Naumburg an der Saale 1918 bis 1945

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1. Bildreihe (von links nach rechts): Kohlehändlerin Rosemarie Böttger (1921-2005), Pfarrer Lorenz Bertheau (1886-1968), Arbeiter Otto Wolf (1902-1943), Arthur Adolf Graf von Posadowsky-Wehner (1845-1932), KPD-Ortsgruppe. 2. Bildreihe: Maria Mielke und ihr Ehemann Pfarrer Albert Mielke (1895-1933), Paula Samter und ihr Ehemann Doktor Artur Samter (1886-1943), Lehrer Ernst Heinrich Bethge (1878-1944), Spielmannszug Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Naumburg, Kunsthandwerker Friedrich Muck-Lamberty (1891-1984). 3. Bildreihe: Bürgermeister Oswald Schaffernicht (1893-1950), Schlosser Max Bach (1885-1945), Anna (*1890) und Karl Possögel (1916-1947), Rechtsanwalt Doktor Otto Holländer (1888-1937), Verwaltungsangestellter Max Römer (1902-1958).

 

 

Unweit der Unstrutmündung in die Saale, umgeben von einer Hügellandschaft, liegt die Stadt Naumburg [Panoramakarte]. Ihre Gründung nahm wahrscheinlich das Adelsgeschlecht der Ekkehardiner in die Hand. Auf einem 25 Meter hohen Buntsandsteinplateau errichteten sie hier am rechten Saaleufer eine Burg, neweburg, später Naumburg. Der Geschichtsforscher Otto Klaus Schmich (2005) betrachtet dies nur als einen Teil der Wahrheit und leitet den Namen der Stadt aus der Geographia des Ptolemaeus (100-160 nach Chr.) her.

Dom St. Peter und Paul in Naumburg (2005)

In unmittelbarer Nähe zur Burg baut man nach Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg um 1029 die erste frühromanische Kathedrale. 200 Jahre später entsteht auf diesem Baugrund der heutige Dom St. Peter und Paul, das Wahrzeichen der Stadt.

Eine neue Epoche der Stadtentwicklung beginnt, als Naumburg 1815 an Preußen fällt. Gemäss der Kabinettsorder des Königs vom 21. Februar 1816 erhält Naumburg ein Oberlandesgericht. Später gesellt sich ein Amts- und Landgericht dazu. Zum ersten Präsidenten des Obrlandesgerichts Naumburg wird am 20. März 1816 Gustav Wilhelm Freiherr von Gärtner (1775-1840) berufen.

Der Magistrat von Naumburg gibt am 30. Januar 1843 bekannt, dass Seilermeister Knoblauch aus der Salzgasse No. 5012 in einem massiven Hintergebäude eine Dampfmaschine zur Ölfabrikation in Betrieb nehmen will. 1850 kann der Bürger mit der Thüringischen Eisenbahn von Naumburg in 4 ½ bis Gerstungen oder in 1 ¼ Stunden nach Halle reisen.

Am 4. Juli 1864 schreibt der 19-jährige Friedrich Nietzsche an Wilhelm Pinder: "Der alte Ortlepp ist übrigens tot. Zwischen Pforta und Almrich fiel er in einen Graben und brach den Nacken. In Pforta wurde er früh morgends bei düsterem Regen begraben; vier Arbeiter trugen den rohen Sarg …" (Thomas Otto Schneider 83) Als ehemaliger Pförtner hatte er noch 1856 in Halle sein Gymnasiallehrerstaatsexamen abgelegt. Er war ein Mann der politischen Poesie, der wegen seiner kritischen Zeilen im Fieschi in Ungnade gefallen war und 1836 Naumburg verlassen musste. Erst 1853 kehrte er zurück. In der autobiographischen Schrift "Ecce homo" (1888) erwähnt Nietzsche seine "Polenlieder".

 

Elektrizitätswerk, entworfen von Stadtbaurat Paul Schröter und errichtet von 1906 bis 1907. (Bild vielleicht um 1912 Fotograf: Otto Blaubach)

Stadtbaumeister Otto Christian Hetzel ergänzte auf der Grundlage des Preußischen Fluchtliniengesetzes von 1875 seinen 1885 erstellten Bebauungsplan und schuf damit die Grundlage für die gesamtstädtische Bautätigkeit bis in die dreißiger Jahre (Bossack 18). Nach 1890 nimmt die Bautätigkeit einen enormen Aufschwung. Es entstehen verschiedene Schul- und Verwaltungsgebäude, Siechenhaus (1902), Krankenhaus (1914-1921), mehrere Kasernen (beginnend mit der Alten Jägerkaserne 1870/72), Oberlandesgericht (feierlich eröffnet am 23. Oktober 1917) und Elektrizitätswerk der Siemens-Schuckertwerke (1906/07). Die Intensität und Größe der Schul-Bauten, die damals wie Paläste anmuteten, stiess bei einigen Bürgern auf Skepsis, ob die Vorhaben nicht vielleicht zu ambitioniert oder gar überdimensioniert waren (Bossack 35). Innerhalb von fünfzehn Jahren, also etwa von 1890 bis 1905 erhalten alle Volksschulen der Stadt neue, mit allen Erfordernissen der Zeit ausgestattete Schulgebäude (1890 Marienschule, 1899 Georgenschule, 1900 Turnhalle Seilergasse, 1904 Flügelbau Schulstrasse, Ostern 1905 Realreformgymnasium, 1918 Lyzeum am Kaiser-Friedrich-Platz).

Die Gasanstalt geht 1862 in Betrieb. Ab 1891 fördern täglich aus fünf Brunnen "dampfgetriebene" Pumpen etwa 4000 Kubikmeter Wasser in die Hochbehälter des zentralen Wasserwerkes auf dem Berg. Zuvor erfolgte die Wasserversorgung der Stadt aus etwas dreizig öffentlichen Pumpenbrunnen. Zum geringen Teil wurden sie aus dem Buchholz und dem Kalten Tal mit Wasser gespeist. Ab 1892 verkehrt eine Dampfstrassenbahn auf der etwa drei Kilometer langen Strecke vom Bahnhof über den Markt zum Wenzelstor. 60 000 von der Stadtgärtnerei gezogene Blumenpflanzen verschönern seit 1889 jedes Jahr neu die Plätze und Strassen. Gut umsorgte Teppichrasenflächen, 5 000 Alleebäume und 65 Morgen Parkanlagen machen die Stadt wohnenswert.

Naumburg pflegt das Image der Beamtenstadt. "Nicht allein wegen seiner Lage in einer sehr schönen Gegend, sondern auch," verspricht die Denkschrift betreffen der Stadt Naumburg zum Sitz des Oberlandesgerichts für die Provinz Sachsen vom 21. November 1877, "weil die Preise für alle Lebensbedürfnisse in Naumburg niedriger sind, als in den großen Städten der Provinz, bietet die Stadt den Beamten viele Annehmlichkeiten und ermöglicht auch solchen Beamten, welche kein Privatvermögen besitzen, eine standesgemäße Existenz ...."

1933 sind in Justiz, Stadtverwaltung, Reichsbahn, Post, Landkreisverwaltung (1932 aufgelöst), am Weinbau-Institut (12) und an den Schulen etwa 1200 Beamte tätig. 92 Prozent der Stadtverwaltungsbeamten sind 1938 Mitglied der NSDAP.

Wappen

Die Einwohnerzahl steigt rapide. 1925 wohnen (einschliesslich des Domgutsbezirkes) auf der etwa 4 mal 5 Kilometer großen Fläche der Stadt 29 414 Personen. Bis 1939 erhöht sich ihre Zahl auf 36 940. 90 Prozent sind evangelischen und 4,1 Prozent katholischen Glaubens. Eine winzige Minderheit bilden die Juden.

 


Naumburger Parochien und ihre Tätigkeit in Zahlen im Jahr 1920

 

  
Seelen
Taufen
Trau-
ungen
Beerdi-
gungen
Konfir-
manden
Wenzelsgemeinde 
12 250
300
176
194
304
Domgemeinde 
4 400*
120
88
74
145
Othmarsgemeinde 
3 788*
77
45
48
47
Moritzgemeinde 
2 000
63
25
46
54

Die Zahlen weichen zum Teil von der Kirchenstatistik ab. Sie sind einer Kontroverse zur Finanzierung des Domgymnasiums und über die Dompredigerstelle entnommen. Zur Wenzelskirche werden zunächst 5 500 Seelen angegeben, dann aber auf 4 400 korrigiert und zum 18. Januar 1921 wieder mit 5 261 ausgewiesen. Die Mitgliederzahl der Domgemeinde wird auch mit 4470 + 67 Bewohner vom Domgutsbezirk angezeigt.
       

Die neuen Bauten und technischen Neuerungen - Elektritzitätswerk, Schulneubauten, Kasernen und Strassenbahn - sind Ausdruck der städtebaulichen Expansion und den wirtschaftlichen Aufschwung. In der Stadtgesellschaft bilden sich tiefe soziale Friktionen. 300 Maurer legen am 12. Juni 1889 in Naumburg die Arbeit nieder und verlangen 30 Pfennig Stundenlohn statt bisher 27 Pfennig. Sie wollen den Zehn-Stunden-Arbeitstag, die Verringerung der täglichen Arbeitszeit um eine Stunde. (Vgl. Leopoldt 309)

1907 macht in Naumburg ein Bauarbeiterstreik Furore. Im selben Jahr votieren bei den Stadtverordnetenwahlen 147 Bürger für die Sozialdemokratie (SPD).

