im November 1928 verurteilt das Gericht Gustav Winter wegen Betrugs zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis sowie 20 000 Reichsmark Strafe. Er legt Widerspruch gegen das Urteil ein.

"Die Dreistigkeit und Skrupellosigkeit, mit der er vorgegangen sei, um sich und seiner Familie eine sorgenfreie Existenz zu schaffen," kommentiert am 9. November 1928 die Münchner AZ am Abend, "müsse als strafverschärfend angesehen werden." Am gleichen Tag unterstreicht der Vorwärts (SPD), dass der Aufwertungskämpfer seine zahlreichen Anhänger jahrelang und auf das schwerste betrogen hat. Davon unbeeidruckt überschütteten sie ihn und die Verteidiger nach der Urteilsverkündung mit Blumen. Als Winter vor die Tür des Gerichtsgebäudes trat, empfingen ihn die Getreuen mit:

"Unser großer Führer,
er lebe hoch!"

Es konnte also weitergehen. Und es ging weiter. Es folgte der Skandal um die Deutschen Volksbund - Lichtspielen (1929), der Wintersturm in der Reichsbank (1930), die Kandidatur für das Amt des Reichspräsidenten (1932) und der Orga-Kult.

 

Nach 26. Verhandlungstagen bestätigt am 11. Juli 1929 die 6. Grosse Strafkammer des Leipziger Landgerichts das Urteil von 1928. Die Berufung auf Kosten des Angeklagten verwarf das Gericht. Eine Strafmilderung, konstatierte das Gericht, kam nicht in Frage, weil der Verurteilte seine Betrügereien fortsetzte. Es stellte weiterhin fest, dass er seine Anhänger über die realen Möglichkeiten der Aufwertung planmässig täuschte. Gustav Winter wusste, dass eine Aufwertung des Geldes nicht mehr möglich war. Er nutzte die Bewegung zur persönlichen Bereicherung.

 

Der grosse Betrug und
die
Filmgesellschaft Philanthropa

Der aus der Aufwertungsbewegung bekannte sog. "Betriebsanwalt" und Wanderredner Gustav Winter ist, teilt das Ministerium des Inneren im Erlass vom 10. Dezember 1929 mit, am 11. Juli 1929 in der Berufungsinstanz wegen Betruges zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis und zu 20 000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt wurden. Dessen ungeachtet setzt er seine Aktivitäten fort, wozu er neuerdings den von ihm produzierten Film Der große Betrug einsetzt. Eine Genehmigung zur Aufführung ist bisher nicht nachgesucht worden, mit einer Zulassung, hebt der Runderlass hervor, ist auch nach dem, was bisher bekannt geworden ist, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen kaum zu rechnen. Welch umspannende Betriebsamkeit Winter entfaltet ist daran zu erkennen, dass der Landrat von Belgard an der Persante, eine Kreisstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, am 27. Dezember 1929 die Bürger ersucht, gegen jede unerlaubte Vorführung des Films einzuschreiten. Denn man befürchtete, dass Gustav Winter versuchen wird, den Film trotz Verbot zur Aufführung zu bringen.

Über Philanthropa, Kultur-Film-Gemeinde deutsche Städte e.V., für die Gustav Winter und E. Linke (Leipzig) als Geschäftsführer zeichnen, wurden Filmpässe verkauft, ohne jedoch die Gegenleistung zu garantieren.

Philanthropa - 15. Februar 1929

Philanthropa, internationales Kultur-Film-Propaganda-Institut E. Linke & Co. Kommanditgesellschaft (Leipzig), wurde am 25. Februar 1929 gegründet. Die Filmgesellschaft organisiert und führt den Kampf gegen Überfremdung und Monopolherrschaft. Zur Geschäfts-Philosophie heisst es:

"Wir spucken den internationalen Hetzern wiederum in die Suppe, wir stellten schon längst den amerikanischen Hetzfilmen eine scharfe Gegenpropaganda und europäische Friedensfilme gegenüber (italienische, deutsche, französische, schwedische!) und werden dafür sorgen, dass statt Zersetzung der Staaten von Europas - die Vereinigten Staaten von Europa entstehen, ob nun die Herren beamteten Diplomaten Europas dies heute schon völlig begreifen oder nicht."