(Haupt-) Bahnhof Naumburg um 1912

Armut, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit können in der Stadt bis Ende der dreissiger Jahre nicht überwunden werden. Infolge der Landflucht besteht ein empfindlicher Mangel an kleinen, bezahlbaren Wohnungen. Stadtbaurat Friedrich Hoßfeld realisiert von 1918 bis 1930 prägende Ensemble, Bauten und Rekonstruktionsmassnahmen [1], [2], [3], [4], [5], [6].

Trotz Behinderung durch das in Preussen geltende Dreiklassenwahlrecht gewinnt die Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Garnisons- und Beamtenstadt Anhänger. Zehn Gebote Hoffmann [1, 23] (SPD), 1890 bis 1893 Redakteur des Volksboten (Zeitz), vertritt den Wahlkreis Naumburg-Zeitz-Weißenfels 1889 auf dem Gründungskongress der II. Internationalen in Paris. Und er nimmt vom 5. bis 8. September 1915 an der Zimmerwalder Konferenz und vom 24. bis 26. April 1916 an der Kienthaler Konferenz teil. 1910/1914 zählt der SPD-Ortsverein etwa 135 Mitglieder. Ein linker Flügel (Neubert, Kynast, Hildebrandt, Axtler, Heese) wendet sich gegen die Burgfriedenspolitik.

Emil Kraatz

Von 1889 bis 1913 regiert Oberbürgermeister Emil Kraatz (1848-1921) die Stadt und schikaniert die Sozialdemokraten, wo er nur kann. Bei der Stadtentwicklung leitet ihn das Konzrept Pensionopolis: niedrige Steuern für Vermögende, ansprechende Freizeitangebote, ein sauberes, schönes Städtchen, aber bloss keine Industrie, besser dann schon Militär. Er verspricht "einen ausreichenden Ersatz für die der Stadt Anfang der 90er Jahre [des 19. Jahrhunderts] entzogenen Truppenteile" zu erwirken. 1900 übernimmt die preussische Armee für das 2. Thüringer Feld-Artillerie-Regiments Nr. 55 die Kasernen an der Oststrasse (Barbara-Kaserne) und Weißenfelser Straße (Bismarck-Kaserne). Am 1. April 1900 öffnet die Kadettenanstalt ihre Türen. Auf den Tag genau vier Jahre später, worauf die Bürger sehr stolz, erfolgt die Übergabe der Kaserne Ecke Jäger-/Nordstrasse an das Magdeburgische Jägerbataillons Nr. 4.

A.Roloff: Der Ausmarsch, 1914. (Ausschnitt von einer Feldpostkarte)

Emil Kraatz instruiert 1914 die Bürger: "Wer mit Erfolg [Welt-] Politik treiben will, der darf auch den Kampf, den Krieg nicht scheuen."

Der Geschichtslehrer und Direktor des Lyzeums Ernst Borkowsky (1860-1947) propagiert den "heiligen Krieg".

Am 2. August 1914 ist es soweit, dass in Naumburg stationierte Feld-Bataillon Jäger 4 zieht gegen Frankreich und Belgien ins Feld. Ein Verteidigungskrieg, behaupten 93 namhafte deutsche Intellektuelle, Naturwissenschaftler, Künstler, Ökonomen im Aufruf an die Kulturwelt! vom 4. Oktober 1914. Unter ihnen der Pfortenser Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff und Max Klinger.


Ein Zufall nur erschuf die Welt,
Und hier, wie überm Sternenzelt,
Ist weder Weisheit,
Glück noch Heil
Verfluchter Myriaden Theil;
Der Aufschwung nach dem Ideal
Belohnt mit grimmer Höllenqual,
Und jeder Flug nach hohem Ziel
Gebiert ein größ'res Trauerspiel.

Ernst Ortlepp (1800-1864): Vater unser
des neunzehnten Jahrhunderts
- Ein Weltchoral, um 1834

 

Verwundete. Krüppel. Leid in den Familien. Hunger. Steckrübenwinter 1916. Beschlagnahme ganzer Obsternten. Kriegsküchen. Gaskochverbot. Kohlebezugsscheine. Musterung der Ackergäule. Einschmelzen der Kirchenglocken. Verbraucherpreise in ungeahnten Höhen. Das System wirtschaftet ab.

1081 Naumburger opfern dem Vaterland ihr Leben.

Wir machen Revolution verkünden im November 1918 Naumburger Arbeiter. Ihre politischen Hoffnungen knüpfen sie oft an die Rätebewegung. Am 16. Dezember 1918 tritt in Berlin im Preussischen Abgeordnetenhaus der Selbstmörderclub zusammen, wie Richard Müller (1919, 36) den Reichsrätekongress nennt. Ernst Däumig Vorschlag, das Rätesystem als Verfassungsgrundlage anzuerkennen, lehnt die Versammlung mit 344 zu 98 Stimmen ab. Vergeblich stemmt sich der Mitteldeutsche Bergarbeiterstreik im Februar / März 1919 gegen den Niedergang der Räte-Bewegung. Bald kommt für Revolutionäre und Republikaner die grosse Ernüchterung: Nach der Stadtverordnetenwahl 1919 sitzt in Naumburg ein General auf dem Platz des Gemeindevorstehers. Unzufriedenheit über das Betriebsrätegesetz (1919) und die Sozialisierung im linken Lager. Unzufriedenheit im deutschnationalen Bürgertum über die Demontage von Kaiserbildern in den Schulen, mit der Kriegsschulddebatte und Schulreform. Alle zusammen wettern gegen den Versailler Vertrag. Symbolische Aktionen der Autoaggression verstärken die narzisstische Kränkung des Nationalbewusstseins. Deutschnationale und Völkische verfallen der Lösung, Deutschland ein neues, gewaltiges vaterländisches Opfer zu bringen.

Georg Schiele

Ende 1918 entsteht unter massgeblicher Mitwirkung von Georg Wilhelm Schiele (1868-1932) die Ortsgruppe der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Im Jahr zuvor baute er an der Vaterlandspartei mit. Ihn ängstigt Die russische Gefahr (1915), weshalb er die territoriale Aufteilung und Schwächung Russlands fordert. Zur Belebung und Steuerung der Kriegsbegeisterung soll eine nationale Propagandazentrale her. Einen Verständigungsfrieden lehnt Schiele strikt ab. Auf die Friedensresolution des Reichstages vom 19. Juli 1917 antwortet er mit den Naumburger Briefen. Not und Hunger in der Stadt soll der freie Markt besiegen. Ihn Schrecken die Novemberverbrecher. Die Weimarer Republik ist nach seiner Überzeugung rechtspolitisch nicht legitimiert. Als Freund der Artamanen unterstützt der DNVP-Politiker den freiwilligen Arbeitsdienst. 1929 scheitert die Initiative zum Young-Plan. Wer Georg Schiele gegen Ende der 20er Jahre folgt, endet im Faschismus.

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner

Einen anderen politischen Weg schlägt Arthur Graf von Posadowsky-Wehner (1845-1932) ein. Um den 22. Juni 1907 reicht er nach fast 10-jähriger Tätigkeit als Staatssekretär des Inneren und preussischer Staatsminister ohne Geschäftsbereich den Abschied ein. Nach dem ministeriellen Massensturzes bleibt er bis 1918 Mitglied des Preußischen Herrenhauses und von 1912 bis 1918 parteiloser Abgeordneter des Reichstages für den Wahlkreis Bielefeld. Fortan lebt er als Dechant des protestantischen Domkapitels in Naumburg. Am 19. Januar 1919 finden die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Posadowsky-Wehner bewirbt sich um ein Mandat der DNVP. Auf ihr liegt die Schmach der Vaterlandspartei und der wilhelminischen Kriegszielpolitik. Beherzt tritt er am 15. Januar in der Reichskrone (Naumburg) vor die Bürger und hält eine historische Rede. Vier Tage später wählen in Naumburg mit doppelt soviel Bürger, nämlich 21,8 Prozent, die Deutschnationalen wie im Reich (10,3 %). Für die Sozialdemokraten votieren deutschlandweit 37,9 und in Naumburg 31,0 (+ 11,2 USPD) Prozent der Wahlbürger. Nie wieder erreicht die SPD bis 1933 in der Saalestadt ein solch fabelhaftes Ergebnis. Der Graf kandiert am 11. Februar für das Amt des Reichspräsidenten, verliert aber die Wahl gegen Friedrich Ebert, der von SPD, Deutscher Demokratischer Partei und Zentrum unterstützt wird. Am verbrecherischen Wahnsinn des Kapp-Putsch beteiligt sich Posadowsky nicht und verlässt bald die DNVPIn den zwanziger Jahren profiliert er sich als Mitglied der kleinen Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung und von 1928 bis 1932 als Abgeordneter des preußischen Landtags zu einem herausragenden Vertreter der demokratischen Rechten. Lenkte der Politikertypus Posadowsky-Wehner die Geschicke der staatlichen Institutionen der Weimarer Republik, wäre Deutschland die Katastrophe von 1933/1945 erspart geblieben.

 

Volksversammlung in der Reichskrone am 15. März 1920 (Zeichnung von unbekannt)

Der Kreisrat für die Einwohnerwehr Naumburg Stadt, Naumburg Land und Eckartsberga Max Jüttner korrespondiert im Februar 1920 mit Wolfgang Kapp über die Vorbereitung der Gegenrevolution. In der Stadt sind Einheiten des bei vielen Arbeitern verruchten Landesjägerkorps (dann Reichswehrbrigade 16) von General Maercker (1865-1924) stationiert. Sie sind am 13. März 1920 auf der Seite von Kapp und Lüttwitz. DNVP-Politiker Georg Schiele aus Naumburg avanciert in der Kapp-Regierung zum Wirtschaftsminister. Eine Volksversammlung am 15. März in der Reichskrone wählt den Aktionsausschuss und beschliesst den Generalstreik. Ein wichtiger Akteur in diesen Tagen war Bernhard Düwell .  Dienstag schiesst die Reichswehr auf dem Marktplatz in die Bürger. Am Mittwoch und Donnerstag schaffen die Kapp-Gegner Waffen herbei. Albert Bergholz beendet durch Verhandlungen die Kämpfe mit der Reichswehr in Zeitz, was ihm später harte politische Vorwürfe einträgt [12].

Gefecht am 19. März1930 um die Tanne in Bad Kösen.

Die Arbeiterwehren kämpfen am 17. März in Zeitz, am 18. März in Ostefeld, am 19. März um die Tanne in Bad Kösen, am selben Tag auf den Moritzwiesen-Oberlandesgericht sowie sektoral in der Stadt und am 21. März in Weissenfels gegen die Reichswehr, Einwohnerwehr und Freiwilligen (Schwarze Reichswehr).

Die Kämpfe hinterlassen tiefe Abdrücke im politischen Bewusstsein. Von den Gerichten in Naumburg, berichtet August Huth (SPD) aus Bad Kösen), werden die "Männer, die für eine [SPD-] Regierung gekämpft und geblutet haben" verfolgt. Sie nennen Naumburg jetzt Kapp-Stadt. Noch immer ist in der Saalestadt möglich, was wo anders kaum undenkbar.

Aufruf der zum Generalstreik im Klassenkampf (Halle) der VKPD-Bezirksleitung Halle am 24. März 1921

Naumburger Arbeiter wollen 1921 im Leuna-Werk nicht länger, wie Max Hoelz in seiner Anklagerede vor dem Moabiter Sondergericht am 22. Juni 1921 in Berlin gegen die bürgerliche Gesellschaft es ausspricht, unter Aufsicht bewaffneter Sklavenhalter arbeiten.

Unweit von Naumburg, in Saaleck pflegt die mörderisch Rechte ihr tief verletztes nationales Selbstbewusstsein und gebiert sich als Träger des nationalen Aufstiegs. Hans Wilhelm Stein (1876-1944) und Enthusiasten betreiben auf der Burg Saaleck eine Art Geschichtswerkstatt zur Propagierung von völkischen, deutschnationalen und alldeutschen Geistesgut. Die Rathenau-Mörder Erwin Kern und Hermann Fischer ehrheben sie zu Vorkämpfern für Deutschlands Freiheit.

Burg Saaleck

Im Januar 1922 flieht der ehemalige Oberleutnant zur See und Kriegsverbrecher Ludwig Dithmar aus dem Naumburger Gefängnis zur Burg Saaleck.

Am 17. Juli 1922 finden die Rathenau-Mörder Kern und Fischer hier unterschlupf.

Vom 8. bis 9. Juni 1930 zieht es die Wehrwölfe aus ganz Deutschland in die Stadt. Einige gedenken am Pfingstsonntag an den Gräbern den Mördern von Rathenau.

Am 29. Oktober 1933 treffen sich die eingeschworenen Feinde der Demokratie und Weimarer Republik erneut in Saaleck.

Korvettenkapitän a. D. Hermann Ehrhardt widmet am 16. Juli 1933 in Anwesenheit der regionalen NS-Führungsriege den Helden Kern und Fischer am Ostturm von Burg Saaleck eine Ehrentafel.

Die Baltikumkämpfer ehren am 2./3. Juni 1934 in Saaleck ihre gefallenen Kameraden.

 

Als ohne großes Federnlesen dem Versailler Vertrag zufolge die Kasernen geschlossen werden, stürzt die Stadt in ein gewaltiges wirtschaftliches Strukturproblem. Beim Neuanfang oder, wie man es eben betrachtet, bei der Aufholjagd hat sie wenig Glück: Der für die Regionalwirtschaft wichtige Weinanbau ist rückläufig, die Gründung der Autofabrik Peter & Moritz scheitert, die Solequellen erweisen sich für ein künftiges Bad Naumburg als nicht geeignet und die Kammindustrie geht mit der aufkommenden Bubi-Kopf-Mode zugrunde. Zudem scheint der Magistrat "nicht sehr erfahren in Umgang mit Industriebetrieben", resümiert das Stadtmuseum Naumburg 2007. Es bleibt etwas gewerbliche Produktion, beispielsweise die Holzwerkstatt von Friedrich Muck-Lamberty mit 40 bis 80 Beschäftigten.

Während der Hyperinflation 1923 gehen einige kleinere mittelständische Firmen Bankrott, andere geraten in wirtschaftliche Not. In den Villen des Bürgergartenviertels schmilzt das Geldvermögen der Rentiers. Die Verarmung weiter Volksschichten greift um sich, wie der Magistrat von Naumburg (1928) feststellen muss. In vielen Sparten und Marktsegmenten des dienstleistenden Mittelstandes, beklagt die Kramerinnung, besteht ein krasses Überangebot. Gut die Hälfte der arbeitsfähigen Stadtbevölkerung macht die Wirtschaftskrise 1929/32 erwerbslos. Natürlich ist sie wiedermal nicht selbst verursacht, sondern von unseren Feinden herbeigeführt. Der Unterhalt der Wohlfahrtserwerbslosen stellt die Stadt vor unlösbare finanzielle Aufgaben. Im Herbst 1932 organisiert der Stahlhelm in der Stadt das erste offene Arbeitslager in Grochlitz (Naumburg). Das Gegenprojekt entwarf die Tanz- und Spiel-Company Neue Schar. Im Sommer 1920 wanderte sie durch Franken und Thüringen. Es war vielleicht die originellste Arbeitslosenintiative, die Deutschland je gesehen hat.

1925 erschien im Deutschen Kunstverlag Berlin der Fotoband:

Der Naumburger Dom und seine Bildwerke
aufgenommen durch
Walter Hege und beschrieben von Wilhelm Pinder.

Walter Hege
Jugendbild

Walter Hege (1893-1955) "machte den Dom über Nacht berühmt", erinnert 2013 das Naumburger Tageblatt, Mitteldeutsche Zeitung. Und das, obwohl den Skulpturen im Westchors weder Wieland noch Goethe, Herder, Schiller, Novalis je erwähnten oder besondere Aufmerksamkeit schenkten (vgl. Ullrich). So ist verständlich, warum ihn die Stadt für "seine besondere Art der Fotografie", die "den Naumburger Dom weit über Mitteldeutschland bekannt gemacht" (Günther 2013), so dankbar ist. Es sind keine neutralen und emotionslosen fotografische Abbilder, sonst wäre er nicht ein Schüler von Hugo Erfurth. Sie ringen um die historische Deutungshoheit über Statuen und Bauten. Ihre Rezeption durchläuft vier Phasen: 1. Hype, 2. Überzeitlichkeit, 3. Kritik und 4. Rochade. Im Juli 1930 beruft ihn Paul Schultze-Naumburg an die neu gegründeten Lichtbild-Abteilung der Kunsthochschule Weimar. Von 1935 an, er verlässt die Schule, widmet er sich der Produktion von Dokumentarfilmen. 1936 arbeitet er als Kameramann bei Lenin Riefenstahl und dreht 1938 Die Bauten Adolf Hitlers.

 

Ein wichtiger geistig-kultureller Akteur und Zeitzeuge der Naumburger Ereignisse ist der

1890 erscheint die Zeitung zum ersten Mal für die Region Zeitz-Weißenfels-Naumburg. Zunächst dreimal in der Woche mit etwa je 3 000 Exemplare. Im August 1911 erreicht die Auflage 11 500 Exemplare. Seine Redakteure und ehrenamtlichen Korrespondenten sammeln Informationen über die Sitzungen der Stadtverordneten und Gemeindevertretungen, Kulturveranstaltungen, Gerichtsprozesse, Versammlungen der Parteien, politischen Kämpfe in der Region, regionale Wirtschaft und Wohnungspolitik. In einer klaren, lebendigen und zuweilen schöpferischen politischen Sprache entstehen Berichte, Kommentare und Analysen, die besonders die Interessen der Lohnabhängigen, kleinen Angestellten und benachteiligten Gruppen und Schichten der Gesellschaft zur Geltung bringen. Im gewissen Umfang erfolgt eine Verständigung über die Differenzen und Gemeinsamkeiten der Arbeiterparteien (SPD, USPD, SAP, KPD). Das Sozialdemokratische Organ für die Kreise Zeitz, Weissenfels, Naumburg ist ein entschlossener und unbeirrbarer Gegner der nationalsozialistischen Bewegung. 1933 wird er verboten. - Das Naumburger Tageblatt wurde nicht verboten, denn es stand auf der Seite des Führers.