Dadurch wird überall, doch "zunächst aber in Deutschland Wahrheit und Recht zum Siege kommen" (WuR 22.2.1929, 13).

Wer will, teilt man öffentlich mit, kann auch für 100 Reichsmark Anteile an Philanthropa kaufen. Direktor E. Linke ist dem Cineasten als Produzent und Regisseur von Satan Diktator (Leipzig 1919) und Orientfieber (Leipzig 1923) bekannt.

Intendiertes Ziel der Kulturkampfgruppe blieb, die Aufführung des nicht zugelassenen Films.

 

Wintersturm
in der Generalversammlung der Reichsbank
Leipziger Volkszeitung, 18. Februar 1930

Am 15. Februar 1930 triftt Gustav Winter mit dem Inflationsidioten, wie er den Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht gelegentlich beschimpfte, zusammen. "Die Wahrheit wird gesagt," verkündet Winter, "auch wenn sie für mich gefährlich ist." (WuR 24.4.1931)

Er ist krank, erklärt Leonidas, Mitglied der Redaktion von Wahrheit und Recht. Trotz "Haft- und Verhandlungsunfähigkeit" nimmt der Bundesführer den Weg nach Berlin in das Reichsbankgebäude unter "denkbar grössten gesundheitlichen Vorsichtsmassnahmen" auf sich.

Was Wahrheit und Recht in Heft 8 / 1930 als "Komödie der Reichsbank" hochschreibt, war die Generalversammlung der Aktionäre der Reichsbank. Die anwesenden Herren sollen dem Entwurfdes neuen Bankgesetzes zustimmen. Reichswirtschaftsminister Robert Schmid (SPD) erläuterte in der Ministerbesprechung vom 3. Februar 1930 die Intention dieser Regierungsinitiative wie folgt:

Das Reich will im neuen Bankgesetz die Gewinnverteilung so regeln, daß ihm ein wesentlich größerer Anteil am Gewinn zukommt als bisher. "Die Reichsbank beabsichtige, den Anteilseignern auf vier Reichsbankanteilen einen Gratisanteil und zwei Gratisaktien der Golddiskontbank zuzugestehen, wenn sie sich mit der Neuregelung der Gewinnverteilung einverstanden erklärten und auf weitere Ansprüche verzichteten."

Das war nicht unproblematisch und veranlasste den ungebetenen Gast aus Grossjena in der Generalversammlung der Reichsbank zu Einwürfen und Anfragen. Aufgrund des "Querulantentum des Betriebsanwalts Winter", war die Diskussion lebhaft und zeitweise stürmisch. Wie gewohnt, gebrauchte der Führer der Aufwertungsbewegung starke Worte. Obwohl es laut Geschäftsordnung unzulässig ist, wollte er einen Misstrauensantrag gegen den Reichsbankpräsidenten stellen.

Wahrheit und Recht erkannte auf "Gewalttätige Aktionäre" und sprach vom "Verrat am Volke".

Immerhin musste Robert Schmid in der besagten Ministerbesprechung zum vorliegenden Bankgesetz einräumen:

"Es sei zu befürchten, daß eine derartige Regelung in der deutschen Öffentlichkeit stark angegriffen werden würde. Andererseits müsse vermieden werden, durch eine zu ungünstige Behandlung der Anteilseigner den Kredit der Reichsbank im Ausland zu schädigen."

Die Generalversammlung der Aktionäre der Reichsbank und das neue Bankgesetz eröffnen Einblicke in die tieferliegenden Ursachen der Aufwertungs-Bewegung. Grossspurig verkündet Wahrhaft und Recht am 24. April 1931:

"Unsere Rechte sind gewahrt; der neue Kampf ist im Gange, des Führers Fesseln bedeuten ein Nichts."

 

Winter in Haft

Bericht in "Wahrheit und Recht" (Vollbild)

Am 2. Januar 1931 stellt Winter beim Oberreichsanwalt des Reichsgerichts Leipzig "Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Urkundenfälschung und Betrug, begangen 1924 im Amt, gegenüber dem Reichsrat, dem Reichstag und dem Volke, betreffend der Bewertung der alten Roten der Reichsbank."