 

Titanensturz im Herbst 1932. Georg Wilhelm Schiele stirbt am 23. Oktober 1932. Drei Tage später erlischt das Leben von Graf Arthur von Posadowsky-Wehner. Am 26. Oktober rafft der Tod Oberbürgermeister Arthur Dietrich dahin.

 

Schon lange pflegt die Stadt ihr Vorliebe für die Deutschnationalen. Immer wieder katapultieren die Naumburger ihre Kandidaten bei Land- und Reichstagswahlen in unerhoffte Höhen. 31 Prozent der an den Reichstagswahlen im November 1932 teilnehmenden Bürger geben ihre Stimme der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Im Reich möchten lediglich 8,8 Prozent der Wahlbürger dieser Partei politische Verantwortung antragen. Bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 erobert Naumburg deutschlandweit den Platz drei unter den Wahlkreisen mit den höchsten Stimmanteilen für die DNVP (Falter 132).

Stahlhelmaufmarsch in Naumburg 1933

Viele Kriegervereine, der einflussreiche Stahlhelm, die Alldeutschen und Nationalsozialisten sowieso, hängen den Ideen vom Platz an der Sonne nach, verstehen sich als wehrlose Nation und erstreben die Revision der osteuropäischen Grenzen. In diesem Milieu tummelt und organisiert sich die antirepublikanische Opposition. Sie plant den Umsturz, schmiedet Putschpläne und legt illegale Waffenlager an. Stahlhelmführer, DNVP Mitglied und Sympathieträger Theodor von Duesterberg ruft auf dem Deutschen Tag 1924 in Halle nach dem neuen Kaiserreich. Naumburg an der Saale erwirbt

als Sitz der streng nationalen Familie,
mit streng nationalen Richtern und
streng nationalen Beamten,

einen traurigen Ruf. Verkappt als Kampf gegen die Fremdherrschaft und für die Wehrhaftmachung der Nation bereiten vaterländische Verbände die nationale Revanche vor. Einige, wie Alldeutscher Verband und Deutscher Kolonialverein, entfalten ihre Aktivitäten bereits vor 1914. Andere, Stahlhelm, Wehrwolf, Bund Oberland, Jungdeutscher Orden (Jungdo), Bund Wiking und der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser gewinnen nach 1918 in Naumburg grossen Einfluss auf das politische Denken der Bürger.

Bauernweg um 1940

1 964 Bürger (13 Prozent) geben den Nationalsozialisten, noch unter den Namen Völkisch-Sozialer Block agierend, zur Stadtverordnetenwahl am 10. Mai 1924 ihre Stimme. Die braunen Kolonnen bilden einen Kristallisations- und Sammelpunkt der nationalsozialistischen Bewegung. Zu den Protagonisten zählen Friedrich Karl Freiherr von Eberstein, Wolf-Heinrich Graf von Helldorf, Paul Hinkler, Heinrich Hacker, Friedrich Uebelhoer, Rudi York und Richard Reckewerth. Nach Querelen, Machtkämpfen und Krisen konsolidiert sich um 1930 die NSDAP-Ortsgruppe unter Führung des späteren Kreisleiters Friedrich Uebelhoer. Unter seinesgleichen nimmt er eine gehobene Stellung ein. Dies äussert sich in der Teilnahme an den politischen Verhandlungen Ende März 1938 im ehemaligen Bundeskanzleramt von Wien und Ende 1939 im Einsatz als kommissarischer Regierungspräsident von Kalisch, Reichsgau Wartheland.

Naumburg profiliert sich ab 1930 in Mitteldeutschland als ein organisatorisches Zentrum der nationalsozialistischen Bewegung. Man wartete nicht auf den Führer, vieles nahmen die Akteure selbst in die Hand. Der Nationalsozialismus wächst (ebenso) von unten. Die NSDAP erwirbt in der Stadt Kampagnefähigkeit. Bei Lehrern, Richtern, Beamten der Justiz- und Stadtverwaltung, im Bildungsbürgertum sowie im wirtschaftlichen Mittelstand findet sie zunehmend vielfältige Unterstützung und rekrutiert hieraus ihre Organisationselite.

Mit der Aktion Hinein in den nationalsozialistischen Schülerbund erzielt die Stadt-NSDAP im deutschnationalen und nationalkonservativen Bürgertum enorme Wirkung. "Unhaltbare Zustände" herrschen am hiesigen Domgymnasium. Es "ist vollkommen nationalsozialistisch verseucht", warnt im Herbst 1930 das Provinzialschulkollegium Magdeburg.

Auf die Schlägerei im Schützenhaus von Freyburg (Unstrut) folgen einige Gerichtsprozesse gegen den ehemaligen NSDAP-Gauleiter Paul Hinkler, die zum Nazi-Justiz-Skandal! eskalieren.

Bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 erhält die NSDAP in Naumburg 31,3 Prozent und die DNVP 18,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Oft interpretieren dies Analysisten als eine Folge der ökonomischen Krise, womit meist die deutschnationalen und alldeutschen Organisationen sowie republikfeindlichen Wehrverbände (Stahlhelm) aus dem Blickfeld geraten. Gerade sie fördern und stützen die Mentalisierung der chauvinistischen Geisteshaltung. (Siehe: Langemarck-Denkmal und gegen Westen brüllt der Löwe auf dem Denkmal für die Gefallenen des KSCV.)

Demonstration gegen den Faschismus am 6. Juli 1932

Etwa ab 1930 arbeiten Stahlhelm und NSDAP (Friedrich Uebelhoer) eng zusammen. Prominente, wie Prinz August Wilhelm von Preußen (1887-1949) [1, 2], unterstützen und fördern die Nationalsozialisten, verhelfen ihnen zu Ansehen und Wählern.

DNVP und NSDAP nähern sich 1932 im Wahlkampf weiter an, demonstrieren ihre Gemeinsamkeiten. Der nationalsozialistisch-deutschnationale Machtblock erhält bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 beziehungsweise zu Stadtverordnetenwahlen am 12. März 1933 72 Prozent und 61 Prozent der Stimmen. Das Bürgertum begrüsst die Machtübergabe an die Nazis. Als auf dem Tag von Potsdam die letzten Schranken zwischen Nationalsozialisten und Nationalkonservativen fallen, versinkt Naumburg im Freudentaumel.

Aus der
Halloren Fiebel für den Gau Halle-Merseburg (1935)

Lehrer Ernst Heinrich Bethge (SPD) begann 1906 in Naumburg seine Tätigkeit. Nach der Novemberrevolution übernimmt er bei der demokratischen Umgestaltung des städtischen Schulwesens verantwortungsvolle Aufgaben. Doch diese Zeiten sind längst vorbei, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen. Einige, oder viele? - schwer zu entscheiden - machen Naumburg zu einer Musteranstalt der nationalsozialistischen Erziehung. Und da sprechen wir noch nicht über die am 15. März 1934 eröffnete Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA), deren Jungmannen noch im April 1945 um den Endsieg kämpfen.

Das Realreformgymnasium mit Oberrealschule (Bismarckplatz, Theaterplatz) nennt sich ab 1938 Walter-Flex-Schule. Der Name ist Programm. Ihr Studienrat Wilhelm Zils (geboren 1893) verfasst 1935 eine Abhandlung über die Rassische Geschichtsauffassung. Oberstudiendirektor Heinrich Lemcke (geboren 1884) räsoniert über Rassisches Erleben in der deutschen Dichtung. Die Schule muss der Rassenpflege dienen, fordern diese Lehrer, weil aus ihr die nordisch-heldische Haltung entspringt, welche die Grundlage für die germanische, sprich deutsche Überlegenheit ist.

Professor Doktor Otto Hermann Steche tritt im Frühjar 1936 die Nachfolge von Professor Bruno Kaiser (Jahrgang 1872) als Direktor des Domgymnasiums an. Der Sozialdarwinist und Judenhasser richtet die Schule an der Rassenkunde, Vererbungslehre und nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik aus. Der Schulstoff in den Fächern Biologie und Geschichte gibt der deutschen Überheblichkeit neuen Nährboden. Schüleraufsätze widerspiegeln die erschreckende Indoktrinierung.

 

Widerstand

Reichsbanner Schwarz Rot-Gold Naumburg

Von 1918 bis 1945 setzt sich die politische Linke mit dem nationalsozialistisch-deutschnationalen Machtblock auseinander. SPD und KPD erhalten bei den Wahlen zum Reichstag und Landtag sowie zur Stadtverordnetenversammlung zwischen 10 bis 15 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ihre Abgeordneten sind stadtbekannte Persönlichkeiten und bekannt als Gegner des Nationalsozialismus. Bis zuletzt widersetzt sich die SPD-Ortsgruppe parlamentarisch der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Mutig tritt das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Ortsverein Naumburg der nationalsozialistischen Bewegung in der Region entgegen.

Max Bach

Einige Bürger der Stadt leisten unter der Gefahr des Verlustes ihrer persönlicher Freiheiten, der Last schwerer Folgen für ihre Familien, Freunde und Bekannten, bis zur Opferung ihres eigenen Lebens Widerstand gegen das nationalsozialistische System. Ihre politische Heimat fanden sie oft in den Arbeiterparteien oder in anderen linken politischen Strömungen. Einige SAP-Mitglieder arbeiten nach dem März 1933 weiter politisch gegen die NSDAP.

KPD-Ortsgruppe

Dem Nationalsozialismus widersetzen sich Otto Wolf von der FAUD und der Kommunist Max Bach in Bad Kösen. KPD-Mitglieder arbeiten, wie die Kommunisten-Prozesse 1935 in Naumburg bezeugen, gegen das nationalsozialistische System. Der politische Widerstand der Kommunisten und ihrer Sympathisanten gegen den NS-Staat darf nicht übergangen werden. Das wäre historisch unhaltbar und unanständig.

Maria und Albert Mielke

Pfarrer Albert Mielke aus Oberschmon (bei Querfurt) möchte nicht, dass seine Junge Gemeinde durch die Hitlerjugend und SA erzogen wird. Darüber gerät der Nonkonformist mit ihnen in Streit und bezahlt es mit seinem Leben. Der Mord der Nazis schreibt sich tief in das Leben seiner Frau und der Kinder ein. Anfang 1934 ziehen sie nach Naumburg. „Mich berührt dies noch mehr als früher“, sagte die Tochter von Pfarrer Albert Mielke, Frau Ursula Jebsen (Laucha), am 3. Juni 2006 in einem Gespräch mit mir.

Rosemarie Böttger

Die 22-jährige Kohlehändlerin Rosemarie Böttger vom Marienplatz 3 nimmt gemeinsam mit ihren Mitarbeitern und den Kriegsgefangenen das Essen ein. Sie wird 1943 von Nachbarn denunziert. Ihre Menschlichkeit bringt die Herrschenden in Bedrängnis. Das Sondergericht Halle verurteilt sie zu zwei Jahren Zuchthaus. Am 15. Februar 1945 entlässt sie das Frauenzuchthaus Cottbus. Sie kehrt nach Naumburg zurück.

 

Verfolgung und Repression

Walter Kranz

Begleitet von einer bösartigen öffentlichen Kampagne, entfernen die Nazis 1933 den Humanisten Walter Kranz, einen hervorragenden Kenner der frühen Geschichte der griechischen Philosophie, als Rektor der Landesschule Schulpforta.

Im Schicksal vom Maschinenmeister Otto Paschke aus Almrich (Hauptstraße 37, 1946: Topfmarkt 14), den 1934 das Berufsverbot ereilt, offenbaren sich Verzweiflung. Widersinnige zwischenmenschliche Verhältnisse tun sich in der Kommune auf.

Gustav Hübner (Medler Straße 25) bleibt als Bürodirektor der Stadtverwaltung Naumburg auf Distanz zum Nationalsozialismus und muss deshalb 1937 seinen Posten räumen.

Familie Holländer:Gerda, Otto, Hildegard, Christoph, Jürgen und Peter.

Bereits in den zwanziger Jahren hetzen die Deutschnationalen und Nationalsozialisten massiv gegen jüdische Bürger. Aber auch andere politische Gruppen sind davon nicht frei. Ein feiner Judenhass, das ist einfach schick. Nach 1933 quält und demütigt man die Naumburger Juden in noch viel größerem Ausmaß. Die Familie des jüdischen Rechtsanwalts Otto Holländer ist schlimmen Verfolgungen ausgesetzt.

1938 zerstören beziehungsweise demolieren die Nazis bei Überfällen einige jüdische Geschäfte. Ihr Eigentum wird arisiert. Viele Juden verbringt man ins Konzentrationslager. Sie konnten dagegen nicht kämpfen. Darauf waren sie nicht vorbereitet. Es gab nach 1933 keinen „Kampf" mit oder gegen die Juden. Was stattfand, war eine feige und gemeine Politik zur Vernichtung der Juden. Die juristisch Verantwortlichen arbeiteten im NSDAP-Parteihaus (Reichskrone) am Bismarckplatz und im Naumburger Rathaus.

Lorenz Bertheau

Heldengedenktag 1935. Pfarrer Lorenz Bertheau in Bad Kösen distanziert sich nicht von der Kanzelabkündigung der „Bekennenden Kirche“ und wird deshalb in Schutzhaft genommen. Pfarrer Moehring erklärt sich in einer Predigt solidarisch mit dem Verhafteten. Darauf lädt Uebelhoer ihn noch am selben Tag ins Rathaus vor und verhaftet ihn.

Der deutschnational gesinnte Bankdirektor i. R. Richard Hertel, Weimarer Straße 23, kritisiert ab 1938 mit Bürger-Vernunft in Mitteilungen an die NSDAP-Bonzen die nationalsozialistische Herrschaftspraxis. Auch ihn macht man den Prozess am Sondergericht in Halle.

Der Arbeiter Wilhelm Kayser (Ostbahnhof 2, 1946: Badstraße 11) erzählt politische Witze im Leuna-Werk, weshalb ihn die Stapo 1943 verhaftet.

Friedrich Muck-Lamberty

Den Kunsthandwerker Friedrich Muck-Lamberty, Werkstätten für Heimkultur (Domplatz 20), verlieren die Nationalsozialisten nicht aus den Augen. Sie Misstrauen ihm politisch und nehmen Anstoss an seiner Idee der Werkgemeinschaft. Er verhilft entlassenen KZ-Häftlingen zu Arbeit. Und doch muss Kai Agthe (Naumburg) noch 1994 einräumen, daß unserer Wissen über den Messias von Thüringen (Ulrich Linse) "bisher noch dürftig" ist.

 

Stand der regionalen Forschung

Was wissen wir eigentlich über die Zeit von 1918 bis 1945 in Naumburg (Saale)? Kurt Wassermann und Fritz Hege (1910-1992) handeln in dem heute noch lesenswerten Buch Naumburg. Stadt und Dom (1952, 28) die Zeit von 1918 bis 1945 in acht Buchzeilen ab . Der Schock über das Geschehene ist nicht überwunden und sitzt tief! Mann kann aber nicht auf den Schultern der vorangegangenen Generationen leben und zugleich frei sein von ihnen. Was wir erinnern, bestimmt was wir tun.

Friedrich Uebelhoer

Nur wenige stellen sich die Frage: Wie war das eigentlich 1933 und die Jahre danach in unserer Stadt? Hans Hirschfelder (1962) untersucht den ideologischen Einfluss der Nationalsozialisten auf das Kirschfest. Anhand der Rede von NSDAP-Kreisleiter Friedrich Uebelhoer zum „Naumburger Kirschfest 1938 in neuer Gestalt“, kann diese heute jeder bei Kai Agthe „Das Spektakel zum Mirakel“ (2005) nachlesen. Hans-Peter Garcarek (1981) spürt der antifaschistischen Aktion 1932/1933 nach. Bei Heinz Aumann (1960) findet sich manch aufschlussreicher Hinweis über die Ereignisse im Jahr 1945.

Über die Gegner des Nationalsozialismus, wie Walter Höhne, erscheinen Lebensberichte. Hans Hirschfelder (Naumburg) erforscht seit Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts die Lebensgeschichte von Artur Samter.

Paula und Artur Samter

Leider ist die Darstellungsweise in dieser Zeit oft zu wenig mit den Konflikten und Irrtümern, mit den Fortschritten und Rückschlägen sowie den stadtgeschichtlichen Ereignissen verbunden. Wovon träumten die Bürger (und "Widerständler"), welche Sorgen hatten sie, mit welchen Schwierigkeiten rangen sie im Alltag? Davon erfährt man viel zu wenig. So entsteht eine eigentümliche Komplexitätsreduktion bei der stadtgeschichtlichen Untersuchung des Nationalsozialismus, insbesondere dazu, was wir unter Widerstand gegen den Nationalsozialismus verstehen sollen.

Ernst Heinrich Bethge

Ina Weinkauff demonstriert mit ihrer Studie Ernst Heinrich Bethges Ästhetik der Akklamation (1992), dass es, unter den Bedingungen eines deutlich unkomplizierten und freieren, aber bis heute keineswegs problemlosen Zugangs zu staatlichen Archiven, möglich ist, den Reduktionismus zu überwinden.

Wenn die Arbeit von Ina Weinkauff besonders Wissenschaftler und Fachleute anspricht, zielt das Buch wie Naumburg - so wie es war“ (Foerster 1993) auf einen sehr breiten Leserkreis. Und gerade hier findet der an der Stadtgeschichte interessierte Bürger nur - behutsam ausgedrückt - schamhafte Hinweise auf die Zeit des Nationalsozialismus mit der “Reichskrone“ als Zentrum der Naumburger NSDAP oder eine Luftaufnahme von der Napola nebst kurzer Erläuterung (vgl. Foerster 53 f.).

NPEA Naumburg

Die NPEA Naumburg kommentiert die Autorin (1993, 54) mit der Wiedergabe aus einem „Jungmannen-Lied“: „Das ist ja die Napola. Was treibt man dort? Ein klein bißchen Wissenschaft und viel Geländesport.“ Aber sie trieben nicht nur Sport, sondern leisteten volksdeutsche Arbeit im Sinne von Heinrich Himmler. Die Gegner des Nationalsozialismus werden mit keinem Wort erwähnt. Im Kapitel „Gerichtsstadt“ findet sich kein Hinweis auf die angeordneten Sterilisationen oder die vielen politischen Prozesse gegen die Opponenten und Gegner des Nationalsozialismus aus Naumburg und Umgebung. Und keine kritische Anmerkung zur Militarisierung der Stadt.