Zwei Landjäger wollen ihn am Morgen des 19. April 1931 in Großjena verhaften. Wegen einer erkennbaren Erkrankung, ziehen sie unerledigter Dinge wieder ab. Drei Tage später stellt er sich freiwillig der Polizei. Über Wahrheit und Recht wendet er sich am 24. April an seine Gefolgschaft:

"Die Stunde hat nun doch geschlagen in der ich als der Führer des Deutschen Volksbundes Wahrheit und Recht bis auf weiteres von Euch allen fort und für alle, für unseren gerechten Kampf gegen die Volksbetrüger ins Gefängnis gehen muss."

Sie wollen ihn mundtot machen, prangert Wahrheit und Recht (22.5.1931) an. In der Ausgabe vom 24. April 1931 eröffnet Gustav Winter seinen Anhängern, dass die Wochenschrift ihr erscheinen einstellt. Er muss ins Gefängnis.

Ausserdem macht dem Volksbund die Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931 das Leben schwer. Beispielsweise könnte § 10, 1 eine Handhabe gegen seine Umtriebe bieten, wo es heißt: "Plakate und Flugblätter, deren Inhalt geeignet ist, die öffentliche Sicherheit oder Ordnung zu gefährden, können polizeilich beschlagnahmt und eingezogen werden."

Mitteilung über den Tod von Anna Winter in "Wahrheit und Recht"

Gustav Winter muss in dieser Zeit einiges verkraften. Erst im Mai 1931 starb nach einem vierjährigen Magenkrebsleiden seine Ehefrau und die Bundesmutter Anna Winter. Zur Beerdigung erschien er in Kapitänsuniform.

"Betriebsanwalt Gustav Winter," meldet das Naumburg Tageblatt am 1. Oktober 1931, "dessen Verurteilung wegen Betrugs zu einem Jahre drei Monate Gefängnis schon seit Jahr und Tag rechtskräftig geworden ist, konnte bisher den Strafantritt immer vermeiden, da er erklärte, infolge eines Leidens nicht haftfähig zu sein und dies auch mit ärztlichen Zeugnissen belegte. Vor kurzer Zeit erschien er aus dem gleichen Grunde auch nicht in einer Berufungsverhandlung, in der er sich wegen Steuerhinterziehung verantworten sollte. Auch hier hatte er ein ärztliches Zeugnis eingeschickt und blieb in seinem Landhaus in Großjena. Das Gericht ordnete aber eine Untersuchung durch den Kreisarzt an, der Winter für verhandlungsfähig erklärte. Nunmehr wollte man Winter auch seine Strafe antreten lassen und er wurde in Leipzig zum Strafantritt vorgeführt."

Er verbüsst seine Haft in der Sächsischen Gefangenen Anstalt I (Bautzen). Ende Mai 1932 wird er auf dem Wege eines Gnadenaktes entlassen.

 

Kandidat zu den Präsidentenwahlen

Am 13. März 1932, dem Tag der Präsidentschaftswahlen, sitzt der

Anwärter für das
höchste Amt des Staates

im Bautzener Gefängnis. Seit dem vergangenen Juni. Erst im April wird er wahrscheinlich nach Großjena zurückkehren können, schreibt Der Abend (Berlin) am 9. März 1932.

1932 kandidiert Gefängnisinsasse Gustav Winter zur Reichspräsidentenwahl. Problemlos brachte er, wie bereits erwähnt, die erforderlichen Unterstützungsunterschriften zusammen.

Am Abend des 13. März 1932 zählt die Wahlkommission 111 470 Stimmen (= 0,3 Prozent) für ihn. Sieben Tage später richtet er aus der Haftanstalt in Bautzen an den Reichswahlleiter folgendes öffentliches Schreiben:

"Es wird mir vertraulich mitgeteilt, daß die fanatischsten meiner Anhänger beabsichtigen; unter allen Umständen eine neue Kandidatur meinerseits für den zweiten Wahlgang durchzusetzen. Ich erkläre deshalb generell, daß ich aus staatspolitischen Gründen nicht wieder kandidiere. Schon die erste Kandidatur war ja, weil an sich unbedeutend und nicht störend, nur als eine Vertrauensdemonstration eines Teiles meiner Anhänger zu betrachten, die die meisten in der politischen Betätigung nicht beeinträchtigt hat.

Mit ausgezeichneter Hochachtung!
Betriebsanwalt Gustav Winter,
Großjena,
Sächsische Gefangenen Anstalt I." (Vertraulich)

Zum zweiten Wahlgang am 10. April 1932 tritt er nicht mehr an.

 

Magnetischer Kohl und Orga-Kult

Als die Vehikel in der bankrotten Devoli (Deutsche Volkslichtspiele Naumburg) verrotteten, die Rotgestempelten nicht mehr zum Gewinnmachen taugten, die Kandidatur zum Reichspräsidenten gescheitert, fand er im Orga-Kult ein neues Arbeitsgebiet. Mittels spezieller Experimente, immer ohne Anwendung von Düngemitteln, untersuchte Gustav Winter den Einfluss des Magnetismus auf Pflanzen und die Möglichkeit der Ertragssteigerung landwirtschaftlich genutzter Böden. Die Versuche fanden in Norddeutschland statt und machten ihn in den 30er Jahren national und international bekannt.

Am 5. November 1935 sendet er sein Buch

Der Orga-Urkult (Erdmagnetokultur)

mit folgendem Anliegen an Reichskanzler Adolf Hitler in Berlin:

"Der Unterzeichnete gestattet sich hierfür unter Hinweis auf verschiedene Aufrufe seitens der hohen Reichsregierung zur Mitarbeit jedes Einzelnen am Wiederaufbau Deutschlands beiliegende Abhandlung zur gefälligen Einsicht vorzulegen und nachstehendes Angebot zu machen."

Orga heisst lebendige Höchstspannung der Organismen und ist eine Eigenschaft aller Organismen. "Urkult ist", erklärt Gustav Winter, "die umgekehrte, aber richtige Bezeichnung für Kultur" (1935). Der Effekt des Orga-Urkult - gesunde Ernte auf allen Böden ohne jede Düngung und Fachpflege - beruht auf der Beobachtung, dass in der Umgebung von in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Eisenbahnschienen oder Eisendrähten, ein verstärktes Wachstum von Pflanzen zu verzeichnen ist.

Beim Führer des Deutschen Reiches wirbt er mit den Worten:

"Der Autor ist der Entdecker und Erfinder des in dem Buche geschilderten Orga-Kultes, der zunächst für die deutsche Landwirtschaft höchstleistend nutzbar gemacht werden kann. Schon bei Antritt der Regierung des Herrn Reichskanzlers und Reichspräsidenten hat der Autor seine Sache der Regierung angeboten, jedoch keinerlei Antwort erhalten, was er auf den Drang der Geschäfte der neuen Regierung zurückführte. Die widrigen Umstände und das ungünstig veränderte Klima in den letzten Jahren und andre Hemmungen lassen jedoch heute das Problem der gesicherten Volksernährung außerordentlich aktuell und dringend erscheinen. Der Autor bietet deshalb der Reichsregierung von neuem den Erwerb der Entdeckung und Erfindung als Monopol zu den denkbar günstigsten Bedingungen an. Wenn die hohe Reichsregierung die Erfindung annimmt und die Lizenz bzw. das Nutzungsrecht kostenlos an die deutschen Bauern, Gärtner und Siedler abgibt, so würde der Autor nur ein Drittel seiner persönlich aufgewendeten Kosten (von über dreihunderttausend Reichsmark), also eine einmalige Abfindung für die Gesamtlizenz in Höhe von 100 000 RM [Reichsmark] beanspruchen.

Die Sache selbst ist, soweit dies heute möglich, in dem überreichten Buche dargestellt. Für die Richtigkeit des darin Dargestellten können jederzeit die angedeuteten Zeugen genannt werden. Bei schnellster Annahme der Erfindung wäre ein sofortige Prüfung noch in diesem Jahre möglich bzw. einzuleiten …." (Orga-Kult)

Was Gustav Winter hier im November 1935 startete, war die Vorbereitung zu einem weiteren Volksbetrug. Denn die Ergebnisse seiner Experimente zur Erdmagneto-Kultur waren einmal mehr erst im Februar 1935 öffentlich publiziert worden. Die Landesanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz München überließ ihn im Jahre 1933 auf einem Versuchsgut Grundstücke, die Winter selbst auswählen und nach seinem Verfahren ausrüsten durfte. Er durchzog, berichtet die Frankfurter Zeitung am 7. Februar 1935 weiter, die Grundstücke mit 35 Zentimeter tiefen, ein Meter voneinander entfernten Gräben, in die er nach einer von ihm geheim gehaltenen Anordnung verzinkte Eisendrähte legte. Das Ergebnis war, dass die Erträge auf den mit Erdmagneto-Kultur behandelten Grundstücken bedeutend niedriger waren als bei der allgemein üblichen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Anbauweise.