Arisierung (1938)

Und kein Wort über die Arisierung des jüdischen Eigentums! "Naumburg - so wie es war“ (1993) - eine einzige Desorientierung zur nationalsozialistischen Epoche der Stadtgeschichte!

Natürlich entstehen auch stadtgeschichtliche Arbeiten der anderen Art. Walter Becker beschränkt sich in seinen „Erinnerungen an die Napola Naumburg“ (2002) keineswegs nur auf „klein bisschen Wissenschaft und viel Geländesport“. Er gewährt Einblicke in die Konstituierung, Erziehungsmethoden und Arbeitsweise der Schule. Ähnlich verfährt Weise Justus Weihe (1994) mit der NPEA Schulpforta.

Eine Ausstellung des Stadtmuseums Naumburg zu Krieg und Frieden. Naumburg 1940-1950 vom 25. Juni bis 4. Dezember 2005 stellt sich mit originellen museumspädagogischen Gestaltungsmitteln der Zeit der Herrschaft des Nationalsozialismus. Zum Krieg und seinen Folgen in Naumburg teilte sie den Bürgern viel Neues mit.

Lüttich- Kaserne

Mit Max Rademacher (1994, 1995), Falk Oesterheld (2002), Eberhard Kaufmann (2002) und Horst Astroth (2006) beginnt die Aufarbeitung der von 1933 bis 1945 in Naumburg stationierten Wehrmacht. - Bereits am 27. März 1933 leitet die Stadtverwaltung die Re-Militarisierung in die Wege. Dies wirkt sich auf die Haushaltslage aus. Soziale Aufgaben werden zurückgestellt. Familie Jäger wohnt 1939 noch immer im Notquartier im Auenblick.

Martin Onasch (1994, 1995, 1996, 1999) gewährt mit seinen Forschungsergebnissen zum Leben und zur Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus erstmals Einblicke in ein schmerzliches und aufrührendes Kapitel der Naumburger Stadtgeschichte.

Paul Sattelmacher
(nach Otto Quante)

Von 2004 datiert die Arbeit von Professor Heiner Lück (Halle) Von Barop nach Buchenwald: Der Naumburger OLG-Präsident Doktor Paul Sattelmacher (1879-1947).

Trotz dieser vorliegenden Arbeiten müssen wir unser Wissen über die Stadtgeschichte von 1933 bis 1945 als unzureichend und völlig unbefriedigend bezeichnen. Viele Themen, wie Kultur, Wohnungsbau, Armut, ErwerbslosigkeitWirtschaftskrise (Devoli), Deutschnationale Volkspartei, HJ, Wehrwolf oder Stahlhelm, blieben bisher gänzlich außerhalb jeder Betrachtung.

 

Zur Methodik

Die sozialen und ökonomischen Ursachen des Aufstiegs des Nationalsozialismus sind oft postuliert, aber bezogen auf die Stadt nicht ansatzweise aufgearbeitet oder analysiert worden. Nicht nur die Wissenslücken sind einfach zu groß. Sondern es stellen sich grundsätzliche Fragen zum methodischen Ansatz solcher Untersuchungen. Um nicht zu viele Ausdeutungen dieses Problems zuzulassen, nenne ich kurz drei Aspekte.

Wenn wir das Phänomen des Nationalsozialismus verstehen wollen, müssen wir Politik, Kultur, Moral, Lebensweise sowie die ökonomischen Verhältnisse und die massenpsychologische Lage der Stadt in ihren inneren Beziehungen erkunden und darstellen. Die Handlungen der sozialen Gruppen, Parteien und Akteure müssen nach ihren Zielen, generierten sozialen Erfahrungen, selbstverpflichtenden Traditionen und kollektiven Referenzsystemen hinterfragt werden. Es ist das Einfache, was so schwer zu machen ist. Doch nimmt man diese Aufgabe ernst, drängen sich in die Stadtgeschichte Themen, wie die Wohnungsfrage, Erwerbslosigkeit, Armut, Einkommensentwicklung, Sozialstruktur, die Denk- und Lebensweise des wilhelminischen Establishments, die wirtschaftliche Demütigung des Mittelstandes durch die Inflation, die Wirtschaftskrise 1929/32 oder das Scheitern der Opposition gegen den Nationalsozialismus.

Bei Vorstudien stellte sich schnell heraus, dass es unumgänglich wird, diese Zeit beginnend ab dem Jahr 1918 verstehen zu lernen (Revolution, Bürgerkrieg, Jägerdenkmal). Ausser zum Kunstfotografen Walter Hege, der Unternehmerfamilie Sieling, der Herausgabe des städtischen Inflationsgeldes und der Autoindustrie lagen hierzu kaum Untersuchungen vor, was die Sache erheblich erschwerte.

Ein weiteres Manko der stadtgeschichtlichen Forschung besteht darin, dass sich besonders die frühen Forschungen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Naumburg auf die Darstellung des organisierten politischen Kampfes konzentrierten. Die vielen anderen alltäglichen Formen des oppositionellen Verhaltens gegen das System blieben unbeachtet.

 

Defizite

SA marschiert 1937
über den Holzmarkt

Inzwischen sind in vielen deutschen Städten bei der Erforschung der regionalen Geschichte des Nationalsozialismus große Fortschritte erreicht worden. Aber in Naumburg erfolgte bis heute keine eingehende Auseinandersetzung mit der Institutionalisierung der kommunalen Diktatur durch die NSDAP. Dabei sind deren Führer selbst in der internationalen Literatur Gegenstand von Untersuchungen. Beispielsweise befasst sich Daniel Goldhagen in „Hitler`s Willing Executioners“ (New York 1996, deutsch: „Hitlers willige Vollstrecker“) mit den Verbrechen des ehemaligen Oberbürgermeisters von Naumburg in Lódz oder Miguel de Toro Munoz (Barcelona) mit Paul Hinkler aus Freyburg (vgl. Goldhagen 181 und Munoz 113). Die internationale Literatur kennt die KZ-Aufseherin Gertrud Rabestein (1903-1974), den SA-Enthusiasten und HJ-Gebietsführer Richard Reckewerth und Friedrich Uebelhoer aus Naumburg. In der regionalen Forschung sind sie bisher weitgehend unbekannt.

Stadtgeschichte muss rückhaltlos offen und unvoreingenommen für alles neue Wissen sein. Sie darf sich nicht tagespolitischen Interessen beugen.

 

Widerstand

Was heißt nun „Widerstand gegen Nationalsozialismus“? Opposition und Widerstand gegen das System des Nationalsozialismus und dessen Machtapparat zeigen sich neben dem politisch organisierten Kampf darin, dass Bürger die natürlichen Menschenrechte der Anderen wahren und deren Leben unabhängig von Religion, Staatsbürgerschaft, rassischen Merkmalen und politischen Auffassungen vorbehaltlos achten. - Tatsächlich begegnet uns der Widerstand in den unterschiedlichsten Formen, wie oppositionelles und nonkonformistisches Verhalten, gesellschaftliche Verweigerung, weltanschauliche Dissidenz, Widersetzlichkeiten, paramilitärische Aktionen, Ablehnung bestimmter symbolischer Handlungen, Loyalität zum Schutz anderer Bürger oder Missachtung politisch-sozialer Normen.

Wird damit vielleicht der Begriff des „Widerstands“ aufgeweicht? Gab es, zugespitzt gefragt, in unserer Stadt etwa 20 000 Widerstandskämpfer? - Das ganz bestimmt nicht. Dennoch waren Opposition und Widerstand gegen das NS-Regime in weitaus stärkerem Maße vorhanden, als sich je in den Archiv-, Gerichts- und Polizeidokumenten wiederfinden wird! Beispielsweise berichtet Felix Zeitschel, damals Gartenstraße 28, folgendes:

„Am 7.4. Überführung in das Gerichtsgefängnis. Im Juni in aller Frühe ein Befehl, fertig machen, ich werde entlassen. Gleich darauf kommt Wachmann Schellenberger, ein ehemaliger Schulkollege, zu mir in die Zelle mit den Worten `Felix, die Schweine, ihr werdet entlassen, aber in das KZ Lichtenburg`. Sein Nachtdienst ist beendet. Er verspricht, unseren Frauen von dem Transport mit Überfallwagen sofort in Kenntnis zu setzen. Ich schreibe einen Brief, lasse ihn vom Wagen fallen, meine Frau fand ihn im Briefkasten.“ (Zeitschel 1976)

Im Verlauf der Untersuchung bewährte sich diese empirisch erarbeitete Erkenntnisperspektive zum Widerstand. Sie erlaubt es, die vielseitigen Facetten der Auflehnung gegen den Nationalsozialismus sichtbar zu machen. Dies bedeutet unter anderem auch, dass der öffentliche Widerspruch eines Bürgers gegen den NSDAP-Kreisleiter nicht als privater Vorgang und als zweitrangig gegenüber dem organisierten politischen Kampf gewertet werden kann. Zum anderen folgt daraus, dass die Zugehörigkeit zu einer Partei nicht apriori den Wert des Widerstandes bestimmt. Natürlich muss der Mitgliedschaft in einer Organisation oder Partei die notwendige Beachtung und Aufmerksamkeit erfahren. Mit Bedeutung überfrachten sollte an sie aber nicht.