Die Zeitschrift für praktische Landwirtschaft und Heimatpflege, Der fortschrittliche Landwirt, berichtet 1937 über Gustav Winters Experimente. Direktor Strobel von der Versuchsanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz in München, heisst es dort, trat bei einem Prozess in Halle als Sachverständiger auf und bezeichnete den Orga-Kult "als laienhaft, oberflächlich und völlig wirr". Durch die Erdmagnetokultur stiegen die Erträge nicht an, sondern bleiben um etwa ein Drittel hinter der allgemein üblichen Anbauweise zurück. Der Autor des Buches trickste, indem er sein Anbauland als unfruchtbar und steinig bezeichnete, um so seine Erfolge augenfälliger zu machen. Hingegen beurteilten die Fachleute die Qualität des Anbaulandes als sehr gut. "Würde die Wintersche Antidüngerpropaganda auch nur die Hälfte unserer deutschen Bauern überzeugen," sagte Strobel vor Gericht in Halle, "so ständen wir vor einer Ernährungskatastrophe."

 

Der Tod von Gustav Winter

Am 16. Dezember 1935 wird Gustav Winter nach einer Hausdurchsuchung in Großjena in Schutzhaft genommen.

Gemäß der Verordnung von 4. Februar 1933 werden in Sachsen sämtliche Druckschriften von Gustav Winter beschlagnahmt und eingezogen. Der Lagebericht der Staatspolizeistelle Halle vom November 1935 hält dazu fest:

"Die zu gleicher Zeit in zentraler Bearbeitung durch die Stapo Halle in größtem Ausmaße geführten Erhebungen gegen Funktionäre und Anhänger Winters in Bayern, Dresden, Berlin und anderen Orten haben bisher umfangreiches Beweismaterial erbracht; u. a. konnten größere Mengen Devisen und Schriften sichergestellt werden." (Stapo 1933m 542)

Betriebsanwalt i.R.
Gustav Winter
(1882-1936)

Der Festgenommene steht unter dem Verdacht der Missachtung des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniformen vom 20. Dezember 1934.

Im März 1936 meldet die Staatspolizei Halle:

"Winter und seine Anhänger versuchten, den verbotenen Volksbund erneut aufzubauen zu dem Zweck, zumindest den Einsatz Winters an maßgeblicher Stelle in der Regierung zu erzwingen. Bei dieser Gelegenheit ist es auch zu weiteren strafbaren Handlungen wie Betrug, Verletzung der Devisenbestimmungen und des Heimtücke-Gesetzes gekommen." (Stapo 1933n)

Gegen Gustav Winter und vier seiner Anhänger in München und Dresden wurde am 25. März 1936 Haftbefehl erlassen.

Der Prozess vor dem Sondergericht in Halle beginnt am 26. Oktober 1936. Vier Tage später melden die Bremer Nachrichten seinen Selbstmord.

Im Sterbe Nebenregister 1936 des Standesamtes Halle dokumentiert der Polizeipräsident der Stadt mit seiner Unterschrift am 4. November 1936:

"daß Gustav Winter im Alter von vierundfünfzig Jahren in Halle, Kleine Steinstraße 7, am 31. Oktober 1936, vormittags 7 Uhr, tot aufgefunden worden sei."

Keiner braucht den Deutschen Volksbund für Wahrheit und Recht. Er ist ein Störfaktor. Wie stellte doch die Stapo 1936 fest:

"Winter und seine Anhänger versuchten, den verbotenen Volksbund erneut aufzubauen zu dem Zweck, zumindest den Einsatz Winters an maßgeblicher Stelle in der Regierung zu erzwingen.... "

"…. seine Kongenialität mit der Hitlerei", urteilt der Neue Vorwärts 1936, "hat ihm das Leben gekostet." Dabei hatte er so auf den Führer gewartet ....