Die Perspektive von der Vielfalt von Opposition und Widerstand gegen den Nationalsozialismus hält schmerzliche Einsichten für uns bereit. Ein Beispiel: Mit der am 1. September 1935 in Kraft getretenen Novellierung des Pargagraphen 175 Reichsstrafgesetzbuch wird das Strafmaß gegen Homosexuelle und Lesben drastisch erhöht. Das Strafrecht dehnt man auf homosexuelle Verhaltensvarianten wie der wechselseitigen Onanie aus. Nun wird “jede Art gleichgeschlechtlicher Unzucht“ zwischen Männern mit Strafe bedroht. Die Nationalsozialisten verfolgen aber nicht nur die Schwulen, sondern ebenso Lesben, ethnische und religiöse Minderheiten, Wehrdienstverweigerer sowie körperlich und geistig Geschädigte (siehe Der Fall Götz Nichterlein und der Fall Liselotte Stein). Diese sozialen Gruppen trugen mit ihrer Lebensart dazu bei, die Grundwerte Freiheit und Individualität zu bewahren. Sie wurden oft ausgegrenzt und von ihrer unmittelbaren sozialen Umwelt nicht verstanden, weil sie quer zum kleinbürgerlichen Lebensstil lagen. So fielen sie der Vergessenheit anheim, was die Spurensuche in der Stadtgeschichte ungemein erschwert.

Wenn diese sozialen Gruppen in dieser Arbeit nicht gebührend berücksichtigt werden, so sind dafür nicht irgendwelche Vorbehalte meinerseits die Ursache, sondern allein der Umstand, dass sich die stadtgeschichtliche Quellenlage hier wahnsinnig schwierig darstellt.

Bürgermeister
Karl Roloff

Opposition und Widerstand gegen den Nationalsozialismus zeigen sich in Naumburg in vielen Formen und erfassen die unterschiedlichsten sozialen Schichten und Gruppen. Als eine kleine Minderheit stemmen sie sich gegen den Umbau der Stadtgesellschaft durch die Nationalsozialisten. Einige wagen ihr Leben und das Glück ihrer Familie. Von dieser Avantgarde grenzt sich das Naumburger Establishment per politischer Selbstdefinition ab. Hierzu zählen Oberlandesgerichtspräsident Paul Sattelmacher, Senatspräsident Ernst Pinder, Bürgermeister Karl Roloff, Generalleutnant Scotti, Amtsgerichtsrat Doktor Hummel und Superintendent Moehring.

Dr. Otto Hollaender

Die Gegner des Nationalsozialismus kommen überwiegend aus wirtschaftlich einfachen Verhältnissen und entstammen oft der Arbeiterschaft. Einige gehören dem demokratischen Bürgertum an, wie Otto Hollaender (Spechsart 5), Friedrich Blüthgen, Curt Schulze (Wenzelsring 8 a, 1945) oder Kaufmann Carl Schramm (Bebelstraße 22, 1946). Politisch wie sozial sind sie oft Außenseiter im besten Sinne des Wortes. Die Stadt darf sie nicht vergessen!

Mancher fragt: Was taten sie schon? Oder: Was konnte Anna Possögel aus der Kleinen Wenzelsstraße 9 allein gegen den Kriminalsekretär Paul Scholz 1937/38 in der Auseinandersetzung über den Hitlergruß ausrichten?

Anna und Karl
Possögel

Die kleine, zierliche Schneiderin demonstriert damit mutig, dass sie sich diesem System gegenüber nicht loyal verhalten will. Niemand soll sich darüber hinwegtäuschen, wie tief dies, wie alle Formen des Widerstehens, die Nationalsozialisten in ihren Ambitionen traf! Zweifler schauen bitte über die Stadtgeschichte hinaus, zum Beispiel in die Biografie von Pfarrer Paul Schneider (1897-1939, Kirchenkampf) aus Hechelheim-Dornholzhausen (Kreis Wetzlar). Auf unsägliche Weise wurde er von den Nazis im Konzentrationslager Buchenwald zugerichtet und schließlich ermordet. Anlass dafür war die Verweigerung des Grußes vor der Hakenkreuzfahne bei einem Appell im Frühjahr 1938.

 

Versagen der Elite

Das Establishment dieser Stadt versagte bei der Wahrnehmung des humanistischen Gestaltungs- und Aufklärungsauftrages jämmerlich. Dies treibt uns noch heute eine Gänsehaut auf den Körper. Die Stadtgeschichte vermied dieses Thema bisher. Das Warum und Weshalb zum Versagen der Elite der Stadt bleiben bis in die Gegenwart unbeantwortet. Verständlich, wenn man sich klar macht, dass aus ihr zu allen Zeiten der Anspruch auf Herrschaft formuliert wird und eine Diskussion über ihr grandioses Versagen nur störend und hinderlich empfunden wird. Zwar gibt es nach 1945 verschiedene Versuche, nicht einer Antwort, wohl aber zur Eliminierung dieser Frage aus dem öffentlichen Bewusstsein. Einmal heißt es, die wissenschaftlich begründete Herrschaft einer Klasse und Zerschlagung der Monopolherrschaft verhindern die Wiederkehr eines solch fürchterlichen Geschehens. Dann wieder lautet die Ansage: Es sind erzieherische (Reeducation) und institutionelle Reformen zur Demokratisierung realisiert, die den Rückwärtsgang der Geschichte für immer blockieren. Doch Quellen und Ursachen der nationalsozialistischen Ideologie und Herrschaft sind damit höchst unvollständig problematisiert. Gefährlich daran ist, dass im Ergebnis die Bewältigung des Nationalsozialismus als Akt präsentiert wird, obwohl es in Wirklichkeit nur ein langwieriger historischer Prozess sein kann. Eine Antwort auf die Frage, warum die Elite der Stadt versagte, steht bis heute aus. Und man spricht weiter äußerst ungern darüber. Vorliegende Studie geht dieser Frage zumindest nicht aus dem Weg.

Oswald Schaffernicht

Aber wer konnte eigentlich 1945 den Wiederaufbau und die umfassende kulturelle Erneuerung der Stadt mit Tatkraft leiten? Tausende von Flüchtlingen kamen in die Stadt. Die Infrastruktur droht zusammenzubrechen. Rapide sinkende Steuereinnahmen und Zuweisungen vom Land bedrohen die Handlungsfähigkeit des Rathauses. Die Löhne und Gehälter der Angestellten und Arbeiter der Stadt müssen gezahlt werden. Viele Bürger sind ohne reguläres Einkommen und brauchen Unterstützung. Eine Entnazifizierung mit viel Umsicht ist geboten. Pyramidale Aufgaben! Wer übernimmt sie? Oswald Schaffernicht, der Oberbürgermeister der Stadt Naumburg von 1945 bis 1949, dessen Namen heute kaum jemand kennt.

 

Einige Ergebnisse

Die These und - trotz aller Fortschritte der Forschung zur Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland - etablierte Sichtweise vom v e r f ü h r t e n  V o l k, ist aus stadt- und regionalgeschichtlicher Sicht als irreal und befremdlich zu beurteilen. Natürlich gab es lügnerische Versprechungen, das lumpige Spiel mit der Ehre der Nation und vor allem die Verfolgung und Tötung von Bürger mit den Mitteln des Terrors staatlicher Macht. Und doch bestätigt dies nicht, dass der Nationalsozialismus lediglich das Ergebnis einer "Schar von Verbrechern" war. Im Gegenteil. Aus stadtgeschichtlicher Sicht war der Nationalismus und die nationale Revolution (Hitler) das Ergebnis einer Volksbewegung. In Naumburg (Saale) ist gut zu beobachten, wie Persönlichkeiten, Bürger und verschiedene Organisationen von unten die Bewegung des Nationalsozialismus initiieren, konstituieren, organisieren, daran teilhaben und sie tragen. Das verschiebt den Mittelpunkt vom Führer und den Institutionen hin zur Frage der politischen Verantwortung des denkenden und handelnden Bürgers.

Reichsbanner

Trotz wirklich schwieriger Quellenlage gelang es, viele Personen, Ereignisse und Episoden der Vergessenheit zu entreissen. Dazu gehören die Saalschlacht in der Zur Linde (1930) und im Schützenhaus (1930), die Morddrohung des Fraktionsführers der NSDAP Heinrich Hacker gegenüber Wilhelm Schwencke (SPD) im Stadtparlament (1930) oder der Nazisturm auf den Spechsart-Konsum (1932). Schwencke war Führer des legendären und gut organisierten Reichbanners Schwarz-Rot-Gold Naumburg. Diese Ereignisse dokumentieren ihren Kampf gegen die nationalsozialistische Bewegung.

Max Römer **
 
Otto Wolf

Wichtige Gerichtsprozesse gegen den Widerstand in Naumburg sowie Umgebung und ihre Unrechtsurteile konnten aufgearbeitet werden. Für die Forschung sind die gegen Max Römer (SAP, Anklageschrift), Otto Wolf (FAUD) und Rosemarie Böttger (Wehrkraftzersetzung!) von besonderem Interesse.