 

 

Zur Kennzeichnung der Quellen wurden
gelegentlich folgende Abkürzungen verwendet:

WuR = Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft, Leipzig

LVZ = Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes, Leipzig

 

 

Bahn frei - der Völkerfrieden kommt! Deutschland 1926/1927, Dokumentarfilm, schwarz-weiss, stumm, 2835 Meter. Zensur: Jugendverbot.
Pädagogische Kulturfilm Ges. Althoff-Film-Comp (Leipzig). [Produzent: Gustav Winter] Filmportal.de. https://www.filmportal.de/film/bahn-frei-der-voelkerfrieden-kommt_cc3700db7e1e414493fb08fbc2845365

Bauer, Hans: Der grosse Held der kleinen Leute. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 9. Oktober 1928

Betriebsanwalt Winter vor Gericht. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes".  1. Beilage zu Nummer 232, Leipzig 3. Oktober 1928

"Betriebsanwalt" Gustav Winter zur Strafverfügung vorgeführt. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 1. Oktober 1931

Borkowsky, Professor Ernst: Unser Heiliger Krieg. Mit 25 Bildern von Professor Walter Klemm, Emil Preetorius und Hans Baluschek. Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1914

Bremer Nachrichten mit Weser-Kurier  vom 1. November 1936. Staatsarchiv Bremen der Freien Hansestadt Bremen

Bremer Nachrichten mit Weser-Kurier  vom 27. Oktober 1936. Staatsarchiv Bremen der Freien Hansestadt Bremen

Borkowsky, Professor Ernst: Unser Heiliger Krieg. Mit 25 Bildern von Professor Walter Klemm, Emil Preetorius und Hans Baluschek. Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1914

Der Diktator. Die Wochenschrift des ganzen deutschen Kulturvolkes. Diktator-Verlag, Leipzig, Bosestr. 3, Gustav Winter, erschienen 1924-1925

"Der einzige, der von den "Rotgestempelten" leben konnte". "AZ am Abend, 8- Uhr-Abendblatt. Allgemeine Zeitung." München den, 17. September 1928, Seite 1

"Der grosse Betrug". "Vorwärts. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 16. Dezember 1929

Der Prozeß gegen Winter. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes". 3. Beilage zu Nummer 234, Leipzig, den 5. Oktober 1928

Der Prozeß wird immer lustiger. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes". 2. Beilage zu Nummer 241, Leipzig, den 13. Oktober 1928

Der Tausendmarkscheinwinter. "Neuer Vorwärts. Sozialdemokratisches Wochenblatt". Berlin, den 19. Januar 1936

Der Winter-Prozeß. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes". 2. Beilage zu Nummer 237, Leipzig, den 9. Oktober 1928

Der Winter-Prozeß. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes". 2. Beilage zu Nummer 243, Leipzig, den 16. Oktober 1928

De-vo-li. Eine "nationale Idee", die im Gefängnis endet. "Vorwärts. Morgen Ausgabe. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands." Berlin, den 21. Juni 1931, Seite 2

"Devoli". "Wahrheit und Recht. Wochenzeitschrift für Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft". Jahrgang 4, Nummer 8. Leipzig, den 22. Februar 1929, Seite 7

Die Absichten der Reichsbank "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 5, Nummer 8, Leipzig, den 21. Februar 1930, Seite 2

Die wahre Ursache der Verhaftung Winters. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 6, Nummer 20, Leipzig, den 15. Mai 1931, Seite 1

Die Wiederherstellug von Winters Freiheit und Ehre. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 6, Nummer 29, Leipzig, den 17. Juli 1931, Seite 2

Die heutige Verhandlung. [Bericht über den Prozess gegen Gustav Winter] "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten Werktätigen Volkes". 3. Beilage zu Nummer 234, Leipzig, den 5. Oktober 1928

[Diktator] Der "Diktator" Winter. "Leipziger Volkszeitung, Organ der Interessen des gesamten werktätigen Volkes". 3. Beilage zu Nummer 239. Leipzig, den 11. Oktober 1928

"Erdmagneto-Kultur." "Frankfurter Zeitung". Frankfurt am Main, den 7. Februar 1935

Endkampf um die "Rotgestempelten". "Vorwärts Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 9. November 1928

[Entlassen] Gustav Winter aus der Haft entlassen. "Tagblatt. Organ für die Interessen des werktätigen Volkes." Linz an der Donau, den 26. Mai 1932

Irrungen und Wirrungen. In: Der fortschrittliche Landwirt. Zeitschrift für praktische Landwirtschaft und Heimatpflege. 19. Jahrgang, Nummer 29, Graz, den 17. Juli 1937, Seite 460 bis 461