Der Mord an Pfarrer Albert Mielke und das Engagement von Pfarrer Lorenz Bertheau (Bad Kösen) gegen die Deutschen Christen konnten dokumentiert sowie ihre kritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus nachgezeichnet werden. Das Andenken an diese aufrechten Christen drohte zu verblassen. Jetzt, wo einige Zeitgenossen einen Blitzkrieg gegen die Erinnerung führen, wenn es um die Konzentrationslager, politische Verfolgung Oppositioneller, Sterilisationen und Euthanasie im Dritten Reich geht, wird es hohe Zeit, ihre Geschichte zu erzählen. In der Nazizeit war an eine Sühne nicht zu denken. Und zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik passte Sektierern und Dogmatikern ein Pfarrer in Opposition zu den Nationalsozialisten nicht ins politische Weltbild. So gerieten sie fast in Vergessenheit.

Ebenso erloschen fast alle Erinnerungen an den Kommunisten Max Bach (Bad Kösen), was wieder ganz andere Gründe hat ....

Sternstunden der Arbeit begannen, wenn das Archivstudium neue Einblicke in Ereignisse oder zu Persönlichkeiten freigab. Hierzu rechnen so aufschlussreiche Dokumente, wie zum Beispiel der Brief von Franz Feller aus dem Jahr 1931 an die Stadtverwaltung oder der von Walter Fieker (KPD) aus dem Gefängnis im Jahr 1920, die Anordnungen zur Schutzhaft von 1933, die Stellungnahme von NSDAP-Kreisleiter Friedrich Uebelhoer an den Regierungspräsidenten Merseburg vom 21. Januar 1937 zur Auseinandersetzung mit General List über die Unterstützung der Stadt beim Aufbau der Wehrmacht und eine ganze Reihe instruktiver Briefe wie Notizen von Gegnern des Nationalsozialismus aus Naumburg.

Karl Hemprich ****

Es konnten zum Beispiel neue biografische Daten zu Paul Schultze-Naumburg, Karl Hemprich, Arthur Graf von Posadowsky-Wehner und den Exponenten der kommunalen Diktatur gewonnen, systematisiert und in Zusammenhänge gebracht werden.

Vielleicht verstelle ich - selbstkritisch angemerkt - durch die Form der Darstellung mit den Daten zu Personen und Ereignissen etwas den Blick dafür. Das Essay-Format würde vom Leser wahrscheinlich besser aufgenommen werden. Doch Stadtgeschichte hebt natürlich immer mit dem Dokumentieren und Beschreiben von Ereignissen und Lebensbildern an. Deshalb gebe ich der hier gewählten Form der Darstellung der Ergebnisse den Vorrang.

 

Erinnerung braucht Wissen.

Für die Erforschung der Stadtgeschichte sind die Lebenserinnerungen von je her von besonderem Interesse. Aber je mehr Zeit vor der Niederschrift vergangen war, desto öfter sonnen sich die Gedanken in der Schönheit der Stadt, preisen den Geist vom Georgenberg (Rolle des Oberlandesgerichts), sind die Gedanken auf dem Weg zur ersten Tanzstunde, besinnen sich an den Schulweg oder das Kirschfest.

Offenbar erlebte niemand 1938 die unglaublich dümmliche Verkehrung des traditionsreichen Kirschfestes im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Mittlerweile füllen die Erinnerungen an die Napola Naumburg und Schulpforta ganze Bücherregale. Aber niemand erinnert sich daran, wie Napola-Schüler den Juden in der Salzstraße am 10. November 1938 zurichteten. Keiner sieht die Politischen in der Kolonne auf dem Weg vom Gefängnis zum Bahnhof marschieren! Keiner sah, wie die Polizei die politischen Gefangenen vom Polizeigefängnis (Jacobsring 5) in das Rathaus zum Verhör führt. Im sozialen Gedächtnis der Stadt erhielt die Arisierung des jüdischen Eigentums - abgesehen von der Veröffentlichung von Professor Martin Onasch nach 1990 - keinen Platz.

Frau Maria Mielke mit ihren Kindern Gerhard (geboren 1924), Ursula (geboren 1926) und Renate Maria (geboren 1934) in Naumburg.***

Von Reden, wie der des NSDAP-Kreisleiters und Oberbürgermeisters Friedrich Uebelhoers am 19. September 1933 vor dem Rathaus, wo er den kritischen Bürgern der Stadt mit Konzentrationslager droht, weiß ebenfalls keiner etwas. Niemand erinnert sich daran, wo einst die Bürger lebten, die ins Konzentrationslager deportiert wurden.

Eine junge Frau zieht im Januar 1934 von Oberschmon bei Querfurt mit ihrem neunjährigen Sohn Gerhard und der siebenjährigen Tochter Ursula nach Naumburg in die Oskar-Wilde-Straße 5. Frau Maria Mielke ist schwanger. Aber wo ist ihr Mann - der Pfarrer?

 

 

 

Agthe, Kai: Zahlreiche Erinnerungen an den Hilfsbereiten Eigenbrötler [Friedrich Muck-Lamberty].  "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 13. Dezember 1994

Archiv der Stiftung Neue Synagoge, Berlin Centrum Judaicum (Zur Lage der Juden in Naumburg 1933 bis 1945)

Aumann, Heinz (Naumburg, Neidschützer Straße 1): Der Kampf der Arbeiterklasse um die Schaffung antifaschistisch-demokratischer Verhältnisse und die Entwicklung und Festigung der Aktionseinheit der Arbeiterklasse im Kreisgebiet Weißenfels und der Stadt Naumburg. (Zeitraum 12.4.1945 bis 31.12.1945) Franz-Mehring-Institut, Karl-Marx Universität Leipzig, 1960, Stadtmuseums Naumburg

Astroth, Horst: Aufschwung für die Stadt. 22. August 1935. Das Infanterieregiment Königsbrück rückt ein. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 24. September 2006, Seite V

Ausstellung des Stadtmuseums Naumburg: Krieg und Frieden. Naumburg 1940-1950. Naumburg, 25. Juni bis 4. Dezember 2005

Becker, Curt: Verantwortung der Politik bei der Aufarbeitung der NS Vergangenheit. In: Konferenz zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen und deren Widerspiegelung in der Gedenkkultur. Herausgeber. Die Linkspartei Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Magdeburg 2005, Seite 17 ff

Becker, Walter: Erinnerungen an die Napola Naumburg. Ein über die "Kadette Naumburg" hinausgehender Beitrag zur Geschichte der NPEA. Verlag Lenover Neustrelitz 2000

Beckmann, Angelika und Bodo von Dewitz (Herausgeber): Dom Tempel Skulptur. Architekturphotographien von Walter Hege. Kataloghandbuch Agfa Foto-Historama, Köln 1993. Eine Ausstellung des Agfa Foto-Historama im Römisch-Germanischen Museum Köln, 6. November 1993 - 16. Januar 1994, Stadt Köln. Köln 1993.

[Benedikt XVI.] Apostolische Reise nach Polen und Ansprache von Benedikt XVI. im Konzentrationslager Auschwitz- Birkenau. 28. Mai 2006. © Copyright 2006 - Libreria Editrice Vaticana. http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2006/may/documents/hf_ben-xvi_spe_20060528_auschwitz-birkenau.html

Borkowsky, Professor Ernst: Unser heiliger Krieg. Mit 25 Bildern von Professor Walter Klemm, Emil Preetorius und Hans Baluschek. Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1914

Bossack, Anne-Franziska: Städtebau zwischen Retrospektive und Avantgarde. Naumburg an der Saale von 1900 bis 1939. Masterarbeit im Masterstudiengang. Denkmalpflege - Heritage Conservation der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Coburg, Betreuer Professor Achim Hubel, 2. August 2012

Brief aus dem Gefängnis von Walter Fieker vom 25. April 1920. Vorverfahren. Blattsammlung der Staatsanwaltschaft beim Landgerichte in Naumburg an der Saale. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Merseburg, Rep. C 141, Naumburg, Nummer 26-18

Dittrich-Wagner, Ursula: Die Notgeld Scherenschnitte. In: Der junge Walter Hege. Erinnerungen. Herausgegeben von Dr. Siegfried Wagner mit Textbeiträgen von Walter Hege, Kai Agthe, Ursula Diettrich-Wagner und Dr. Walter Weiße. Saale Druck, Naumburg/Saale 1998, Seite 28 ff.

Denkschrift betreffend der Stadt Naumburg a/S. zum Sitz des Oberlandesgerichts für die Provinz Sachsen. Naumburg /Saale, den 21. November 1877. Gezeichnet Göbel, Benckendorff, Brandt, Richter, Löbnitz, Wagner

[Duesterberg] Blutiger Sonntag in Halle. "Vossische Zeitung", Berlin, den 12. Mai 1924

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* Bild von Rosemarie Böttger: Fotoalbum der Rosemarie Böttger (1921-2005) - (Hinweis).

** Bild von Max Römer. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Merseburg, K 6 VdN Halle, Nummer 4443, Blatt 34

*** Bild Frau Mielke mit Kindern. - Ich danke Frau Ursula Jebsen, Tochter von Pfarrer Albert Mielke, herzlich für die Gespräche und die überlassenen Fotos von ihrer Familie.

**** Porträt von Karl Hemprich (geboren 1867). Fotograf: Kurt Hege, Naumburg a.S. 1927. Aus: Hans Weicker und Emil Saupe: Karl Hemprich. Ein Leben im Dienste der Jugend. Verlag Friedrich Stollberg (Ernst Schnelle), Merseburg (Saale) 1927


Autor:
Detlef Belau


Geschrieben: Juni 2008.
Aktualisiert: 2013

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