Komödie in der Reichsbank. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 5, Nummer 8, Leipzig, den 21. Februar 1930, Seite 1

Larsen, Egon: Der 5. Präsidentschaftskandidat in Deutschland. "Vorarlberger-Landeszeitung. Amtsblatt für Vorarlberg". Bregenz, den 7. März 1932, Seite 2

Larsen, Egon G.W.: Der fünfte Kandidat. "Der Abend. Spätausgabe des Vorwärts", Beilage. Berlin, den 9. März 1932

Lechter, Reinhold: Die Sekte und der Betriebsanwalt. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten werktätigen Volkes". 1. Beilage zu Nummer 160, Leipzig, den 12. Juli 1929

Leonidas: Die wahre Ursache der plötzlichen Verhaftung. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft". Verlag"Arbeit und Recht", Jahrgang 6, Nummer 17, Leipzig 24. April 1931, Seite 5

Leonidas: Vergleich mit der Reichsbank oder ihre Verurteilung. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Verlag "Wahrheit und Recht", Jahrgang 6, Nummer 17, Leipzig 24. April 1931, Seite 17

Mitteilungen der "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten werktätigen Volkes" zum Prozess gegen Gustav Winter (Grossjena) vor der 6. Grossen Strafkammer des Leipziger Landgerichts. 1. Beilage zu Nummer 160, Leipzig, den 12. Juli 1929

Nieder mit Bonzentum und Freimaurerei! "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 6, Nummer 21, Leipzig, den 22. Mai 1931, Seite 1

Öffentliche Warnung vor Gustav Winter. Rd. Erl. d. MdI. vom 10.2.1929, I f 421/4

[Orga-Urkult] Platon [Pseudonym für Gustav Winter]: Der Orga-Urkult Erdmagneto-Kultur. Dreifach gesunde Ernte auf allen Böden ohne jede Düngung und Fachpflege. Herausgegeben in den Jahren des Heils 1935. Verlag Wahrheit und Recht, G. Winter, Grossjena bei Naumburg (Saale)

[Orga-Kult] Bundesarchiv Berlin, R 2 (Reichsfinanzministerium) 18 339

Philanthropa Kulturfilm. Gemeindeblatt. Leipzig, Jahrgang 1, Nummer 2, 28. Juni 1929

Prozessbeginn gegen Gustav Winter. "AZ am Abend, 8- Uhr-Abendblatt. Allgemeine Zeitung." München, den 4. Oktober 1928, Seite 2

Rache an einem peinlichen Vorläufer! "Neuer Vorwärts. Sozialdemokratisches Wochenblatt". Karlsbad, den 15. November 1936

Reichswirtschaftsminister auf der Ministerbesprechung vom 3. Februar 1930, 10 Uhr. In: Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik online. Das Kabinett Müller II. Reichsbankgesetz. Nr. 429. http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0pa/mu2/mu22p/kap1_1/kap2_173/para3_1.html

Ruhiger Tag im Winter-Prozess. "Leipziger Volkszeitung. Organ für die Interessen des gesamten werktätigen Volkes" zum Prozess gegen Gustav Winter (Grossjena) vor der 6. Grossen Strafkammer des Leipziger Landgerichts. 1. Beilage zu Nummer 249, Leipzig, den 23. Oktober 1928

Schacht verhöhnt die Armen. "Leipziger Volkszeitung, Organ der Interessen des gesamten werktätigen Volkes". Mittwoch, den 17. Februar 1930, Seite 1

Vor einem Riesenbetrugsprozess in Deutschland. "Innsbrucker Nachrichten. Unabhängige Tageszeitung mit Wochenbeilage und mit der illustrierten Monatsschrift "Bergland"". Innsbruck, den 19. September 1928

Standesamt Halle. Sterbe Nebenregister, Jahrgang 1936. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Merseburg, Rep. C 131 II, Sterberegister Nr. 1952, Nr. 2802

[Stapo 1933m] Lagebericht der Staatspolizeistelle Halle für Dezember 1935. In: Die Lagebe-richte der Geheimen Staatspolizei zur Provinz Sachsen 1933 bis 1936. Herausgegeben von Hermann-J. Rupieper und Alexander Sperk, Band 2: Regierungsbezirk Merseburg, mdv, Mit-teldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2004, Seite 533 ff.

[Stapo 1933n] Aus dem Lagebericht der Staatspolizeistelle Halle für März 1936. In: Die Lageberichte der Geheimen Staatspolizei zur Provinz Sachsen 1933 bis 1936. Herausgegeben von Hermann-J. Rupieper und Alexander Sperk, Band 2: Regierungsbezirk Merseburg, mdv, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2004, Seite 640 ff.

Unsere "Devoli". "Wahrheit und Recht. Wochenzeitschrift für Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft". Jahrgang 4, Nummer 8. Leipzig, den 22. Februar 1929, Seite 10ff.

Vergleich mit der Reichsbank oder ihre Verurteilung. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Verlag "Wahrheit und Recht", Jahrgang 6, Nummer 17, Leipzig 24. April 1931, Seite 17

Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen. Vom 28. März 1931.

Verbotene Aufwertungsversammlung. Ein Geschäftemacher. "AZ am Abend, 8-Uhr-Abendblatt. Allgemeine Zeitung." München den, 1. März 1927, Seite 3

Vor einem Riesenbetrugsprozess in Deutschland. "Innsbrucker Nachrichten". Innsbruck, den 19. September 1928

Wegen Betruges verurteilt. Schluss im Prozess Winter. "AZ am Abend, 8-Uhr-Abendblatt. Allgemeine Zeitung." München den, 9. November 1928, Seite 3

Winter, Gustav: Der Taylorismus. Verlag von S. Hirzel, Leipzig 1920

Winter, Gustav: Mein Schlußkampf mit der Reichsbank und ihren heimlichen Helfern! Leipzig, Hainstrasse 23, Selbstverlag, 1926

Winter, Gustav: Der grosse Betrug der Inflation und Deflation. Kampf und Aufklärungsschrift des deutschen Volksbundes "Wahrheit und Recht". Mitgliederzahl am 15. Februar 1927: 3 Millionen! Verlag von "Arbeit und Recht", Leipzig, Hainstrasse 23, Leipzig 1927

Winter, Gustav: Wahrheit und Recht über den Betrug mit den "Rotgestempelten". Nordholz, Kreis Lehe, Verlag "Wahrheit und Recht", um 1928

Winter, Gustav: "Bis auf Weiteres"!. Kampfgenossinnen und Kampfgenossen. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 6, Nummer 17, Leipzig 24. April 1931, Seite 2

Winter, Gustav: In eigener Sache. "Wahrheit und Recht. Wochenschrift für den Wiederaufbau und Ausbau der deutschen Wirtschaft." Jahrgang 6, Nummer 20, Leipzig, den 15. Mai 1931, Seite 1

Winter, Gustav: Die Freimaurerei als Zerstörerin Deutschlands und Europas
Großjena bei Naumburg, Verlag "Wahrheit und Recht", 1931

Winter, Gustav: Die Rettung Deutschlands ohne neues Geld. Verlag Wahrheit und Recht. Inhaber: Gustav Richter. Grossjena bei Naumburg 1933

Winter, Gustav: Der Orga-Urkult - Dreifache gesunde Ernte auf allen Boeden ohne jede Düngung und Fachpflege. Verlag Wahrheit und Recht. Inhaber Gustav Winter, Grossjena bei Naumburg,1935

Winters Börsenintervention. "Leipziger Volkszeitung, Organ der Interessen des gesamten werktätigen Volkes". Leipzig, den 6. Oktober 1928, 3. Beilage zu Nummer 235

Winters 1 200 Arbeiter und Angestellte. "Leipziger Volkszeitung, Organ der Interessen des gesamten werktätigen Volkes". Leipzig, den 12. Oktober 1928, 2. Beilage zu Nummer 240

Wintersturm in der Generalversammlung der Reichsbank. "Leipziger Volkszeitung, Organ der Interessen des gesamten werktätigen Volkes". Leipzig, den 18. Februar 1930, 1. Beilage zu Nummer 41

Vertraulich, generell und staatspolitische Gründe. "Die Weltbühne. Wochenschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft." XXVIII. Jahrgang, 12. April 1932 Nummer 15, Seite 575-576

Autor:
Detlef Belau
Geschrieben: 2007. Aktualisiert:
18. Juli 2011
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